MÄRKTE USA/Geopolitik und hohe Inflation dämpfen Börsenstimmung
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(Wiederholung)
DOW JONES--Schwächer haben sich die US-Börsen am Mittwoch gezeigt. Neben den viel beachteten Einzelhandelsumsätzen, die im November stärker als veranschlagt gesteigert wurden, sind die Erzeugerpreise im November einen Tick niedriger als gedacht ausgefallen. Gleichwohl bewegt sich die Inflation noch immer auf hohem Niveau und über dem Ziel der US-Notenbank, wie Beobachter anmerkten. Der Wirtschaftsbericht "Beige Book" der US-Notenbank zeugte von einer höheren Wirtschaftsaktivität, setzte am Markt aber keine Akzente.
Eine für Mittwoch erwartete Entscheidung des Obersten Gerichtshofs zu den von US-Präsident Donald Trump verhängten Einfuhrzöllen mit Hilfe des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) blieb abermals aus. Das Herzstück von Trumps Wirtschaftspolitik könnte vom Gericht gekippt werden. Sollten die Richter die IEEPA-Zölle beerdigen, dürfte diese Entscheidung eigentlich positiv von der Börse aufgenommen werden. Doch wisse man nicht, zu welchen Maßnahmen Trump dann greife, hieß es im Handel. Daher hätten sich die Anleger zunächst zurückgehalten.
In dieser Gemengelage verlor der Dow-Jones-Index 0,1 Prozent auf 49.150 Punkte. Der S&P-500 fiel um 0,5 Prozent. Beide Indizes notieren jedoch noch immer in der Nähe ihrer zu Beginn der Woche erreichten Rekordstände. Der Nasdaq-Composite büßte 1 Prozent ein. Die Zahl der Kursgewinner an der Nyse belief sich auf 1.718 (Dienstag: 1.477). Ihnen standen 1.037 (1.288) Verlierer gegenüber. Unverändert gingen 57 (73) Titel aus dem Handel.
Auch das Treffen von US-Vizepräsident Vance und Außenminister Rubio mit den Außenministern Dänemarks und Grönlands, Lars Løkke Rasmussen und Vivian Motzfeldt, wegen der Grönland-Spannungen habe die Anleger verunsichert, hieß es weiter. Das Treffen dauerte etwa eine Stunde. Kurz zuvor hatten beide Seiten ihre unterschiedlichen Positionen zur Zukunft des dänischen Territoriums Grönland bekräftigt.
Im Raum stand auch ein möglicher Militärschlag der USA gegen den Iran. Präsident Trump hatte in Richtung der gegen das Regime in Teheran Demonstrierenden gesagt, dass "Hilfe unterwegs sei". Das wurde als Hinweis darauf gedeutet, dass die USA bald im Iran intervenieren könnten, um die Protestierenden zu unterstützen. Im Verlauf des Mittwochs kamen jedoch wieder etwas moderatere Töne aus dem Weißen Haus. Trump sagte, das "Töten im Iran hört auf". Dies wurde als Zeichen einer Deeskalation zwischen Washington und Teheran interpretiert.
Zudem waren weitere wichtige Viertquartalszahlen aus dem Bankensektor veröffentlich worden. Mit JP Morgan "haben die Dinge nicht gerade auf vielversprechende Weise begonnen (...)", verwies Marktstratege Michael Brown von Pepperstone auf die Geschäftszahlen vom Vortag aus dem Sektor. Bank of America sanken um 3,7 Prozent. Die Bank hat von höheren Zinserträgen und gestiegenen Einnahmen im Aktienhandel profitiert. Sie steigerte den Gewinn deutlich und schnitt etwas besser ab als von Analysten erwartet. Allerdings warnte die Bank vor den Folgen einer Zinsobergrenze für Kreditkarten, wie Trump sie ins Spiel gebracht hatte. Der Verkauf des Russland-Geschäfts hat der Citigroup einen Gewinnrückgang beschert. Bereinigt verdiente die Bank mehr als veranschlagt - der Kurs fiel gleichwohl um 3,4 Prozent. Wells Fargo verfehlte die Erwartungen der Analysten dagegen, der Kurs gab 4,6 Prozent ab.
Die Aktien von Nvidia verbilligten sich um 1,4 Prozent, nachdem die Trump-Regierung mitgeteilt hatte, dass das Unternehmen neue Sicherheitsanforderungen erfüllen müsse, um seine H200-Chips an China zu verkaufen. Auch andere Chipaktien verzeichneten Verluste. Netflix sanken um 2 Prozent. Der Streamingdienst hat offenbar ein reines Barangebot für die Studio- und HBO-Max-Sparten von Warner Bros. Discovery vorbereitet. Netflix-Konkurrent Paramount hatte im Dezember ein feindliches reines Barangebot für Warner unterbreitet, das Warner (-0,8%) jedoch ablehnte.
Fortinet (-2,5%) gaben nach. Chinesische Behörden wollen den Einsatz von Cybersicherheits-Software aus den USA und Israel laut einem Bericht untersagen.
Befürchtungen eines US-Angriffs auf den Iran und die sinkenden Aktienkurse verschafften dem Anleihemarkt Zulauf. Daneben hielten die günstigen Inflationsdaten die Hoffnungen auf Zinssenkungen im Jahresverlauf am Köcheln. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sank um 3 Basispunkte auf 4,14 Prozent. Der Dollar-Index gab mit sinkenden Marktzinsen um 0,1 Prozent nach. Der Goldpreis tendierte fester, doch war dies schon vor den Daten so. Händler verwiesen auf die Lage im Iran und die Suche nach vermeintlicher Sicherheit.
Volatil zeigten sich die Ölpreise. Zeitweise stützten Spekulationen auf einen unmittelbar bevorstehenden US-Militärschlag gegen das Mullah-Regime im Iran die Preise. Letztlich überwog aber die Befürchtung eines Überangebots, nachdem die wöchentlichen Daten zu den US-Ölvorräten wider Erwarten einen Aufbau gezeigt hatten. Auch die nun wieder beschwichtigerenden Töne Trumps zur Lage im Iran drückten die Preise.
=== INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD DJIA 49.149,63 -0,1% -42,36 +2,3% S&P-500 6.926,60 -0,5% -37,14 +1,7% NASDAQ Comp 23.471,75 -1,0% -238,12 +2,0% NASDAQ 100 25.465,94 -1,1% -276,01 +1,9% DEVISEN zuletzt +/- % 0:00 Di, 20:40 Uhr % YTD EUR/USD 1,1644 -0,0% 1,1645 1,1648 -0,9% EUR/JPY 184,63 -0,4% 185,31 185,36 +0,6% EUR/CHF 0,9319 -0,1% 0,9327 0,9328 +0,2% EUR/GBP 0,8667 -0,1% 0,8674 0,8672 -0,6% USD/JPY 158,56 -0,4% 159,13 159,13 +1,5% GBP/USD 1,3434 +0,1% 1,3423 1,3432 -0,3% USD/CNY 7,0087 +0,0% 7,0076 7,0094 -0,3% USD/CNH 6,9711 -0,0% 6,9745 6,9747 -0,0% AUS/USD 0,6684 -0,1% 0,6689 0,6681 +0,2% Bitcoin/USD 97.504,05 +1,9% 95.666,20 94.004,60 +6,6% ROHOEL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 60,13 61,15 -1,7% -1,02 +6,3% Brent/ICE 64,48 65,47 -1,5% -0,99 +7,5% METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold 4.630,64 4.586,75 +1,0% 43,89 +6,2% Silber 93,05 86,95 +7,0% 6,10 +21,9% Platin 2.069,41 1.997,66 +3,6% 71,75 +13,9% Kupfer 6,10 6,02 +1,4% 0,08 +5,0% YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags (Angaben ohne Gewähr) ===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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