Kommentar
12:25 Uhr, 26.02.2026

Schock bei Gerresheimer – BaFin weitet Prüfung aus

Kurzüberblick

Die BaFin hat die Prüfung des veröffentlichten Konzernabschlusses 2023/24 erweitert und prüft nun zusätzlich den Halbjahresfinanzbericht 2025. Die Maßnahmen betreffen Gerresheimer AG, den Verpackungsspezialisten aus Düsseldorf, und richten sich vor allem an die Bilanzpositionen Leasingverbindlichkeiten, Nutzungsdauern aktivierter Entwicklungskosten sowie Vermögenswerte des Advanced Technologies-Segments (u. a. Sensile Medical AG).

Für Anleger bedeutet diese Entwicklung erhöhte Unsicherheit; die Aktie reagiert volatil, während Investoren auf die konkreten Prüfungsfeststellungen und potenzielle Bilanzkorrekturen warten.

Marktanalyse & Details

Prüfungsumfang & Kernpunkte

  • Leasingverbindlichkeiten in der Bilanz (Buchwert ca. 65,5 Mio. EUR) sowie korrespondierende nicht diskontierte Zahlungsverpflichtungen könnten fehlerhaft sein.
  • Angabe der Nutzungsdauern aktivierter Entwicklungskosten (ca. 29,4 Mio. EUR) könnte fehlerhaft sein.
  • Wertminderungen von Assets des Segments Advanced Technologies (u. a. Sensile Medical AG) könnten nicht in vollem Umfang erfasst worden sein.
  • Hinweise deuten darauf hin, dass im 2025er Konzernabschluss nicht-zahlungswirksame Wertminderungen in Höhe von rund 220–240 Mio. EUR zu erwarten sind; zudem wird der 2025er Halbjahresfinanzbericht geprüft.

Finanzdaten & operative Auswirkungen

Der Fokus liegt zunächst auf Prüfungen und potenziellen Korrekturen, nicht auf aktuellen Geschäftszahlen. Je nach Ergebnis könnten Margen, Kostenstrukturen und Finanzierungskosten beeinflusst werden.

Die Marktreaktion bleibt volatil: Investoren reagieren nervös, während auf belastbare Kennzahlen gewartet wird.

Goldesel-Einordnung

Die BaFin-Ankündigung erhöht die Wahrscheinlichkeit weiterer Bilanzkorrekturen und verschärft die regulatorische Unsicherheit. Als Anleger sollte man hier Geduld, aber auch Vorsicht walten lassen, bis belastbare Kennzahlen oder konkrete Schritte zur Stabilisierung der Ertragslage vorliegen. Die aktuelle Kursentwicklung spiegelt diese Unsicherheit wider. Solche Problemaktien egal ob Long oder Short zu handeln ist meist ein Spiel mit dem Feuer – im Zweifel gilt lieber Finger still halten.

Fazit & Ausblick

Gerresheimer kooperiert eng mit der BaFin. Die Prüfungen könnten zu Bilanzkorrekturen führen und die Ertragslage beeinflussen. Wichtige kommende Termine sind die Veröffentlichung des finalen Konzernabschlusses 2023/2024, Berichte zum 2025-Halbjahresfinanzbericht sowie Updates zum Jahresausblick. Kurzfristig bleibt die Aktie volatil, bis belastbare Kennzahlen vorliegen.

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