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Kommentar
10:15 Uhr, 24.06.2026

Schock bei Rheinmetall

Ein Bericht des Spiegel hat die Aktien deutscher Rüstungskonzerne kräftig durcheinandergewirbelt. Während die Papiere von Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) zeitweise um mehr als 11 % zulegten, verlor Rheinmetall über 12 % an Wert. Auslöser ist die Meldung, dass Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius das bisherige Fregattenprojekt F126 offenbar nicht weiterverfolgen und stattdessen auf Fregatten des Typs Meko-200 von TKMS setzen will.

Besonders hart träfe dies Rheinmetall, da der Konzern erst vor Kurzem den Schiffbauer Naval Vessels Lürssen (NVL) übernommen hat, der als Generalunternehmer für das F126-Programm vorgesehen war. Analyst David Perry von JPMorgan bezeichnete die Entwicklung als „herben Rückschlag“ und bezifferte den potenziell gefährdeten Auftragswert auf rund 12 Mrd. €. Damit könnten die Düsseldorfer ihre ambitionierten Ziele beim Auftragseingang im laufenden Jahr verfehlen.

Für TKMS würde die Entscheidung hingegen einen bedeutenden Erfolg im Wettbewerb um Großaufträge der Marine bedeuten und die starke Position im europäischen Kriegsschiffbau weiter festigen. Noch ist allerdings offen, ob das F126-Projekt endgültig gestoppt wird. Denkbar wäre auch, dass NVL künftig andere Marineaufträge erhält oder als Subunternehmer an einem alternativen Programm beteiligt wird. Die heftigen Kursreaktionen zeigen jedoch, wie stark die Erwartungen an die Auftragsdynamik im Verteidigungssektor inzwischen in den Bewertungen eingepreist sind.

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