Analyse

MUTARES -Dividende in Gefahr?

Bei Mutares ist man als Anleger kaum noch schlechte News gewöhnt. Doch vergangene Woche wurde Anlegern auch mal wieder das Risiko des Unternehmens vor Augen geführt.

Erwähnte Instrumente

  • Mutares SE & Co. KGaA
    ISIN: DE000A2NB650Kopiert
    Kursstand: 15,940 € (XETRA) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
    VerkaufenKaufen
  • Mutares SE & Co. KGaA - WKN: A2NB65 - ISIN: DE000A2NB650 - Kurs: 15,940 € (XETRA)

So musste man den Börsengang von Nordec in Finnland abblasen und eine neue Anleihe des Unternehmens wollte scheinbar auch niemand mehr kaufen. Schon zuvor gab es Gerüchte, dass ein Verkauf eines Unternehmens im Private Equity Markt gescheitert war. Dabei handelt es sich um die Tochter keeeper wie kunststoffweb.de berichtet hatte.

Geschäftsmodell unter Stress

Schlechte Unternehmen für wenig Geld zu kaufen, diese zu restrukturieren und sie dann mit hohem Gewinn weiterveräußern, dieses Geschäftsmodell hat sich in Deutschland bereits etabliert. Doch gerade, wenn der wirtschaftliche Stress steigt, neigen schwache Unternehmen dazu schnell in die Verlustzone zu rutschen und statt einer Restrukturierung steht eine Pleite ins Haus. Ein kalkuliertes Risiko von Unternehmen wie Mutares.

Aktuell materialisieren sich diese Risiken gerade in mehrfacher Hinsicht. Nachdem erste Verkaufspläne scheitern, ein Börsengang abgesagt werden musste und die Anleiherefinanzierung geplatzt ist, sollte Mutares erstmal kleinere Brötchen backen. Das heißt eventuell auch für die Aktionäre die Reduzierung der Dividende. Kommt es hart auf hart, eventuell auch mal ein Verzicht. Aurelius Aktionäre können von Dividendensenkungen jedenfalls ein Lied singen.

Doch Mutares hat dieses Jahr durchaus schon Erfolge gefeiert und rechtzeitig einige Deals auf der Kaufs- und Verkaufsseite unter Dach und Fach gebracht. Mehr als 4 Milliarden Jahresumsatz werden die konsolidierten Beteiligungen in etwa künftig erzielen. Für Zukäufe dürfte Mutares laut Hauck & Aufhäuser noch ca. 30 Mio. EUR in der Kasse übrig haben. Für große Sprünge reicht das nicht mehr.

Die Beratungserlöse, die Mutares von den Beteiligungs-Unternehmen als feste Gebühren vereinnahmt, dürften eine solide Basisdividende aber zunächst einmal absichern. Gewinnschätzungen sind aber naturgemäß nun extrem schwer. Alles hängt davon ab, wie schnell sich der Markt normalisiert und Mutares wieder Transaktionen fahren kann. Die Aktie erscheint mehr als eine Wette.

Fazit: Aktuell ist die Aktie für mich bestenfalls eine Halteposition. Nicht investierte Anleger sollten abwarten. Es könnten noch einige schlechte Neuigkeiten aus den Beteiligungen ins Haus stehen. Insolvenzen sind zumindest als Teil des Geschäftsmodells zu erwarten. Auf Gewinnschätzungen verzichte ich an dieser Stelle, da diese nur geraten wären.

Mutares SE & Co. KGaA
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Über den Experten

Sascha Gebhard
Sascha Gebhard
Redakteur

Sascha Gebhard hat nach einer klassischen Ausbildung zum Bankkaufmann im Laufe der Jahre bei verschiedenen Banken gearbeitet. Er absolvierte neben dem Beruf die Studiengänge zum Diplom-Betriebswirt (VWA) sowie den Finanz- und Investment Ökonom (VWA). Von 2008 bis 2016 war er als Eigenhändler auf eigene Rechnung an den Finanzmärkten aktiv. Weiterhin publizierte er für verschiedene Finanzverlage und schrieb zahlreiche Fachartikel rund um das Thema Börse. Die in den jeweiligen Diensten geführten Realgeld- sowie Musterdepots konnte stets überdurchschnittliche Renditen erwirtschaften. Sein Steckenpferd ist seit jeher der deutsche Aktienmarkt, wo er bestens vernetzt ist, und eine Vielzahl an Unternehmen bereits seit mehr als 15 Jahren aktiv verfolgt. Seit 2022 ist Sascha Gebhard fester Bestandteil des Redaktionsteams von stock3.

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