Nic Carter warnt: Prognosemärkte haben ein unausweichliches Insider-Dilemma
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Der jüngste Insiderfall rund um Polymarket bringt eine Grundspannung von Prognosemärkten auf den Punkt. Laut US-Justizministerium soll der US-Soldat Gannon Ken Van Dyke mit klassifizierten Informationen über eine Militäroperation gegen Nicolás Maduro auf Polymarket gehandelt und damit mehr als 400.000 US-Dollar verdient haben. Ihm werden unter anderem Diebstahl von Regierungsinformationen, Betrug im Zusammenhang mit Rohstoffmärkten und Wire Fraud vorgeworfen.
Für Krypto-Investor Nick Carter ist der Fall Symptom eines tieferen Problems. Wie er auf X erklärt, entstehe der gesellschaftliche Nutzen von Prognosemärkten gerade daraus, dass gut informierte Akteure ihre Informationen über Preise sichtbar machen. Doch dieselbe Logik könne das Vertrauen normaler Marktteilnehmer zerstören, wenn diese den Eindruck bekommen, permanent gegen Insider zu handeln.
Prognosemärkte im Dilemma
Prognosemärkte wie Polymarket oder Kalshi werben damit, schneller und präziser zu sein als Umfragen, Experten oder klassische Medien. Das funktioniert nur, wenn Marktteilnehmer mit einem Informationsvorsprung bereit sind, Kapital zu riskieren. Genau darin liegt aber das Dilemma.
Sind Insider zu aktiv, werden die Preise zwar informativer. Für Kleinanleger fühlt sich der Markt dann jedoch schnell “rigged” an. Bleiben diese sogenannten Noise Trader weg, sinkt die Liquidität und damit der finanzielle Anreiz für die Insider. Werden Insider dagegen zu hart ausgeschlossen, verlieren die Märkte einen Teil ihres wichtigsten Verkaufsarguments, nämlich Ereignisse früher und genauer einzupreisen als andere Informationsquellen.
Polymarket vor Richtungsentscheidung
Polymarket hat seine Regeln zuletzt verschärft. Die Plattform verbietet inzwischen ausdrücklich den Handel mit gestohlenen vertraulichen Informationen, illegal erhaltenen Tipps sowie Trades in Märkten, deren Ausgang der Trader selbst beeinflussen kann.
Carter erwartet dennoch, dass der Druck auf die Branche weiter zunimmt. Vor allem Polymarket dürfte sich seiner Einschätzung nach stärker von pseudonymem Trading entfernen und KYC-Pflichten ausweiten. Für die Plattformen geht es dabei nicht nur um Regulierung, sondern um ihr Geschäftsmodell.
Denn der Nutzen von Prognosemärkten hängt an einem schwer zu kalibrierenden Gleichgewicht. Sie müssen genug informierte Trader anziehen, um bessere Preise zu liefern. Zugleich dürfen sie nicht den Eindruck erwecken, dass normale Nutzer nur Liquidität für Insider bereitstellen.
Polymarket stand zuletzt in den Schlagzeilen, weil eine Wette auf die Tagestemperatur offenbar mithilfe eines Föhns manipuliert wurde.
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