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23:08 Uhr, 07.05.2026

Novo Nordisk erhöht Prognose, Techaktien eskalieren & Chancen in diesem Sektor

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In der aktuellen Ausgabe des Podcasts “Aktientalk” sprechen unser Goldesel Michael Flender und Daniel von Investflow über die Quartalszahlen von Novo Nordisk, die weiterhin heftige Rallye bei Techaktien und einen Sektor, der aktuell große Chancen bietet.

Außerdem blicken unsere Experten für euch auf die neue Konkurrenz im Logistik-Sektor, nachdem Amazon seine Logistik-Sparte auch für externe Kunden öffenen möchte und auf die starken Zahlen von AMD.

Warum Michael seine langfristige Position der DHL-Aktie nun überdenkt, ob Novo Nordisk nun über den Berg ist und warum AMD weiterhin so krass abliefert, das und vieles mehr erfahrt ihr in der aktuellen Podcast-Episode bei Apple Podcast, Spotify oder direkt bei Youtube.

Der Markt blendet fast alles aus und fokussiert sich auf KI

Eigentlich gibt es genügend Themen, die den Markt bremsen könnten. Der Konflikt rund um den Iran ist weiter ein Belastungsfaktor, besonders für Europa und den DAX, weil dort der Ölpreis deutlich stärker durchschlägt. Höhere Energiepreise sind für viele Unternehmen und Verbraucher alles andere als positiv.

In den USA sieht das Bild aber völlig anders aus. Vor allem der Nasdaq scheint sich davon kaum beeindrucken zu lassen. Mehr Inflation? Egal. Eskalationsrisiken? Egal. Hoher Ölpreis? Auch egal. Das wirkt fast absurd, weil natürlich auch US-Konsumenten unter höheren Preisen leiden. Gleichzeitig zeigen Aussagen der Notenbank und aktuelle Daten aber, dass Konsumausgaben und Arbeitsmarkt bislang weiter robust bleiben.

Am Ende wird momentan fast alles von einem Thema überlagert: Künstliche Intelligenz. Und dieser KI-Boom treibt nicht nur Nvidia, sondern mittlerweile einen immer größeren Teil des gesamten Technologiesektors. Besonders im Chipbereich geht es aktuell von einem Hoch ins nächste. Die Superlativen gehen einem da langsam wirklich aus.

Der Halbleitersektor läuft heiß und AMD liefert richtig ab

Wenn man den aktuellen Markt in einem Satz zusammenfassen müsste, dann vielleicht so: Chips gehen immer noch durch die Decke. Und AMD hat dieses Feuer jetzt noch einmal deutlich angefacht.

Die Zahlen waren stark. Besonders wichtig war dabei das Rechenzentrumsgeschäft. Die Data-Center-Umsätze stiegen um 57 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar und lagen damit über den Erwartungen. Auch der Ausblick für das zweite Quartal überzeugte. AMD stellte 11,2 Milliarden Dollar in Aussicht, während der Markt eher bei 10,5 Milliarden lag.

Das Entscheidende ist aber nicht nur das Quartal selbst, sondern der langfristige Ausblick. AMD sieht den Markt für Server-CPUs bis 2030 bei mehr als 120 Milliarden Dollar. Noch spannender: Die erwartete Wachstumsrate dieses Marktes wurde massiv angehoben. Statt wie noch im November mit 18 Prozent jährlich, rechnet man jetzt mit über 35 Prozent pro Jahr.

Das ist genau die Art von Botschaft, auf die die Börse aktuell komplett anspringt. Wenn ein Unternehmen in einem strategisch wichtigen KI-Bereich plötzlich eine Verdopplung der Wachstumsannahmen kommuniziert, dann wundert es nicht, dass die Aktie zweistellig anspringt und auf neue Hochs läuft.

Dazu kommt ein struktureller Trend, der für AMD und auch Intel sehr wichtig werden könnte: In KI-Systemen geht es nicht mehr nur um GPUs. Lange war das Verhältnis grob 8:1 zugunsten der GPUs. Inzwischen wird immer klarer, dass Agentensysteme und komplexere KI-Anwendungen auch deutlich mehr CPU-Leistung brauchen. Das Verhältnis dürfte sich in Richtung 4:1 und später möglicherweise sogar 1:1 bewegen.

Und genau hier liegt die Chance für AMD. Das Unternehmen ist nicht einfach nur ein Mitläufer des KI-Booms, sondern profitiert von einer Verschiebung innerhalb der Architektur der Rechenzentren.

Warum auch Intel plötzlich wieder gespielt wird

Besonders verrückt ist, dass sogar Intel wieder stark gefragt ist. Fundamental wirkt manches davon schon sehr ambitioniert, aber der Markt interessiert sich in solchen Phasen eben nicht nur für das Hier und Jetzt, sondern vor allem für die Story.

Ein Punkt, der Intel hilft: AMD ist bei der Fertigung stark von TSMC abhängig. Wenn dort die Kapazitäten knapp sind und Nvidia ebenfalls aggressiv ausbaut, könnte AMD früher als erwartet zusätzliche Fertigungspartner brauchen. Und da kommt Intel ins Spiel.

Das ist zwar paradox, weil Intel in vielen Bereichen direkter Konkurrent ist. Aber genau diese Mischung aus Wettbewerber und potenziellem Fertigungspartner macht die Story für den Markt gerade so interessant. Selbst Apple prüft offenbar, einen Teil seiner Produktion perspektivisch von TSMC zu Intel zu verlagern.

Ob das alles schon die Kursbewegungen rechtfertigt, ist eine andere Frage. Aber Momentum ist Momentum. Und an den US-Börsen gilt mehr denn je: Wenn eine Story gespielt wird, dann oft gnadenlos.

Speicher, Maschinenbauer und zweite Reihe: Die Rallye zieht immer weitere Kreise

Der Boom beschränkt sich längst nicht mehr nur auf die ganz großen Namen. Auch Speicherwerte wie Micron oder Sandisk laufen brutal. Früher galt dieser Bereich als extrem zyklisch. Mal himmelhoch jauchzend, mal am Rand des Zusammenbruchs. Der Markt glaubt inzwischen aber, dass KI-Rechenzentren die Nachfrage strukturell verändern.

Wenn langfristige Lieferverträge zunehmen und die Speicherpreise nicht mehr nur nach dem alten Zyklus laufen, dann werden aus diesen ehemals hochvolatilen Geschichten plötzlich ganz andere Modelle. Genau das preist der Markt aktuell ein.

Auch Ausrüster und Maschinenbauer profitieren. Aixtron ist so ein Beispiel, bei dem man fast nur noch mit offenem Mund auf den Chart schaut. Die Aktie hat in kurzer Zeit einen enormen Lauf hingelegt. Operativ war zuletzt zwar nicht alles perfekt, aber in solchen Phasen wird jede Hoffnung auf zukünftige KI-Nachfrage sofort gekauft.

Noch extremer ist es teilweise in kleineren Werten. Bei LPKF Laser hat eine Story rund um Advanced Packaging auf Glasbasis gereicht, um eine massive Kursbewegung auszulösen, obwohl das laufende Geschäft alles andere als glänzend ist. Das zeigt sehr klar: Der Markt bezahlt aktuell Fantasie, nicht nur aktuelle Zahlen.

Das kann lange gutgehen. Es kann aber eben auch bei einzelnen Werten jederzeit brutal korrigieren. Wer da neu hinterherspringt, sollte wissen, worauf er sich einlässt.

Amazon greift die Logistikbranche an DHL-Aktie verliert

Während Tech und Chips feiern, gibt es an anderer Stelle neue Sorgenkinder. Ein spannendes Thema ist gerade die Logistik. Amazon öffnet sein Logistiknetzwerk für Dritte und genau das hat Aktien wie DHL, UPS und FedEx unter Druck gesetzt.

Die Sorge ist nachvollziehbar. Amazon hat in den letzten Jahren eine riesige Infrastruktur aufgebaut, von Lagerrobotik über Zustellnetze bis hin zu eigenen Flugzeugen. Wer online handelt und perspektivisch über Amazon nicht nur Reichweite, sondern auch externe Logistikleistungen inklusive schneller Zustellung bekommt, könnte klassische Anbieter stärker unter Druck setzen.

Für DHL ist das nicht deshalb problematisch, weil morgen plötzlich die Hälfte des Geschäfts wegbricht. So schnell passiert das nicht. Aber es verändert den Investment Case. Denn Amazon ist eben nicht irgendein neuer Wettbewerber. Wenn einer der Big-Tech-Konzerne in einen Markt mit Kampfpreisen und hoher Effizienz hineingeht, sollte man aufmerksam werden.

DHL hatte eigentlich ordentliche Zahlen. Trotzdem ist die Unsicherheit da. Die spannende Frage wird sein, wie schnell Amazon Marktanteile gewinnen kann und welche Segmente besonders betroffen sind. Vor allem international verdient DHL viel Geld. Das klassische Briefgeschäft in Deutschland ist für die große Story kaum noch entscheidend.

Infineon gut, aber nicht gut genug für diesen Markt

Ein schönes Beispiel für die aktuelle Verfassung der Börse ist Infineon. Das Unternehmen hat die Prognose erhöht, die operative Entwicklung war ordentlich und die Margenziele wurden angehoben. Eigentlich also gute Nachrichten.

Trotzdem kam es eher zu Gewinnmitnahmen. Warum? Weil die Aktie schon brutal gelaufen war und der Markt aktuell in vielen Fällen mehr erwartet als nur solide Verbesserungen. Wenn eine Aktie von Ende März bis auf über 60 Euro steigt, dann reicht ein gutes Quartal eben manchmal nicht mehr. Dann muss es ein Feuerwerk sein.

Das heißt nicht, dass mit Infineon etwas nicht stimmt. Im Gegenteil. Aber es zeigt, wie hoch die Latte in manchen Bereichen inzwischen liegt. Und das ist auch ein Warnsignal: Nicht jede gute Nachricht führt in einem überhitzten Umfeld automatisch zu weiter steigenden Kursen.

Novo Nordisk erhöht die Prognose – Licht am Ende des Tunnels

Bei Novo Nordisk war die Stimmung zuletzt ziemlich am Boden. Mehrfach wurde enttäuscht, der Ausblick war schwach und viele Anleger hatten Sorge, dass die Talsohle noch nicht erreicht ist. Jetzt gab es zumindest wieder einen Lichtblick.

Der Konzern hat seine Prognose leicht erhöht. Der berichtete Umsatz stieg zwar um 32 Prozent, allerdings spielte dabei ein Sondereffekt eine Rolle. Bereinigt war der Umsatz um 4 Prozent rückläufig. Klingt auf den ersten Blick nicht besonders stark. Entscheidend ist aber: Der Markt hatte mit noch Schlimmerem gerechnet. Die Zielspanne hatte nämlich einen Rückgang von 5 bis 13 Prozent nahegelegt.

Auch der bereinigte operative Gewinn ging zurück, konkret um 6 Prozent. Das ist keine Traumzahl. Aber in der aktuellen Situation war wichtig, dass die Entwicklung weniger schlecht ausfiel als befürchtet.

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Warum die Abnehmpille der große Hoffnungsträger ist

Der eigentliche Stimmungsumschwung kommt von einem anderen Punkt: die orale GLP-1-Pille. Und deren Start scheint wirklich stark zu sein.

  • Mehr als 200.000 Verschreibungen pro Woche im April
  • Der stärkste Start eines GLP-1-Produkts bisher
  • Umsatz von 2,26 Milliarden dänischen Kronen
  • Bereits über eine Million Nutzer

Das sind Zahlen, die Mut machen. Vor allem, weil der Start offenbar stärker ausfällt als bei der vergleichbaren Pille von Eli Lilly. Zusätzlich gab es positive Nachrichten aus der Pipeline. Dazu gehört unter anderem eine hochdosierte Wegovy-Version, die im März von der FDA zugelassen wurde. Auch Hinweise auf potenzielle weitere Einsatzgebiete, etwa im Bereich Alkoholkrankheit, sorgen für Fantasie.

Natürlich muss man fair bleiben. Die Pille ist aktuell noch ein relativ kleiner Teil des Gesamtumsatzes. Sie reicht also noch nicht aus, um die Ergebnisentwicklung des Konzerns komplett zu drehen. Aber sie ist ein wichtiges Signal dafür, dass Novo Nordisk neue Wachstumstreiber aufbauen kann.

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Cybersecurity-Sektor vor massiver Outperformance?

Ein Bereich, der im Schatten des KI-Hypes fast ein wenig untergeht, ist Cybersecurity. Dabei könnte genau dieser Sektor zu den größten Profiteuren der nächsten Jahre gehören.

Der Grund ist simpel: Je leistungsfähiger KI-Modelle werden, desto gefährlicher werden sie auch im Bereich digitaler Angriffe. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel kommt von Anthropic. Dort wurde ein neues Modell vorgestellt, das massive Mengen an Sicherheitslücken aufdecken kann.

Frühere Modelle fanden im Firefox-Browser rund 20 Schwachstellen. Das neue Modell entdeckte fast 300. Insgesamt wurden über verschiedene Softwaresysteme hinweg hunderttausende Sicherheitslücken identifiziert, teilweise jahrzehntealte.

Das ist so brisant, dass der Zugang bewusst eingeschränkt wurde. Das Modell ist nicht öffentlich verfügbar, sondern nur ausgewählten Partnern für Verteidigungszwecke zugänglich. Genau darin liegt aber die eigentliche Botschaft: KI macht Cyberangriffe nicht nur effizienter, sondern skaliert sie in einer völlig neuen Dimension.

Wenn selbst heutige Systeme in der Breite solche Lücken offenbaren, wird klar, warum Unternehmen und Behörden ihre Sicherheitsbudgets kaum zurückfahren können. Eher im Gegenteil.

Was das für Cybersecurity-Aktien bedeutet

Viele Cybersecurity-Titel haben in den letzten Wochen und Monaten relativ schwach ausgesehen, zumindest im Vergleich zu klassischen KI-Gewinnern aus dem Chip- oder Cloudbereich.

Langfristig spricht vieles dafür, dass Investitionen in Sicherheit eher zunehmen werden. Unternehmen wie CrowdStrike, Cloudflare, Zscaler oder Fastly bewegen sich in einem Umfeld, das durch KI eher wichtiger als unwichtiger wird.

Man sollte allerdings auch hier nicht blind alles kaufen. Viele Aktien sind trotz Rücksetzern immer noch ordentlich bewertet. Aber die grundsätzliche Richtung stimmt. Wenn KI zur Basistechnologie wird, dann wird Cybersecurity zum Pflichtprogramm.

Die große Cloud-Wette: Abhängigkeit von Anthropic und OpenAI nimmt zu

Ein weiteres Thema, das man im KI-Rausch nicht vergessen sollte: Die großen Cloudanbieter hängen inzwischen erstaunlich stark an wenigen KI-Kunden.

Besonders spannend ist dabei Anthropic. Berichten zufolge will das Unternehmen in den kommenden fünf Jahren rund 200 Milliarden Dollar in Googles Cloud- und Chiptechnologie investieren. Das ist eine gewaltige Summe und erklärt mit, warum der Auftragsbestand in der Google-Cloud zuletzt so stark gestiegen ist.

Die Konzentration ist dabei enorm. Bei Google macht Anthropic inzwischen mehr als 40 Prozent des offen gelegten Auftragsbestands aus. Auch bei Microsoft, Oracle und Amazon spielen Anthropic und OpenAI eine riesige Rolle. Zusammengenommen hängt etwa die Hälfte der Cloud-Auftragsbestände dieser Unternehmen an genau diesen beiden Kunden.

Das ist Fluch und Segen zugleich. Solange OpenAI und Anthropic weiter aggressiv investieren, läuft die Party. Sollte dort aber etwas ins Stocken geraten, könnten die Auswirkungen erheblich sein.

Gerade deshalb ist es wichtig zu unterscheiden, welche Anbieter nicht nur von externen KI-Kunden leben, sondern auch selbst starke Produkte besitzen. Und da sieht Google im Moment besonders gut aus.

Warum Alphabet aktuell stärker wahrgenommen wird als Microsoft

Alphabet profitiert nicht nur über die Cloud, sondern auch mit den eigenen Modellen wie Gemini und über das Kerngeschäft in der Suche. Das Unternehmen steht also auf mehreren Beinen. Microsoft ist in der öffentlichen Wahrnehmung dagegen stärker an den Erfolg von OpenAI gekoppelt.

Das bedeutet nicht, dass Microsoft schlecht aufgestellt ist. Aber es erklärt, warum Alphabet zuletzt am Markt positiver bewertet wurde. Google hat mit Gemini eine eigene starke KI-Story, profitiert operativ in der Suche und kassiert gleichzeitig über Cloud-Aufträge mit.

Das ist ein sehr komfortables Setup. Und genau deshalb wird Alphabet derzeit von vielen als einer der stabileren Gewinner der KI-Infrastrukturwelle gesehen.

Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte

Der Autor ist in den folgenden besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse investiert: Microsoft.

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