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18:28 Uhr, 30.04.2024

MFE setzt stellvertretenden Prosieben-Aufsichtsratschef ab

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Von Matthias Goldschmidt

FRANKFURT (Dow Jones) - Das Management von Prosiebensat1 muss keine Aufspaltung des Konzerns vorbereiten. Der Großaktionär MFE-Mediaforeurope konnte sich auf der Hauptversammlung nicht mit einem Antrag durchsetzen, der den Prosieben-Vorstand dazu verpflichtet hätte, eine Abspaltung der Segmente Commerce & Ventures sowie Dating & Video vom Kerngeschäft Unterhaltung vorzubereiten. Allerdings setzte MFE den stellvertretenden Aufsichtsratschef Rolf Nonnenmacher ab und setzte einen weiteren Gegenkandidaten durch. Auch der andere Großaktionär PPF, der einen Anteil von knapp 12 Prozent hält, bekam einen zusätzlichen Sitz im Aufsichtsrat.

Statt Nonnenmacher wird nun der ehemalige italienischen EY-Wirtschaftsprüfer Simone Scettri in das Kontrollgremium einziehen. Seine künftige Rolle im Aufsichtsrat ist bisher noch nicht klar, er habe sich dem Gremium noch nicht vorgestellt, sagte Chefkontrolleur Andreas Wiele auf der Hauptversammlung.

Zuvor hatten MFE und der tschechische Investor PPF bereits ihre Gegenkandidaten für den Aufsichtsrat durchgesetzt. Die Aktionäre wählten den ehemaligen italienischen Citibank-Investmentbanker Leopoldo Attolico, denn MFE aufgestellt hatte, und den früheren Medienmanager Christoph Mainusch.

Die von Prosiebensat1 angestrebte Wahl des Medienmanagers Pim Schmitz sowie die Wiederwahl von Marjorie Kaplan fanden somit keine Mehrheit. Gewählt wurde allerdings Klara Brachtlova, die seit Oktober gerichtlich bestellt im Aufsichtsrat sitzt und von Prosieben vorgeschlagen wurde. Sie repräsentiert PPF. Brachtlova erhielt gut 63 Prozent der Stimmen.

Der Vorschlag von MFE zur Reorganisation sah vor, die Segmente Commerce & Ventures sowie Dating & Video vom Kerngeschäft Entertainment abzuspalten und separat an die Börse zu bringen.

Sowohl Vorstandschef Bert Habets als auch Aufsichtsratschef Wiele hatten sich gegen das Ansinnen von MFE ausgesprochen. Die Forderung von MFE erreiche "weder das Ziel der Wertmaximierung noch der Entschuldung", sagte Habets in seiner Hauptversammlungsrede. "Und damit ist es weder für Prosiebensat1 noch für seine Aktionärinnen und Aktionäre attraktiv. Wir lehnen diesen Vorschlag daher ab." Eine solche Maßnahme wäre kostspielig und fordere die Aufmerksamkeit des Managements, das sich auf die Umsetzung der Strategie konzentrieren sollte.

Habets sieht den Verkauf einzelner Beteiligungen als den besseren Weg an, um Spielraum für Investitionen ins Unterhaltungsgeschäft zu schaffen. Für die Online-Parfümerie Flaconi und das Vergleichsportal Verivox wird dies bereits vorbereitet.

Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

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