SAMSUNG - Gewinn steigt stärker als erwartet, Aktie trotzdem unter Druck
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- Samsung Electronics (GDR) - WKN: 896360 - ISIN: US7960508882 - Kurs: 4.490,000 € (L&S)
Samsung Electronics meldet für das zweite Quartal einen historischen Gewinnsprung, doch die Aktie geriet an der Börse in Seoul trotzdem deutlich unter Druck und verlor rund 8 %.
Der südkoreanische Technologiekonzern stellte für das zweite Quartal einen operativen Gewinn von 89,4 Bio. Won in Aussicht. Das entspricht rund 58 Mrd. USD. Gegenüber dem Vorjahreswert von 4,7 Bio. Won wäre das ein Anstieg um das 19-Fache. Der Umsatz soll zugleich um 129 % auf 171 Bio. Won gestiegen sein. Damit lag Samsung über den Markterwartungen, die laut LSEG SmartEstimate bei 87,3 Bio. Won gelegen hatten. Auch SK Hynix und andere asiatische Chipwerte folgten dem Abgabedruck.
Der Speicherzyklus läuft heiß
Getrieben wurden die Zahlen vor allem von der massiven Nachfrage nach Speicherchips für KI-Rechenzentren. Der Engpass beschränkt sich längst nicht mehr nur auf High-Bandwidth-Memory, also besonders schnelle Speicherbausteine für KI-Beschleuniger. Weil Hersteller Produktionskapazitäten stärker auf HBM ausrichten, verknappt sich zugleich das Angebot bei klassischem DRAM und NAND. Genau das treibt die Preise quer durch den Speichermarkt.
Nach Angaben von Citi Research stiegen die durchschnittlichen Verkaufspreise für DRAM im zweiten Quartal um 44 % gegenüber dem Vorquartal, bei NAND waren es sogar 53 %. Für Samsung, SK Hynix und Micron bedeutet das eine außergewöhnliche Preissetzungsmacht. Für Kunden aus den Bereichen Smartphone, PC, Server und Cloud-Infrastruktur wird Speicher dagegen zunehmend zum Kostenproblem.
Bemerkenswert ist zudem, dass Samsung die Rekordzahlen trotz erheblicher Rückstellungen für Mitarbeiterboni erreichte. Analysten gehen davon aus, dass der operative Gewinn ohne diese Belastungen wohl über 100 Bio. Won gelegen hätte. Das zeigt, wie profitabel der aktuelle Speicherzyklus inzwischen ist. Zugleich macht genau diese Zahl deutlich, weshalb Anleger nervös werden: Margen, die fast schon wie Softwaremargen aussehen, sind im zyklischen Speichergeschäft selten dauerhaft.
Die Aktie scheitert an der Erwartung, nicht am Ergebnis
Der Kursrückgang ist deshalb weniger ein Misstrauensvotum gegen Samsung als ein Warnsignal für den gesamten KI-Trade. Nach einer Rally von rund 150 % seit Jahresbeginn bei Samsung und etwa 250 % bei SK Hynix war ein erheblicher Teil der guten Nachrichten bereits eingepreist. Anleger hatten offenbar nicht nur starke Zahlen erwartet, sondern einen weiteren Beweis dafür, dass der KI-Infrastrukturboom ungebremst weiterläuft.
Investoren fragen sich zunehmend, ob die enormen Investitionspläne der Hyperscaler dauerhaft tragfähig sind. Im Fokus stehen mögliche Verzögerungen beim Bau von KI-Rechenzentren, etwa durch Engpässe bei Stromversorgung, Arbeitskräften oder Genehmigungen. Hinzu kommt die Frage, ob Konzerne wie Microsoft, Amazon, Meta und Alphabet ihre milliardenschweren KI-Ausgaben später auch in ausreichende Erträge umwandeln können.
Für Samsung kommt ein weiteres Thema hinzu: Der Konzern ist breiter aufgestellt als SK Hynix. Neben Speicherchips gehören Smartphones, Displays, Foundry und Logikchips zum Portfolio. Gerade die Foundry- und LSI-Sparten gelten weiterhin als Belastungsfaktoren. Analysten rechnen damit, dass dort die Verluste wegen Bonuskosten sogar zunehmen könnten. Die Details dazu will Samsung am 30. Juli vorlegen.
Ein Boom, der noch nicht am Ende ist
Operativ spricht kurzfristig dennoch vieles für eine Fortsetzung des Trends. Analysten erwarten, dass sich der Speicherengpass mindestens bis 2027 hinziehen könnte. Der Grund liegt in der trägen Angebotsseite: Neue Speicherfabriken entstehen nicht über Nacht, während die Nachfrage nach KI-Servern, HBM und klassischem Speicher weiter steigt. Südkorea will seine Speicherproduktion innerhalb von fünf Jahren deutlich ausbauen, Samsung und SK Group planen milliardenschwere Kapazitätserweiterungen.
Gerade diese Investitionswelle ist aber zweischneidig. Sie unterstreicht die strukturelle Stärke der Nachfrage, kann aber mittelfristig die Saat für den nächsten Abschwung legen. Der Speichermarkt war historisch fast immer ein Boom-Bust-Geschäft. Wenn Preise explodieren, Kapazitäten ausgebaut werden und Kunden Vorräte sichern, sieht der Zyklus am besten aus. Genau dann wächst jedoch auch das Risiko, dass spätere Überkapazitäten die Margen wieder unter Druck setzen.
Fazit: Samsung liefert operativ beeindruckend ab, profitiert massiv vom KI-getriebenen Speicherengpass und dürfte auch in den kommenden Quartalen hohe Gewinne erzielen. Der Kursrückgang ist dennoch nachvollziehbar, weil die Aktie nach der Rally kaum Raum für Enttäuschungen ließ. Ob wir uns schon in einer volatilen Topbildungsphase im gesamten KI-Sektor befinden oder eine finale Rally erst noch folgt, lässt sich aktuell kaum prognostizieren. Beides ist möglich.
Weitere Analysen & News zur Aktie unserer Redaktion findest Du hier.
| Jahr | 2025 | 2026e* | 2027e* |
| Umsatz in Mrd. USD | 233,20 | 467,59 | 599,60 |
| Ergebnis je Aktie in USD | 4,62 | 30,55 | 41,61 |
| KGV | 41 | 6 | 5 |
| Dividende je Aktie in USD | 1,16 | 1,20 | 1,20 |
| Dividendenrendite | 0,61% | 0,63% | 0,63% |
|
*e = erwartet, Berechnungen basieren bei |

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