Kommentar
16:55 Uhr, 06.06.2026

Ökonom warnt: Deshalb sind Bitcoin und Gold keine sicheren Häfen mehr

Nach Bitcoin versagt nun offenbar auch Gold als sicheres Asset in Krisenzeiten. Warum ein US-Ökonom vor falschen Hoffnungen warnt.

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Bitcoin ist seit dem Allzeithoch im vergangenen Oktober um mehr als 50 Prozent eingebrochen und kämpft aktuell um die 61.000 US-Dollarmarke. Doch während der Krypto-Winter die Anleger zittern lässt, gerät auch der Ruf von Gold als krisensicherer Hafen ins Wanken. Seit dem US-Israelischen Angriff auf den Iran am 28. Februar ist der Goldpreis um etwa 15 Prozent eingebrochen, sodass eine Feinunze nun 4.330 US-Dollar kostet. Das Narrativ von Bitcoin als Rettungsanker in geopolitischen Krisenzeiten war ohnehin noch jung, aber Gold wurde am Finanzmarkt stets als ein solcher betrachtet. Laut dem US-amerikanischen Ökonomen Robin Brooks könnte diese Ära nun vorbei sein.

The correlation of gold with the S&P 500 is now the same as bitcoin. It used to be that gold was uncorrelated with swings in risk appetite and in the S&P 500, but those days are over. These days gold trades like a high-beta asset. Safe haven no more…https://t.co/QFGBrFMbKS pic.twitter.com/Es1Ir2mO0M

— Robin Brooks (@robin_j_brooks) June 5, 2026

In einem neuen X-Post erklärt Brooks, dass Gold typischerweise eine Korrelation nahe Null mit dem US-Aktienleitindex S&P 500 aufweist. Parallel dazu bewegte sich die historische Korrelation von Bitcoin auf einem relativ moderaten Niveau von unter 0,15. Doch auf dem Höhepunkt des sogenannten “Debasement Trade“ (Ende 2025 – Anfang 2026) stieg die Korrelation von Bitcoin mit Aktien plötzlich rapide auf bis zu 0,55 an.

In in den letzten Monaten legte dann auch die Korrelation von Gold und Aktien merklich zu, sodass zwischen Bitcoin und Gold kaum mehr ein Unterschied besteht. Jetzt fällt seiner Analyse zufolge auch das Edelmetall zusammen mit Aktien, wenn die Risikoaversion der Anleger zunimmt – kein wünschenswertes Verhalten für einen “sicheren Hafen”.

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Brooks sieht den Grund vor allem im massiven Marketing rund um den Debasement Trade, das Ende 2025 viele Kleinanleger in den Goldmarkt gelockt habe, die deutlich nervöser und prozyklischer agierten als klassische Goldinvestoren. Zunächst habe er erwartet, dass diese Käufer bei Korrekturen wieder verschwinden. Inzwischen denkt er: Die Marktmechanik von Gold hat sich dauerhaft verändert.

Im Interview mit BTC-ECHO betonte auch Dr. Jonas Groß von der Digital Euro Association, dass Bitcoin noch nicht die breite Akzeptanz erreicht hat, die für eine Rolle als sicherer Hafen notwendig wäre: “Zwar waren die ETFs ein großer Erfolg, dennoch wird Bitcoin aktuell eher als ein “Risk-on”-Asset wahrgenommen, vergleichbar mit Tech-Aktien”. Langfristig könnte sich das allerdings ändern.

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