RWE unspektakulär
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RWE hat mit den Zahlen zum ersten Quartal 2026 die Erwartungen auf Gruppenebene weitgehend erfüllt, allerdings zeigen die Details ein gemischtes Bild. Das bereinigte EBITDA lag mit 1,6 Mrd. € auf Höhe der Konsensschätzungen, wobei sich insbesondere das Offshore-Windgeschäft deutlich robuster entwickelte als erwartet. Belastend wirkte dagegen erneut die volatile Entwicklung im Energiehandel.
Positiv hervorzuheben ist vor allem die Sparte Offshore Wind, deren Ergebnis die Analystenerwartungen um rund 9 % übertraf. Hintergrund waren normalisierte Windbedingungen nach schwächeren Vorjahresquartalen. Zudem kommt der Ausbau der internationalen Projektpipeline planmäßig voran. Sowohl das dänische Thor-Projekt als auch der britische Windpark Sofia erreichten wichtige Meilensteine und speisten erstmals Strom ins Netz ein. Damit untermauert RWE die operative Umsetzungskraft im strategisch wichtigen Ausbau der erneuerbaren Energien.
Demgegenüber blieb der Bereich Supply & Trading hinter den Erwartungen zurück. Statt eines erwarteten moderaten Verlustes von rund 20 Mio. € musste RWE hier einen Fehlbetrag von 84 Mio. € ausweisen. Der Energiehandel bleibt damit ein Unsicherheitsfaktor im Zahlenwerk. Bereits in den vergangenen Quartalen hatte sich gezeigt, dass die Ergebnisse in diesem Segment deutlich volatiler ausfallen können als vom Markt antizipiert. Entsprechend dürfte die erneute Enttäuschung im Tradinggeschäft kurzfristig auf der Aktie lasten.
Stärker entwickelte sich dagegen das Geschäft mit flexibler Stromerzeugung. Das Segment Flexible Generation erzielte ein EBITDA von 657 Mio. € und lag damit im Rahmen der Erwartungen, allerdings deutlich über dem Vorjahreswert von 379 Mio. €. Treiber war hier allerdings ein Sondereffekt: RWE verbuchte eine Entschädigungszahlung in Höhe von 332 Mio. € für Produktionsbeschränkungen des niederländischen Kraftwerks Eemshaven aus dem Jahr 2022. Der Ergebnisanstieg ist daher nur eingeschränkt nachhaltig.
Unter dem Strich erreichte der bereinigte Nettogewinn 608 Mio. € und lag damit ebenfalls praktisch exakt auf Konsensniveau. Die Jahresprognose für 2026 bestätigte das Management vollständig. Nach dem ersten Quartal hat RWE damit bereits rund ein Drittel des für das Gesamtjahr angepeilten Gewinns je Aktie erreicht.
Insgesamt liefert RWE solide Zahlen ohne größere Überraschungen.
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