Analyse
09:30 Uhr, 13.03.2023

SHOP APOTHEKE - Warten auf das E-Rezept

Der Medikamente-Versender hat 2022 die Erwartungen erfüllt. Große Hoffnungen liegen auf der flächendeckenden Einführung des E-Rezeptes in Deutschland.

Erwähnte Instrumente

  • Redcare Pharmacy N.V. - WKN: A2AR94 - ISIN: NL0012044747 - Kurs: 70,000 € (XETRA)

Von dem um knapp 14 Prozent auf 1,20 (Vorjahr 1,06) Mrd. EUR gesteigerten Konzernumsatz entfiel mit 1,07 (VJ 0,91) Mrd. EUR noch der Löwenanteil auf rezeptfreie Arzneimittel. Im Kernsegment DACH-Raum stiegen die Erlöse um 11 Prozent auf 940,2 (VJ 847,2) Mio. EUR. Damit ging der Anteil am Gesamtumsatz auf 78 (VJ 80) Prozent zurück, was am Wachstum der nicht verschreibungspflichtigen Umsätze im Segment International liegt, welches die Märkte in Belgien, Frankreich, Italien und den Niederlanden umfasst. Dort expandierte der Umsatz um 23,9 Prozent auf 264,2 (VJ 213,2) Mio. EUR.

Das bereinigte EBITDA lag bei minus 8,0 (VJ minus 5,3) Mio. EUR. Aufgrund höherer Abschreibungen ging das EBIT auf minus 69,2 (VJ minus 65,7) Mio. EUR zurück. Der Konzernverlust stieg leicht auf minus 77,5 (VJ minus 74,2) Mio. EUR. Das Ergebnis je Shop Apotheke-Aktie lag bei minus 4,32 (VJ minus 4,15) Euro. Erwähnenswert hierbei ist, dass der Verlust im vierten Quartal deutlich auf minus 9,6 (VJ minus 42,5) Mio. EUR verbessert werden konnte.

Der operative Cashflow ging von 11,6 Mio. EUR im Jahr 2021 auf minus 29,1 Mio. EUR zurück. Der Bestand an liquiden Mitteln lag zum Jahresende 2022 bei 66,78 (VJ 247,41) Mio. EUR.

Als operative Highlights nannte der Vorstand die Erweiterung des Sortiments in Deutschland auf über 60.000 Produkte. In Österreich wurde ein Marktplatz mit mehr als 40.000 Produkten eingeführt und in Mailand wurde ein neues Distributionszentrum eröffnet, um den italienischen Markt noch effizienter bedienen zu können.

Die Zahl der aktiven Kunden stieg von 7,9 Mio. auf 9,3 Mio. Aktive Kunden sind für das Unternehmen Kunden, die in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal bestellt haben.

Für 2023 stellt die Online-Apotheke ein Umsatzwachstum bei den nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten um 10 bis 20 Prozent in Aussicht. Beim bereinigten EBITDA soll mit einer Marge zwischen 0,5 bis 2,5 Prozent ein positives Ergebnis erreicht werden. Der Cashflow soll zwischen minus 20 Mio. und plus 20 Mio. EUR liegen. Damit liegt die Prognose im Rahmen der Analystenerwartungen.

Fazit: Wie andere Online-Arzneimittelversender auch, wartet Shop Apotheke sehnsüchtig auf die flächendeckende Einführung des E-Rezeptes hierzulande. Dies dürfte dem Geschäft des im SDAX notierten Unternehmens einen ordentlichen Schub verleihen. Schenkt man den Worten des Gesundheitsministers glauben, dann soll das E-Rezept in Deutschland ab Anfang 2024 zum verbindlichen Standard werden. Mit derzeit 71 Euro ist die Shop Apotheke-Aktie weit weg vom Allzeithoch bei 246 Euro. Wenn das E-Rezept endlich Realität wird und das Unternehmen die Prognose für 2023 erreicht, sollten Kurse im dreistelligen Bereich wieder möglich sein. Die Aktie bleibt spekulativ interessant.

Jahr 2022 2023e* 2024e*
Umsatz in Mrd. EUR 1,20 1,39 1,70
Ergebnis je Aktie in EUR -3,12 -1,92 -0,62
KGV -22 -36 -113
Dividende je Aktie in EUR 0,00 0,00 0,00
Dividendenrendite 0,00 % 0,00 % 0,00 %

*e = erwartet

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Über den Experten

Reinhard Hock
Reinhard Hock
Finanzmarktanalyst

Reinhard Hock ist seit über 25 Jahren an der Börse aktiv. Sein Interesse für die Finanzmärkte wurde während der Ausbildung zum Bankkaufmann geweckt. Später arbeitete er mehrere Jahre an der Börse Stuttgart und war dann jahrelang als freiberuflicher Redakteur mit dem Schwerpunkt Berichterstattung über Hauptversammlungen tätig. Dabei hat er sich ein umfassendes Wissen im Nebenwertebereich aufgebaut. Seit Oktober 2022 ist er bei stock3 für Fundamentalanalysen zuständig.

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