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10:49 Uhr, 30.08.2026

SAISONALITÄT: September – der gefürchtetste Monat des Börsenjahres

Seit 1988 belegt der September in DAX, S&P 500 und Nasdaq 100 den letzten Rang der Monatsbilanz, doch die Verluste konzentrieren sich klar auf die zweite Monatshälfte.

Kein Monat hat an der Börse einen schlechteren Ruf als der September, und die Statistik seit 1988 gibt dem Ruf zumindest eine Grundlage. Doch hinter dem Durchschnitt verbergen sich drei recht unterschiedliche Bilder, eine enorme Spannweite der Einzeljahre und ein klarer Schwerpunkt in der zweiten Monatshälfte. Ein Blick auf 38 Septembermonate in DAX, S&P 500 und Nasdaq 100.

September: die Bilanz seit 1988 – Saisonalitäts-Radar 09/2026

September: die Bilanz seit 1988

Drei Indizes, drei verschiedene Septembergesichter

Also den Kalender aufschlagen, den ganzen September durchstreichen und erst im Oktober wieder hinsehen? So einfach ist die Sache nicht. Richtig ist: In allen drei untersuchten Indizes gehört der September zu den beiden schwächsten Monaten des Jahres, im Datenfenster seit 1988 steht er jeweils auf Rang 12 von 12. Der Abstand zu den benachbarten Monaten ist allerdings klein, der letzte Platz also eher eine Momentaufnahme der Rangliste als ein Graben.

Am deutlichsten fällt der Befund beim DAX aus. Im Mittel steht ein Minus von 2,0 %, der Median liegt bei −1,3 %, und nur 15 von 38 Jahren endeten im Plus. Der S&P 500 kommt auf einen Durchschnitt von −0,6 %, sein Median liegt mit +0,2 % dagegen knapp im positiven Bereich, und 19 von 38 Jahren schlossen freundlich. Richtig heraus sticht der Nasdaq 100: Der Durchschnitt beträgt zwar −0,3 %, der Median liegt aber bei +0,9 %, und 22 von 38 Septembermonaten endeten grün. Der Technologieindex ist damit der Abweichler in einer Reihe, die man gemeinhin als geschlossen schwach beschreibt.

Ein Detail zur Vergleichbarkeit gehört dazu: Der DAX ist ein Performanceindex und enthält Dividenden, die beiden US-Indizes sind Kursindizes. Gemessen am S&P 500 macht dieser Unterschied im September rund 0,16 Prozentpunkte aus. Er begünstigt den DAX also leicht und ändert nichts daran, dass ausgerechnet der deutsche Index die schwächste Bilanz vorlegt.

Jeder September seit 1988 als einzelner Punkt – Saisonalitäts-Radar 09/2026

Jeder September seit 1988 als einzelner Punkt

Was den Durchschnitt nach unten zieht

Die Lücke zwischen Durchschnitt und Median ist der interessanteste Teil der Auswertung. Sie entsteht durch wenige, dafür sehr große Verlustjahre. Beim DAX ist das vor allem 2002 mit einem Minus von 25,4 %, im Nachbeben der Dotcom-Baisse und der damaligen Bilanzskandale. Derselbe September 2002 kostete den S&P 500 11,0 %. Der schwächste Nasdaq-September stammt dagegen aus dem Jahr 2001 mit −20,5 %, dem Monat der Anschläge vom 11. September und der mehrtägigen Handelsunterbrechung an der Wall Street.

Am anderen Ende steht der Nasdaq 100 mit +18,0 % im Jahr 1998, dem Höhepunkt der Technologie-Hausse. Der S&P 500 erreichte sein bestes Septemberergebnis 2010 mit +8,8 %, der DAX bereits 1988 mit +7,2 %. Die Spannweite über alle drei Indizes reicht damit von −25,4 % bis +18,0 %, und sie ist ausgesprochen unsymmetrisch: Die größten Rückschläge sind deutlich größer als die größten Gewinne.

Jetzt das große Aber. Ein Durchschnitt von −2,0 % beschreibt kein einziges reales Jahr. Er ist das Ergebnis einer breit gestreuten Verteilung, in der einzelne Krisenmonate ein ansonsten unauffälliges Bild einfärben. Wer den September verstehen will, liest deshalb Median und Verteilung mit, nicht nur den Mittelwert.

Der typische Verlauf innerhalb des September – Saisonalitäts-Radar 09/2026

Der typische Verlauf innerhalb des September

Das Minus sitzt hinten im Monat

Teilt man den September fest am elften von 21 Handelstagen, ergibt sich ein bemerkenswert einheitliches Bild. Die erste Hälfte ist beim DAX mit −0,2 % nahezu neutral, S&P 500 und Nasdaq 100 liegen mit +0,5 % und +0,7 % sogar leicht im Plus. Die zweite Hälfte fällt überall schwächer aus, am deutlichsten beim DAX mit −1,9 %, S&P 500 und Nasdaq 100 folgen mit −1,1 % und −1,0 %.

Das passt zur Struktur des Monats. Nach der Sommerpause kehren institutionelle Anleger zurück, Positionen werden überprüft und angepasst, Liquidität und Handelsvolumen steigen wieder. Gleichzeitig ballen sich in der zweiten Monatshälfte die Termine, an denen Portfolios ohnehin bewegt werden. Was in den ersten Handelstagen noch nach ruhigem Fahrwasser aussieht, bekommt später im Monat Gegenwind aus mehreren Richtungen.

Der typische Jahresverlauf der drei Indizes – Saisonalitäts-Radar 09/2026

Der typische Jahresverlauf der drei Indizes

Vier Termine und ein gut gelaufenes Jahr

Der Kalender 2026 fügt sich in dieses Muster. Am 10. September entscheidet die EZB über die Zinsen, am 16. September folgt die Fed. Am 18. September steht der große Verfall an, der Hexensabbat mit dem gleichzeitigen Auslaufen von vier Kontraktarten, an dem erhöhte Umsätze und Volatilität üblich sind. Und am 30. September endet das Quartal, ein Tag, an dem in vielen Depots umgeschichtet wird.

Dazu kommt die Ausgangslage: Zum Stand 28. August liegt der DAX 8,4 % im Plus, liegen S&P 500 und Nasdaq 100 sogar bei 12,7 % und 16,6 %. Das ist eine Momentaufnahme und keine Statistik, aber sie erklärt, warum in einem Jahr mit soliden Gewinnen die Neigung zu Gewinnmitnahmen rund um Quartalsende und Verfall größer sein kann als sonst.

Für die Einordnung des Septembers heißt das: Der schlechte Ruf hat einen statistischen Kern, aber er lebt von wenigen Ausreißerjahren, und er verteilt sich innerhalb des Monats sehr ungleich. Wer sich vorbereiten möchte, schaut weniger auf den Durchschnittswert als auf die Streuung der Einzeljahre und auf die Häufung der Termine in der zweiten Monatshälfte.

Wichtige Termine im September 2026 – Saisonalitäts-Radar 09/2026

Wichtige Termine im September 2026

Monatsrenditen seit 1988, n = 38 Jahre, nur abgeschlossene Monate. DAX als Performanceindex (Dividenden enthalten), S&P 500 und Nasdaq 100 als Kursindizes. Größenordnung dieses Unterschieds in diesem Monat, gemessen am S&P 500: 0,16 Prozentpunkte. Zufallsband: So viele Jahre im Plus würde bei 38 Jahren auch reiner Zufall liefern (13 bis 25). Eine Trefferquote innerhalb dieser Spanne ist als Einzelbefund nicht von einer Münze zu unterscheiden.

Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.