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09:00 Uhr, 20.07.2026

Personalwechsel in Berlin und London

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Irankrieg wieder in vollem Gange

Wenn es noch Gespräche zwischen den USA und dem Iran über einen dauerhaften Frieden geben sollte, so ist von diesen zumindest nichts zu spüren. Stattdessen führen beide Seiten die Verhandlungen mit Waffengewalt. Die USA bombardierten auch in der letzten Nacht Ziele im Süden und Westen des Iran, während Teheran erneut Drohnen und Raketen gegen die Verbündeten der USA schickte. Getroffen wurden auch sensible Ziele, so eine Meerwasser-Entsalzungsanlage in Kuwait und ein in Bau befindliches Kernkraftwerk im Iran. Inzwischen sind Einschätzungen zu hören, dass die USA eine Bodenoperation vorbereiten, um die Kontrolle über die Straße von Hormus zu gewinnen. Aus diesem Grunde würden Verkehrswege im Süden des Iran zerstört. Auf jeden Fall wächst der Druck auf US-Präsident Trump, vor den Zwischenwahlen zum Kongress einen Erfolg zu präsentieren. Andernfalls droht seiner Partei ein Debakel. Der von den Wählern besonders beachtete Benzinpreis an den Zapfsäulen dürfte wieder steigen, denn die Rohölpreise ziehen angesichts iranischer Angriffe auf Öltanker erneut an. Die Nordseesorte Brent notiert heute Morgen wieder oberhalb von 90 USD je Barrel, nach einem Zwischentief von 70 USD zu Monatsbeginn. Die US-Sorte WTI lag zuletzt bei 84 USD. Der neue Fed-Chef Kevin Warsh müsste sein Versprechen, die Inflation zu bekämpfen, dann einlösen und sich für eine Leitzinserhöhung starkmachen.

Moonshot beeindruckt die Wall Street

An der Wall Street standen am Freitag die Technologiewerte im Mittelpunkt. Ein chinesischer KI-Anbieter präsentierte sein Moonshot genanntes Modell, das den Spitzenprodukten von OpenAI und Anthropic offenbar kaum nachsteht, aber wesentlich effizienter arbeitet. Dies setzte vor allem mit KI verbundene Werte wie Alphabet, Meta und Nvidia unter Druck. Der S&P 500 gab um ein Prozent auf 7.457 Punkte nach, der Nasdaq-Index 1,4 %. Der Halbleiter-Index liegt im laufenden Monat bereits 18 % im Minus, im Ultimovergleich allerdings noch 67 % im Plus. Die japanische Börse blieb heute feiertagsbedingt geschlossen, Koreas KOSPI gab anfängliche Gewinne wieder ab.

Merz erwägt Kabinettsumbildung

Berlin ist zwar in der parlamentarischen Sommerpause, aber der Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn nach der Leihmutter-Affäre verlangt nach schnellem Handeln. Am Nachmittag wird sich der Fraktionsvorstand zusammenschalten, um über seine Nachfolge zu beraten. Bundeskanzler und CDU-Vorsitzender Friedrich Merz erwägt offenbar in diesem Zuge auch eine Kabinettsumbildung. In der Downing Street No. 10 bekommt Larry the Cat ab Montag einen neuen Mitbewohner - bereits den siebten in seiner Amtszeit als Chief Mouser to the Cabinet Office: Andy Burnham ersetzt als britischer Premierminister den glücklosen Keir Starmer. Der neue Regierungschef steht politisch weiter links als Starmer, als Bürgermeister von Manchester galt er aber auch als Kümmerer, der sich um die Verbesserung der Lebensverhältnisse eingesetzt hat. Für die zunehmende Instabilität der britischen Politik dürfte nicht zuletzt der Brexit verantwortlich sein. Kapitalmarktereignisse gibt es heute nur wenige. Deutschlands Erzeugerpreise könnten laut Marktkonsens gesunken sein und damit auf nachlassenden Inflationsdruck deuten. Wir sind allerdings weniger optimistisch und sehen keine Veränderung. Ab morgen folgen dann wieder reihenweise Unternehmensberichte. In dieser Woche legen u.a. Alphabet, IBM, Intel, 3M, SAP, TotalEnergies und die Deutsche Börse Zahlen vor.

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