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10:30 Uhr, 31.08.2026

Managed Futures im ETF: So setzt BNP auf steigende und fallende Märkte

Der BNP Paribas Easy Managed Futures ETF arbeitet mit einem Trendmodell und kann bei Aktien, Anleihen, Währungen und Rohstoffen Long- oder Short-Positionen eingehen. Nicht gerade ein klassischer ETF, aber gerade deswegen interessant. Häufige Richtungswechsel können der Strategie allerdings Probleme bereiten.

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  • ISIN: LU3307218399Kopiert
    Kursstand: 10,406 € (L&S) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
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  • BNP PARIBAS EASY MANAGED FUTURES UCITS ETF Capitalisation - WKN: A42CKK - ISIN: LU3307218399 - Kurs: 10,406 € (L&S)

Der August zeigt ziemlich gut, welche Marktbewegungen für einen Trendfolger interessant sind und wo die Schwierigkeiten beginnen. Anfang des Monats kostete Brent zeitweise rund 82 USD je Barrel, zum Monatsende waren es wieder mehr als 90 USD. Gleichzeitig erreichte die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen Ende August den höchsten Stand seit 2007. Auch bei Währungen und Edelmetallen gab es größere Bewegungen.

Solche Trends versucht der BNP Paribas Easy Managed Futures UCITS ETF Capitalisation (ISIN: LU3307218399, WKN: A42CKK) systematisch zu nutzen. BNP Paribas legte den aktiv gemanagten ETF am 29. Mai 2026 auf, entsprechend jung ist die Historie. Man sollte sich diesen ETF erstmal auf die Watchlist legen und beobachten.

Eine herausragende Besonderheit des Produkts: Der ETF ist nicht dauerhaft auf steigende Aktien, Anleihen oder Rohstoffpreise angewiesen. Erkennt das Modell einen Abwärtstrend, kann es Short-Positionen aufbauen und damit von fallenden Kursen profitieren.

Allerdings - wie jeder Anleger hoffentlich weiß - bedeutet ein bewegter Markt keineswegs automatisch hohe Gewinne. Drehen Kurse schnell und häufig ihre Richtung, kann leider genau das Gegenteil passieren.

Die Suche nach Trends

"Managed Futures" bezeichnet systematische Anlagestrategien mit Terminkontrakten. Ein Future ist ein standardisierter Kontrakt, über den sich beispielsweise die Kursentwicklung eines Aktienindex, einer Staatsanleihe oder eines Rohstoffs handeln lässt.

Das Modell von BNP Paribas untersucht dafür verschiedene Anlageklassen von Aktien über festverzinsliche Wertpapiere und Währungen bis hin zu Rohstoffen. Das System "erkennt" Aufwärts-und Abwärtstrends und kann entsprechend Long-oder Short-Positionen aufbauen.

Fundamentaldaten spielen dabei keine Rolle. Das Modell muss also nicht entscheiden, ob der S&P 500 zu teuer ist, ob eine Staatsanleihe fundamental attraktiv erscheint oder welcher Ölpreis gerechtfertigt wäre. Entscheidend ist, ob die Kursdaten einen Trend signalisieren.

Daraus lässt sich selbstverständlich keine konkrete Renditeerwartung für den BNP-ETF ableiten. Auch das beste Modell kann nicht verlässlich in die Zukunft schauen. BNP veröffentlicht die Grundprinzipien, legt die Berechnung seiner Handelssignale jedoch nicht offen.

Long und Short über vier Anlageklassen

Die Allokation des ETF-Vermögens wird täglich anhand der erkannten Markttrends neu bestimmt. Zusätzlich berücksichtigt das Modell, welchen Beitrag einzelne Positionen zum Gesamtrisiko leisten. Auch Diversifikation und Liquidität fließen in die Positionsgrößen ein.

Das eröffnet sehr unterschiedliche Kombinationsmöglichkeiten. Ein länger anhaltender Aktienanstieg könnte beispielsweise zu Long-Positionen auf Aktienindizes führen. Fallen gleichzeitig die Kurse von Staatsanleihen aufgrund steigender Renditen, wären dort Short-Positionen möglich. Ein Rohstoff kann wiederum völlig unabhängig davon long oder short positioniert sein.

Welche Richtung das Modell aktuell bei einzelnen Märkten eingeschlagen hat, lässt sich aus den öffentlich verfügbaren Produktinformationen nicht ablesen. Anleger kaufen hier also keine transparente Zusammenstellung klar vorgegebener Positionen wie bei einem klassischen Index-ETF. Es handelt sich um einen völlig anderen Ansatz.

BNP begrenzt das Rohstoffuniversum zudem. Agrarrohstoffe sind zum Beispiel ausgeschlossen.

Der ETF bildet die Strategie über Swaps ab

BNP setzt die Managed-Futures-Strategie synthetisch über Total Return Swaps um.

Ein Total Return Swap, kurz TRS, ist ein Tauschgeschäft mit einer Bank oder einer anderen Finanzmarktpartei. So erhält der ETF die wirtschaftliche Wertentwicklung der Managed-Futures-Strategie, dafür werden entsprechende Zahlungsströme zwischen Fonds und Swap-Partner ausgetauscht.

Der Vollständigkeit halber: Eine Swap-Konstruktion bringt immer auch ein Kontrahentenrisiko mit sich. Damit ist das theoretische Risiko gemeint, dass ein Vertragspartner seine Verpflichtungen aus einem außerbörslichen Derivategeschäft nicht erfüllen kann. Die UCITS-Struktur von ETFs begrenzt solche Risiken regulatorisch, sie sollten auch deswegen nicht im Fokus der Überlegungen stehen, ob das Produkt als Anlage geeignet ist.

Das Risikomodell zielt auf 10 bis 15 % Volatilität

Die BNP-Strategie strebt eine annualisierte Volatilität zwischen 10 und 15 % an. Steigen die Risiken an einzelnen Märkten, kann das Modell Positionen entsprechend verkleinern, ruhigere Märkte erlauben grundsätzlich größere Engagements. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass beispielsweise ein besonders volatiler Rohstoff das gesamte Portfolio dominiert.

Extreme Marktbewegungen oder ein ungünstiges Zusammenspiel verschiedener Positionen können zu größeren Schwankungen führen. Das Basisinformationsblatt stuft den ETF in die Risikoklasse 4 von 7 ein.

Die wichtigsten Produktdaten

Merkmal Daten
Produkt BNP Paribas Easy Managed Futures UCITS ETF Capitalisation
ISIN / WKN LU3307218399 / A42CKK
Strategie Systematische Trendfolge mit Long- und Short-Positionen
Anlageuniversum Aktien, Anleihen, Währungen und Rohstoffe
Benchmark Keine, aktiv verwaltet
Umsetzung Synthetisch über Total Return Swaps
Zielvolatilität 10 bis 15 % p.a.
Laufende Kosten 0,60 % p.a.
Geschätzte Transaktionskosten 0,20 % p.a.
Fondsvolumen rund 11 Mio. EUR, Stand 28.08.2026
Ertragsverwendung Thesaurierend

Mit 0,60 % laufenden Kosten pro Jahr ist das Produkt erheblich teurer als ein einfacher Aktien- oder Anleihen-ETF. Das Basisinformationsblatt veranschlagt zusätzlich Transaktionskosten von 0,20 % pro Jahr. Insgesamt recht teuer, dafür gibt es aber keine Erfolgsbeteiligung für den Emittenten. man darf dabei nicht vergessen, dass es sich nicht um den typischen passiven ETF-Ansatz handelt. Hier entsteht durch das aktive Management zusätzlicher Aufwand, der auch höhere Gebühren rechtfertigt.

Mit rund 11 Mio. EUR ist das Fondsvolumen bislang sehr klein. Das relativiert sich freilich durch das geringe Alter des Produkts.

Schnelle Richtungswechsel sind ein Problem

Schwierig sind für einen solchen Ansatz Märkte, die wiederholt und schnell die Richtung wechseln. Für solche Situationen gibt es im Englischen den Begriff "Whipsaw". Gemeint ist ein Markt, der ein Handelssystem durch schnelle Richtungswechsel mehrfach auf dem falschen Fuß erwischt.

Trendfolge braucht keine bestimmte Richtung, wohl aber ausreichend dauerhafte Bewegungen. Ein monatelanger Rückgang kann genauso interessant sein wie eine lange Rally. Eine nervöse Seitwärtsphase mit ständig wechselnden Signalen ist dagegen ungünstig.

Noch fehlt die Historie des konkreten ETF

Für eine fundierte Beurteilung des BNP Paribas Easy Managed Futures UCITS ETF fehlt bislang eine längere reale Wertentwicklung. Aus der kurzen Historie lässt sich über die Qualität des Modells als Anleger oder Beobachter praktisch noch nichts ableiten, auch wenn man natürlich davon ausgehen kann, dass der Ansatz intern lange getestet wurde.

BNP PARIBAS EASY MANAGED FUTURES UCITS ETF Capitalisation
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Interessant ist das Produkt aber trotzdem aufgrund seiner Konstruktion. Als Anleger erhält man in diesem ETF Zugang zu einer systematischen Long/Short-Strategie über mehrere Anlageklassen. Das ist etwas das man zwar in der Theorie auch selber hinkriegen würde, das wäre aber mit sehr hohem Aufwand und zudem müsste man sich auch noch selbst ein Modell erarbeiten.

Als klassisches Basisinvestment ist der ETF eher nicht geeignet auch von BNP bestimmt nicht so erdacht. Aber als Beimischung für risikoaffine Anleger ist dieser aktiv verwaltete ETF, der einen gewissen Pepp ins Depot bringt, durchaus einen Blick wert.

Ich würde das Produkt erstmal auf die Watchlist nehmen und beobachten, wie sich der ETF im Herbst schlägt, in den "korrekturaffinen" Monaten September und Oktober.

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