Rohöl: Alles geht runter - nur die Kapazitätsauslastung der Ölraffinerien nicht<br />
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1. Die Lagerdaten aus den USA waren heute eher enttäuschend. Die Rohölvorräte wurden in der vergangenen Woche um 1,0 Mio. Barrels reduziert, wobei die Analysten mit einem Aufbau gerechnet hatten (Bloomberg-Median: 0,5 Mio. Barrels). Auch beim Benzin wurde das Vorzeichen nicht getroffen. Die Benzinlagerbestände schrumpften ebenfalls um 1,0 Mio. Barrels. Die von Bloomberg befragten Volkswirte hatten hier mit einem Plus von 0,95 Mio. Barrels gerechnet. Zugleich weitete sich die Kapazitätsauslastung der US-Ölraffinerien um kräftige 2,4 Prozentpunkte auf 90,5 % aus. Bei den Heizöl- und Diesellagern ist das Minus mit 0,5 Mio. Barrels geringer ausgefallen als erwartet (Bloomberg-Median: -0,85 Mio. Barrels). Die Märkte wussten indes nicht viel mit diesen Zahlen anzufangen: Es kam kurzfristig zu keinen richtungweisenden Ölpreisausschlägen.
2. Ende vergangener Woche stieg der Ölpreis deutlich an und verharrt seitdem um die 62 bis 63 US-Dollar. Das prominenteste Thema derzeit ist das nächste Treffen der OPEC-Länder am 14. Dezember. Nach den Äußerungen von OPEC-Vertretern zu urteilen scheint es immer wahrscheinlicher, dass die OPEC eine weitere Fördermengenkürzung beschließt. Der saudi-arabische Ölminister spricht von „Überangebot“ am Ölmarkt, Quatar ist besorgt über den Kaufkraftverlust aus den Öleinnahmen für die Ölproduzentenländer durch die jüngste Abwertung des US-Dollars. Nicht zuletzt deswegen deutete der OPEC-Präsident an, dass eine Ölfördermengenkürzung um mindestens 500.000 Barrels täglich in Erwägung erzogen werde. Laut Angaben von Reuters wurde bislang jedoch nicht einmal die seit November geltende Drosselung um 1,2 Mio. Barrels täglich eingehalten. Die OPEC-Länder produzierten lediglich 750.000 Barrels Öl weniger als im Vormonat. Wenn die Ölnachfrage ab dem Jahresende durch das erneute Anziehen der weltwirtschaftlichen Konjunktur an Dynamik gewinnt, wird sich eine Einschränkung des Angebots aber sicherlich am Preis bemerkbar machen – ein paar hunderttausend Barrels an Angebot mehr hin oder her.
3. Nur leicht wurde die Netto-Long-Positionierung der nicht-kommerziellen Händler in der vergangenen Woche an der New York Mercantile Exchange (NYMEX) reduziert. Eine geringe Mehrheit der Spekulanten wettet weiterhin auf steigende Ölnotierungen. Angesichts der Preisanstiege Ende letzter Woche dürften die Spekulanten auch weiterhin netto long positioniert bleiben.
Quelle: DekaBank
Die DekaBank ist im Jahr 1999 aus der Fusion von Deutsche Girozentrale - Deutsche Kommunalbank- und DekaBank GmbH hervorgegangen. Die Gesellschaft ist als Zentralinstitut der deutschen Sparkassenorganisation im Investmentfondsgeschäft aktiv. Mit einem Fondsvolumen von mehr als 135 Mrd. Euro und über fünf Millionen betreuten Depots gehört die DekaBank zu den größten Finanzdienstleistern Deutschlands. Im Publikumsfondsgeschäft hält der DekaBank-Konzern einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.
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