Kommentar
16:16 Uhr, 23.09.2026

Überraschender Grund für schlechte Stimmung

Verbraucher sind schlecht gelaunt und dafür gibt es gute Gründe. Einer der Gründe ist überraschend und wird unterschätzt.

In einigen Ländern ist die schlechte Stimmung direkt im Konsumverhalten messbar. Viele europäische Länder gehören zu dieser Gruppe. Sind Verbraucher schlecht gelaunt, schränken sie ihren Konsum ein. Die Wirtschaft verliert an Fahrt. In den USA ist es anders. Dort ist die Verbraucherstimmung auf Depressionsniveau, doch konsumiert wird weiterhin. Derzeit befindet sich die Stimmung in den USA auf dem zweittiefsten Wert der Historie.

Ein Grund für die schlechte Stimmung ist offensichtlich. 2025 war es der Zollkrieg, der Ängste auslöste. In diesem Jahr ist es der Irankrieg, der die Inflation antreibt. Beides beeinträchtigt das Leben indirekt durch höhere Kosten. Die Inflationsrate steigt an bzw. ist auf erhöhtem Niveau. Der Lohnzuwachs wird von der höheren Inflation ausgeglichen. Seit Kurzem sinken Reallöhne in den USA sogar.

Inflation und Stimmung gehen Hand in Hand. Das ist seit jeher so. Die Stimmung ist derzeit allerdings im Vergleich zur Inflationsrate besonders schlecht. Wäre Inflation der einzige Faktor, der die Stimmung bestimmt, müsste die Stimmung besser sein.

Es muss also noch andere Gründe geben. In den USA ist ein Grund die politische Polarisierung. Anhänger der Partei, die an der Macht ist, sind besser gelaunt als die Anhänger der anderen Partei. Inzwischen verlieren aber auch immer mehr Republikaner an Zuversicht. Das Parteibuch allein macht auf Dauer nicht glücklich.

Stattdessen ist es eine Wahrnehmung, die es in vielen Ländern gibt, auch in Deutschland. Fortschritt kommt beim Durchschnittsbürger nicht an. Der Lebensstandard stagniert oder steigt nur sehr langsam. Der Lebensstandard sollte steigen, wenn die Produktivität ansteigt. Mit den gleichen Mitteln kann mehr produziert werden. Jeder kann sich mehr leisten.

Das Produktivitätswachstum ist in den USA unterdurchschnittlich. Es ist unter den Trend gefallen. In Deutschland erholt es sich, ist aber weiterhin nicht überragend. Wenn die Produktivität nicht ansteigt und in der Folge der Lebensstandard stagniert, beeinflusst dies die Stimmung. Die Abweichung vom Trend ist mit der Stimmung auffällig hoch korreliert.

Notenbanken und Politiker haben zwei Probleme. Die Inflation ist zu hoch und der Lebensstandard steigt kaum. In Kombination führt dies zu hoher Unzufriedenheit und führt tendenziell dazu, dass Wähler Alternativen suchen. Es ist kein Zufall, dass in Europa einstige Randparteien plötzlich Mehrheiten gewinnen können und in den USA die Demokraten nach links rücken.

Eröffne jetzt Dein kostenloses Depot bei justTRADE und profitiere von vielen Vorteilen:

50 Euro Startguthaben bei justTRADE

✓ ab 0 € Orderprovision für die Derivate-Emittenten (zzgl. Handelsplatzspread)

4 € pro Trade im Schnitt sparen mit der Auswahl an 3 Börsen - dank Quote-Request-Order

Nur für kurze Zeit: Erhalte eine Überraschung von stock3 on top!

Jetzt Depot eröffnen!

Keine Kommentare

Du willst kommentieren?

Die Kommentarfunktion auf stock3 ist Nutzerinnen und Nutzern mit einem unserer Abonnements vorbehalten.

  • für freie Beiträge: beliebiges Abonnement von stock3
  • für stock3 Plus-Beiträge: stock3 Plus-Abonnement
Zum Store Jetzt einloggen