Kommentar
06:05 Uhr, 19.07.2024

Nate Silver steigt bei Polymarket ein

Der bekannte Statistiker und Autor könnte dem weltgrößten Prognosemarkt dabei helfen, in neue Verticals zu expandieren.

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Unsere Themen heute:

  • 💰 ETF-Emittenten geben Gebühren bekannt
  • 🇩🇪 Sachsen veröffentlicht Stellungnahme zu Bitcoin-Verkäufen
  • 📈“Tether onchain” USD0 startet eindrucksvoll
  • 💬Hermetica lanciert Stablecoin auf Bitcoin

Das spieltheoretische Rätselraten über die Gebühren hat ein Ende. Am Mittwoch reichten die Antragsteller der Ethereum-ETFs ihre finalen S-1 Unterlagen bei der Börsenaufsicht ein. Die Überraschung: Grayscale bleibt sich seiner Linie treu und lässt die Managementgebühren, wie bei seinem GBTC-Produkt, unverändert hoch bei exorbitanten 2,50%.

Weil Grayscale jedoch gleichzeitig einen “Mini-Fonds” aufsetzt, der mit Gebühren in Höhe von 0,15% die Konkurrenz unterbietet, startet nun der zweite Akt des spieltheoretischen Rätselratens: Welche Kapitalbflüsse wird ETHE verzeichnen und wie hoch wird der Anteil sein, der in andere ETFs umgeschichtet wird? Am kommenden Dienstag soll der Handel starten.

Ansonsten noch ein Schmankerl aus der Gerüchteküche: Am Mittwoch berichtete Forbes, dass JP Morgan CEO Jamie Dimon laut Donald Trump seine Einstellung gegenüber Bitcoin leicht verändert haben soll. Dimon zählte in der Vergangenheit zu Bitcoins schärfsten Kritikern. Ob er ähnlich zu Larry Fink eigene Research betrieben habe oder die Aussicht auf die Rolle des US-Finanzministers in einer Trump-Administration den Ausschlag gegeben hat, ist nicht übermittelt.


Nate Silver steigt bei Prognoseplattform Polymarket ein

Es war eine News, die in Medienkreisen und darüber hinaus viel Aufsehen erregte. Der bekannte Statistiker und Autor Nate Silver verkündete unter der Woche, dass er als Berater bei der Prognoseplattform Polymarket einsteigt.

Silver erlangte Bekanntheit durch seine präzisen Vorhersagen bei den US-Präsidentschaftswahlen, vor allem 2008 und 2012, als er die Ergebnisse in fast allen Bundesstaaten korrekt vorhersagte.

Welchen Schwerpunkt die Zusammenarbeit haben wird, gab Polymarket-Gründer Shayne Coplan nicht bekannt. Erst im Mai verkündete das Protokoll eine Finanzierungsrunde in Höhe von 45 Millionen USD, angeführt von Peter Thiels Founders Fund.

Der weltgrößte Prognosemarkt

Obwohl US-Bürgern seit 2022 aufgrund einer Anordnung der Regulierungsbehörde CFTC der Zugang zur Plattform verboten ist, hat sich Polymarket in den letzten Monaten zum weltweit größten Prognosemarkt entwickelt.

Die Plattform ermöglicht es Nutzern, mittels US-Stablecoins auf den Ausgang verschiedenster Ereignisse zu wetten - seien es Wahlen, Sportereignisse oder Themen der Popkultur, wie die Frage nach dem umsatzstärksten Kinofilm des Jahres.

Knapp 30.000 aktive Nutzer registrierte Polymarket im Juni. Die meisten von ihnen beteiligten sich an Abstimmungen über den Ausgang des US-Präsidentschaftswahlkampfs, die im laufenden Monat mit über 100 Millionen US-Dollar Handelsvolumen rund 70% der Gesamtaktivität auf Polymarket ausmachen.

Tägliches Wettvolumen auf Polymarket

Anteil US-Wahl (blau) vs. andere Wetten (rot)

Wachstum über die US-Wahl hinaus?

Mit dem wachsenden Volumen steigt auch die mediale Relevanz der Plattform. Da Polymarket in der Lage ist, das politische Stimmungsbild nicht nur in Echtzeit, sondern aufgrund der finanziellen Dimension vermeintlich auch präziser als herkömmliche Umfragen oder Expertenbefragungen zu erfassen, greifen immer mehr Mainstream-Medien auf die aktuellen Daten der Plattform für ihre Berichterstattung zurück.

Dabei existierten Prognosemärkte bereits lange vor Krypto. Damit einzelne Märkte jedoch wirklich effizient sind, muss ihnen eine ausreichende Anzahl an Teilnehmern und Kapital zugrunde liegen - ein Problem, für das Blockchains als globale Zahlungsinfrastruktur die ideale Lösung darstellen.

Für Nate Silver wird darin auch die größte Herausforderung liegen. Wie kann Polymarket über die US-Wahl hinaus tausende effiziente Märkte mit tiefer Liquidität erzeugen? Gelingt es ihnen nicht, könnte Polymarket nicht die Breakout-App bleiben, als die sie derzeit gilt.



Stablecoin-Newbie USD0 sieht steiles Wachstum nach Start des Anreizprogramms

Quelle: DefiLlama

Angetrieben durch ein Anreizprogramm hat der US-Stablecoin USD0 des französischen Startups Usual Money knapp eine Woche nach Public Launch eine Marktkapitalisierung von über 100 Millionen USD erreicht. Anders als die Marktführer Tether und Circle baut das Protokoll seine Infrastruktur 100% onchain und möchte seine Nutzer direkt am Wachstum des Stablecoins beteiligen.

Zur Erinnerung: Stablecoin-Emittenten verfügen über eines der lukrativsten Geschäftsmodelle. Sie nehmen die Fiat-Einzahlungen ihrer Nutzer und investieren die Einlagen zu einem Großteil in kurzlaufende US-Staatsanleihen.

Gelddruckmaschine: Durch die dadurch erwirtschafteten Zinsen konnte Tether, der Emittent des größten Stablecoins USDT, im ersten Quartal dieses Jahres knapp über 1 Milliarde USD erwirtschaften - Renditen, an denen die Besitzer des Stablecoins nicht beteiligt werden.

Das möchte Usual Money nun ändern. Dafür hat das Team mit USD0 einen Stablecoin auf den Markt gebracht, der vollständig durch tokenisierte US-Staatsanleihen besichert ist und dessen Erträge künftig von den Besitzern des Governance-Tokens $USUAL verwaltet werden sollen.

  • Im Gegensatz zu USDT oder USDC soll USD0 dadurch nicht den Risiken des Mindestreserve-Systems der Geschäftsbanken unterliegen, die die Einlagen für Tether und Circle verwahren.
  • Zudem profitieren Nutzer von vollständiger Transparenz über die Reserven des Stablecoins.
  • Die Gewinne wiederum sollen nicht privatisiert, sondern von den Besitzern des Governance-Tokens $USUAL verwaltet werden.
  • Zu diesem Zweck werden im Laufe der Zeit 90% des Gesamtangebots von $USUAL an USD0-Holder verteilt, die USD0 Stablecoins im Protokoll hinterlegen. Davon werden 7,5% durch eine viermonatige Airdrop-Kampagne vergeben.

Zoom out: Seit Monaten können wir beobachten, wie eine neue Generation an Stablecoin-Protokollen (z.B. Ethena, Midas, Mountain Protocol) versucht, das Duopol von Tether und Circle aufzubrechen. Während die meisten dieser Protokolle durch die direkte Beteiligung der Stablecoin-Besitzer an den Renditen wachsen möchten, verfolgt Usual das Ziel, seine Nutzer zu Eigentümern des Protokolls zu machen.


Allium | 16,5 Millionen USD | Series A : Blockchain-Datenplattform.

Chainbase | 15 Millionen USD | Series A : Datennetzwerk, dass Informationen über alle Blockchain-Netzwerke hinweg aggregiert.

Mira | 9 Mio. USD | Seed : Infrastrukturanbieter für dezentrale KI-Anwendungen.

PEXX | 4,5 Mio. USD | Seed : Zahlungsplattform, die Krypto-Überweisungen auf Bankkonten erlaubt.

Liquidium | 2,75 Mio. USD | Seed : Lending-Protokoll für Bitcoin-Ordinals und Runes.


Jakob Schillinger ist der Gründer und CEO von Hermetica, einem DeFi-Protokoll auf dem Bitcoin-Netzwerk. Am Dienstag verkündete das Unternehmen den Launch von USDh, ihrem synthetischen Yield-bearing Dollar, der auf dem Runes Protokoll aufbaut und ähnlich zu Ethena durch eine BTC-basierte Delta-neutrale Strategie besichert ist.


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