SERVICENOW: KI-Umsatz knackt die Milliarden-Marke
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ServiceNow liefert ein Quartal, das in fast jeder Kennzahl über den eigenen Prognosen landet, und der KI-Umsatz erreicht erstmals einen jährlichen Vertragswert von einer Milliarde USD. Die Frage ist, wie viel davon organisches Wachstum ist und wie viel die jüngsten Zukäufe treiben.
ServiceNow meldet für das zweite Quartal 2026 einen Gesamtumsatz von 3,99 Mrd. USD, ein Plus von 24 % gegenüber dem Vorjahr und damit klar über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 3,93 Mrd. USD. Das Kerngeschäft, die Abonnement-Erlöse, wächst um 24,5 % auf 3,88 Mrd. USD, währungsbereinigt um 23 %. Das bereinigte verwässerte EPS (EPS-diluted-adjusted) steigt von 0,81 USD im Vorjahr auf 0,90 USD und übertrifft damit den Konsens von 0,86 USD deutlich. Das GAAP-EPS liegt bei 0,29 USD, deutlich darunter, was die Dimension der Bereinigungen illustriert.
Das bereinigte Betriebsergebnis beläuft sich auf 1,17 Mrd. USD bei einer bereinigten Marge von 29,5 %, identisch mit dem Vorjahreswert. Auf GAAP-Basis hingegen bricht das Betriebsergebnis von 358 Mio. USD auf 162 Mio. USD ein, die GAAP-Marge fällt von 11 % auf 4 %. Haupttreiber sind massiv gestiegene Abschreibungen auf erworbene immaterielle Vermögenswerte sowie Akquisitionskosten, die direkt auf die jüngsten Übernahmen zurückgehen. Wer die Zahlen einordnen will, muss diesen Unterschied im Blick behalten: Die bereinigte Profitabilität hält sich stabil, das GAAP-Bild ist das Spiegelbild einer aggressiven Einkaufsstrategie.
Kennzahlen des Quartals im Überblick: Ergebnis, Umsatz und Umsatzverteilung von ServiceNow. (Quelle: Unternehmensangaben)
KI als Wachstumsmotor, mit Rückenwind aus dem US-Bundesgeschäft
Das meistzitierte Signal des Quartals ist der Meilenstein beim KI-Geschäft: ServiceNow AI überschreitet erstmals einen jährlichen Vertragswert von einer Milliarde USD. Die Zahl der Transaktionen über einer Million USD im Netto-Neugeschäft wächst um fast 40 % auf 123 Abschlüsse. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen (RPO) erreichen 29,0 Mrd. USD, ein Anstieg von 21 % gegenüber dem Vorjahr, und signalisieren solide Visibilität für die kommenden Quartale.
Dabei ist ein Sondereffekt zu beachten: Das Management räumt ein, dass ein Teil der Abonnement-Erlöse aus dem US-Bundesgeschäft, das eigentlich erst im dritten Quartal erwartet wurde, vorzeitig in das zweite Quartal vorgezogen wurde. Das erklärt, warum die Abonnement-Erlöse die obere Guidance-Grenze um 150 Basispunkte übertrafen. Der Effekt ist real, verschiebt aber nur zeitlich: kein struktureller Zusatzschub, sondern ein Vorzieheffekt, der im dritten Quartal fehlen wird.
Die Akquisitionsstrategie hinterlässt Spuren in der Bilanz
Die Bilanzsumme springt von 26,0 Mrd. USD zum Jahresende 2025 auf 31,7 Mrd. USD. Goodwill und immaterielle Vermögenswerte zusammen wachsen von rund 4,7 Mrd. USD auf 13,6 Mrd. USD, ein Anstieg, der die Größenordnung der jüngsten Zukäufe verdeutlicht. Die Nettoverschuldung steigt spürbar, da ServiceNow im Quartal rund 7,5 Mrd. USD für Übernahmen aufwendete und sich dafür am Kapitalmarkt frisch finanzierte. Der Free Cashflow beläuft sich auf 634 Mio. USD bei einer bereinigten Marge von 16 %, nach 16,5 % im Vorjahr. Für das Gesamtjahr peilt das Unternehmen eine Free-Cashflow-Marge von 35 % an, das erste Halbjahr mit 29,5 % liegt auf Kurs.
Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)
Ausblick
Für das dritte Quartal 2026 erwartet ServiceNow Abonnement-Erlöse zwischen 3,975 Mrd. und 3,980 Mrd. USD, was einem Wachstum von 20,5 % entspricht, währungsbereinigt 20 %. Das ist eine spürbare Verlangsamung gegenüber den 24,5 % des zweiten Quartals, und der Vorzieheffekt aus dem US-Bundesgeschäft erklärt einen Teil davon. Hinzu kommen Wechselkursbelastungen von rund 35 Mio. USD beim cRPO im dritten Quartal. Die bereinigte Betriebsmarge soll bei 31 % liegen.
Für das Gesamtjahr 2026 hebt ServiceNow die Prognose für Abonnement-Erlöse auf 15,76 Mrd. bis 15,78 Mrd. USD an, ein Wachstum von 22,5 %, währungsbereinigt 21 %. Die bereinigte Betriebsmarge wird mit 31,5 % angepeilt. Das Management formuliert die Botschaft selbstbewusst und spricht von der "Rule of 56" für das laufende Jahr sowie der "Rule of 60+" als Ziel bis 2030, einer Kombination aus Wachstumsrate und Free-Cashflow-Marge. Ob dieser Pfad angesichts der Akquisitionslast und des sich verlangsamenden Wachstums im dritten Quartal reibungslos bleibt, wird der Markt genau beobachten.
Tagesschlusskurse der ServiceNow-Aktie über ein Jahr. (Quelle: stock3)
Kennzahlen im Überblick
| Kennzahl | 2025 | 2026e | 2027e |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 13,28 Mrd. USD | 16,19 Mrd. USD | 19,19 Mrd. USD |
| EPS | 1,67 USD | 4,15 USD | 5,05 USD |
*e = erwartet, Erwartungen basieren bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Daten
Fazit: ServiceNow liefert ein starkes Quartal, das in Umsatz und bereinigtem EPS klar über den Erwartungen liegt, mit dem KI-Meilenstein von einer Milliarde USD Jahresvertragswert als konkretem Beleg für die Wachstumsstory. Einzuschränken ist, dass ein Teil des Überschusses auf einen Vorzieheffekt aus dem US-Bundesgeschäft zurückgeht und die GAAP-Profitabilität durch die Akquisitionswelle erheblich belastet wird. Die angehobene Jahresprognose und das RPO-Polster von 29 Mrd. USD geben der Equity-Story Rückhalt, doch das verlangsamte Wachstum im dritten Quartal und die gestiegene Bilanzlast sind keine Kleinigkeiten. Wer an die KI-Plattformstrategie glaubt, findet hier Bestätigung, wer auf saubere GAAP-Zahlen setzt, wartet besser noch ab.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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