SERVICENOW: KI-Ziel zum zweiten Mal erhöht – doch die Marge sinkt
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Konzernchef Bill McDermott ruft für ServiceNow einen Wendepunkt aus und hebt das KI-Ziel zum zweiten Mal in diesem Jahr an. Die Gewinnrechnung fällt nüchterner aus: Die milliardenschweren Zukäufe belasten die Marge, während der Vertragsbestand im Schlussquartal langsamer wachsen soll.
| ✦ Auf einen Blick |
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• Der Umsatz steigt um 20,5 % auf 4,106 Mrd. USD und liegt knapp über der Analystenschätzung von 4,09 Mrd. USD. • Das bereinigte verwässerte EPS erreicht 1,00 USD nach 0,95 USD im Vorjahresquartal und verfehlt den Konsens von 1,02 USD. • Die bereinigte operative Marge sinkt von 33,5 % auf 32,5 %, nach GAAP fällt das verwässerte EPS von 0,48 auf 0,27 USD. • ServiceNow hebt das Jahresziel für den neuen KI-Vertragswert auf 1,7 Mrd. USD und die Free-Cashflow-Marge für 2026 auf 36 % an. • Für das vierte Quartal stellt das Unternehmen bei der cRPO nur noch 18,5 % Wachstum in Aussicht, nach währungsbereinigt 21 % im dritten Quartal. |
ServiceNow steigert den Umsatz im dritten Quartal um 20,5 % gegenüber dem Vorjahr auf 4,106 Mrd. USD und liegt damit knapp über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 4,09 Mrd. USD. Das Kerngeschäft mit Abonnements wächst um 21 % auf 3,988 Mrd. USD, währungsbereinigt um 20,5 %. Nach 24 % Umsatzwachstum im Vorquartal lässt das Tempo spürbar nach.
Beim Gewinn reicht es dagegen nicht ganz: Das bereinigte verwässerte EPS steigt von 0,95 auf 1,00 USD, bleibt aber unter der durchschnittlichen Analystenschätzung von 1,02 USD. Zugleich sinkt die bereinigte operative Marge von 33,5 auf 32,5 %. Nach GAAP fällt das verwässerte EPS von 0,48 auf 0,27 USD; für den Konsensvergleich ist jedoch die bereinigte Größe maßgeblich.
Der Rückgang nach GAAP ist vor allem die Rechnung für die Zukäufe. ServiceNow hat in den ersten neun Monaten rund 9,2 Mrd. USD für Übernahmen ausgegeben und dafür Schulden aufgenommen. Die Abschreibungen auf erworbene immaterielle Werte steigen von 33 auf 198 Mio. USD, der Zinsaufwand von 6 auf 81 Mio. USD. Schwerer wiegt, dass auch die bereinigte Bruttomarge im Abo-Geschäft von 83 auf 80 % fällt. Die Profitabilität leidet also auch dann, wenn die Sonderposten herausgerechnet sind. Das Wachstum ist damit teurer erkauft als noch vor einem Jahr.
Kennzahlen des Quartals im Überblick: Ergebnis, Umsatz und Umsatzverteilung von ServiceNow, Inc.. (Quelle: Unternehmensangaben)
Beim KI-Geschäft legt ServiceNow nach
Finanzchefin Gina Mastantuono hebt das Jahresziel für den neu abgeschlossenen jährlichen Vertragswert (ACV) im KI-Geschäft erneut an: von 1 Mrd. USD zu Jahresbeginn auf nun 1,7 Mrd. USD. Auch bei den Großkunden läuft es: Die Zahl der Abschlüsse mit mehr als 5 Mio. USD neuem Vertragswert steigt auf 19, ein Plus von über 135 %. Gerade bei großen Budgets gewinnt die Plattform damit an Gewicht.
Der Konzernchef feiert ServiceNow als Unternehmen, das auf allen Zylindern läuft. Seine Wortwahl verrät mehr Begeisterung, als die Tabellen hergeben: Den gesamten Vertragsbestand (RPO) beziffert er auf 30 Mrd. USD bei 23 % Wachstum; ausgewiesen sind 29,7 Mrd. USD und 22 %. Die Finanzchefin klingt nüchterner und stellt vor allem die Kapitaleffizienz in den Vordergrund.
Weniger Investitionen bringen mehr Free Cashflow
Der Free Cashflow steigt von 592 auf 822 Mio. USD, die Marge von 17,5 auf 20 %. Ein guter Teil des Zuwachses stammt aus gekürzten Investitionen in Sachanlagen, die von 235 auf 91 Mio. USD sinken. Die Kassenlage ist solide; die Verbesserung beruht jedoch zum Teil auf Zurückhaltung bei den Investitionen und nicht auf dem operativen Geschäft.
Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)
Ausblick
Die Jahresprognose steigt erneut, doch der Blick über das Jahresende hinaus wird vorsichtiger. ServiceNow erwartet nun Abo-Erlöse von 15,78 bis 15,79 Mrd. USD, ein Plus von 22,5 %, währungsbereinigt 21 %. Die Free-Cashflow-Marge für 2026 hebt das Unternehmen um einen Prozentpunkt auf 36 % an. Für das Schlussquartal stellt das Management Abo-Erlöse von 4,245 bis 4,255 Mrd. USD in Aussicht. Währungsbereinigt würde das Wachstum mit 21,5 % etwas höher ausfallen als im dritten Quartal. Die bereinigte operative Marge soll mit 32 % jedoch unter dem zuletzt erreichten Wert bleiben.
Stärker ins Gewicht fällt die Entwicklung der cRPO, also der in den kommenden zwölf Monaten fälligen Vertragserlöse. Ende September lagen sie bei 13,65 Mrd. USD, ein Plus von 20,5 %, währungsbereinigt 21 %. Für das vierte Quartal stellt das Management nur noch 18,5 % Wachstum in Aussicht. Damit verliert genau die Kennzahl an Tempo, an der sich das Umsatzwachstum des kommenden Jahres ablesen lässt. Das angehobene KI-Ziel muss diese Lücke erst noch schließen.
Tagesschlusskurse der ServiceNow, Inc.-Aktie über ein Jahr. (Quelle: stock3)
Kennzahlen im Überblick
| Kennzahl | 2025 | 2026e | 2027e |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 13,28 Mrd. USD | 16,22 Mrd. USD | 19,27 Mrd. USD |
| EPS | 3,51 USD | 4,07 USD | 5,01 USD |
*e = erwartet (Analystenkonsens, bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Basis); Ist-Jahr 2025 bereinigt (Summe der Quartale)
Fazit: Für 2027 wiegt die cRPO-Prognose von 18,5 % schwerer als das leicht höhere Abo-Tempo im Schlussquartal. Insgesamt fällt das Quartal gemischt aus: Dem angehobenen KI-Ziel und der höheren Cashflow-Prognose stehen ein knapp verfehlter Gewinnkonsens, eine sinkende Marge und ein langsamer wachsender Vertragsbestand gegenüber. Der Umsatz entwickelt sich wie erwartet, doch die Zukäufe machen das Wachstum sichtbar teurer. Auf Basis der bereinigten Analystenschätzungen sinkt das KGV von 37 für 2026 auf 30 für 2027, bei erwarteten 23 % Gewinnwachstum. Die Tendenz zur ServiceNow-Aktie bleibt neutral. Entscheidend sind die KI-Abschlüsse: Sie müssen den Vertragsbestand wieder schneller wachsen lassen.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.

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