MÄRKTE USA/Freundlich - Diplomatie ist Trumpf - Chipaktien im Sog von Arm sehr fest
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Von Steffen Gosenheimer
DOW JONES--Diplomatische Bemühungen, einen Waffenstillstand im Nahen Osten herbeizuführen, sorgen am Mittwoch an den US-Börsen für vorsichtigen Optimismus. Die USA haben dem Iran laut Regierungsvertretern einen 15-Punkteplan zur Beendigung des Krieges übermittelt. Der Iran wird unter anderem aufgefordert, seine drei wichtigsten Atomanlagen abzubauen, die Arbeit an ballistischen Raketen einzustellen, die Unterstützung für Stellvertretergruppen einzuschränken und die Straße von Hormus vollständig wieder zu öffnen. Im Gegenzug sollen mit dem Atomprogramm stehenden Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden.
Dass der Iran dies laut dem iranischen Sender Press TV unter Berufung auf einen ranghohen Angehörigen des Regimes ablehnt und seinerseits Bedingungen für einen Waffenstillstand darlegt, stört nur bedingt, weil die Tatsache, dass überhaupt an einer diplomatischen Lösung gearbeitet wird, bereits Zuversicht schürt. Der Iran fordert ein Ende der Angriffe durch die USA und Israel sowie konkrete Garantien, um ein erneutes Aufflammen des Krieges zu verhindern; außerdem die Anerkennung der iranischen Souveränität über die Straße von Hormus und finanzielle Entschädigung für die durch den Konflikt verursachten Schäden.
Zur Mittagszeit in New York liegt der Dow-Jones-Index 0,7 Prozent höher bei 46.426 Punkten. Der breite S&P-500 verbessert sich um 0,6 Prozent, die Nasdaq-Indizes kommen um bis zu 0,8 Prozent voran. Alle Indizes liegen damit einiges unter den frühen Tageshochs. "Kriege müssen selten enden, bevor die Märkte ihren Tiefpunkt erreichen. Investoren neigen dazu, aktiv zu werden, sobald die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Eskalation zu sinken beginnt", kommentiert Analystin Charu Chanana von Saxo Bank.
Unterstützung kommt von den Ölpreisen. Sie geben um bis zu 3 Prozent nach, Brent-Öl kostet rund 101,30 Dollar. Dass sich die Rohöllagerbestände in den USA in der Woche zum 20. März wider Erwarten ausgeweitet haben, wird zwar wohlwollend zur Kenntnis genommen, spielt für die Preisfindung aktuell aber keine Rolle.
Die Renditen der US-Staatsanleihen geben mit den sinkenden Ölpreisen kräftig nach, denn durch fallende Erdölpreise reduzieren sich Inflations- und Zinserhöhungssorgen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen verliert 7 Basispunkte auf 4,33 Prozent. Stärker als erwartet gestiegene US-Importpreise im Februar gehen in der aktuellen Gemengelage unter.
Der Dollar zieht etwas an, der Euro fällt auf 1,1570 zurück. Beim Gold kommt es nach den jüngsten Verlusten zu einer Gegenbewegung, unterstützt von den sinkenden Marktzinsen. Die Feinunze verteuert sich um 2,0 Prozent auf 4.562 Dollar.
Arm-Ziele sorgen für Zuversicht im Chipsektor
Am Aktienmarkt schießen Arm Holdings um knapp 20 Prozent nach oben. Treiber sind laut Händlern ehrgeizige Umsatzziele mit einem eigenen KI-Datenzentrumschip. Das zieht auch die Kurse anderer Chiphersteller nach oben. AMD legen um über 6 Prozent zu, Intel um gut 7 und Nvidia um 2,5 Prozent.
Terns Pharmaceuticals werden 5,5 Prozent höher gehandelt, nachdem der Pharmariese Merck & Co angekündigt hat, das Onkologieunternehmen übernehmen zu wollen - entsprechend einem ungefähren Eigenkapitalwert von 6,7 Milliarden Dollar. Mecrk steigen um 2,7 Prozent. Robinhood Markets springen um 6,9 Prozent nach oben. Das Brokerhauses hat ein Aktienrückkaufprogramm im Umfang von bis zu 1,5 Milliarden Dollar aufgesetzt.
Paychex machen 0,5 Prozent gut, angetrieben von gut ausgefallenen Geschäftszahlen des Spezialisten für das Outsourcing von Dienstleistungen. Chewy reagieren mit einem Sprung um gut 11 Prozent auf besser als erwartet ausgefallene Geschäftszahlen des Online-Händlers für Haustierbedarf.
KB Home verbilligen sich um 5,7 Prozent. Der Hausbauer hat seine Jahresprognose gesenkt und gewarnt, dass der Konflikt im Nahen Osten die Unsicherheit auf dem Immobilienmarkt erhöhen könnte. Gamestop gewinnen 0,5 Prozent. Der Videospielhändler hat einen geringeren Gewinn und Umsatz gemeldet, wobei der Überschuss dennoch die Markterwartungen übertrifft.
Meta Platforms liegen 0,9 Prozent höher. Die Mutter von Facebook und Instagram hat Anreize für Führungskräfte eingeführt, die an das Erreichen einer Marktkapitalisierung von 9 Billionen Dollar bis 2031 geknüpft sind. Zum Börsenschluss am Dienstag lag sie bei 1,5 Billionen. Digitalocean geben um 2,4 Prozent nach mit Plänen einer Kapitalerhöhung über 700 Millionen Dollar.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag DJIA 46.425,77 +0,7 +301,71 46.124,06 S&P-500 6.596,43 +0,6 +40,06 6.556,37 NASDAQ Comp 21.946,53 +0,8 +184,63 21.761,89 NASDAQ 100 24.170,48 +0,7 +168,03 24.002,45 US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 3,88 -0,05 3,91 3,85 5 Jahre 3,96 -0,07 3,99 3,94 10 Jahre 4,32 -0,07 4,36 4,31 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:59 EUR/USD 1,1566 -0,4 -0,0041 1,1607 1,1583 EUR/JPY 184,17 -0,0 -0,0100 184,18 184,0800 EUR/CHF 0,9154 +0,1 0,0006 0,9148 0,9161 EUR/GBP 0,865 -0,0 -0,0001 0,8651 0,8652 USD/JPY 159,22 +0,3 0,5400 158,68 158,9100 GBP/USD 1,3369 -0,3 -0,0040 1,3409 1,3380 USD/CNY 6,9011 +0,1 0,0093 6,8918 6,8918 USD/CNH 6,904 +0,2 0,0130 6,8910 6,8974 AUS/USD 0,6959 -0,5 -0,0034 0,6993 0,6966 Bitcoin/USD 70.854,78 +1,1 792,99 70.061,79 69.444,30 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 90,31 -2,2 -2,04 92,35 Brent/ICE 101,22 -3,1 -3,27 104,49 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.562,00 +2,0 88,42 4.473,59 Silber 72,57 +1,9 1,35 71,22 Platin 1.953,79 +1,0 19,11 1.934,68 ===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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