MÄRKTE EUROPA/Börsen von Nahost-Diplomatie gestützt
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DOW JONES--Die Börsianer in Europa haben am Mittwoch auf eine diplomatische Lösung des Irankrieges gesetzt und Aktien gekauft. Die USA hatten dem Iran laut Regierungsvertretern einen Plan zur Beendigung des Krieges übermittelt. Nachdem die darin enthaltenen Forderungen von Teheran zurückgewiesen und mit eigenen Forderungen gekontert wurden, kamen die Aktien von den Hochs zwar etwas zurück. Allerdings überwog am Markt, dass überhaupt an einer diplomatischen Lösung des Konflikts gearbeitet wird.
Dazu kamen auch die Ölpreise zurück - die europäische Rohölsorte kämpfte mit der Marke von 100 Dollar je Fass und wurde somit deutlich unter den jüngsten Höchstständen von knapp 120 Dollar gehandelt. Günstig wirkten daneben sinkende Renditen am Anleihemarkt. Die deutsche Zehnjahresrendite sank um 2 Basispunkte auf 2,96 Prozent.
Der DAX gewann 1,4 Prozent auf 22.957 Punkte, im Tageshoch hatte er bei 23.079 gestanden. Für den Euro-Stoxx-50 ging es um 1,2 Prozent nach oben. Für eine Entwarnung ist es nach Einschätzung des Vermögensverwalters QC Partners aber noch zu früh. "Die Schwankungen werden erst einmal hoch bleiben. Und auch neue Kursverluste sind mit jeder Nachricht aus den USA bzw. dem Iran jederzeit möglich", warnte Stratege Thomas Altmann. Klar sei aber, dass es auch im Fall eines Friedens lange dauern werde, bis die Weltwirtschaft zum normalen Tagesgeschäft übergehen könne. Viele Energieanlagen seien beschädigt.
Weitgehend ignoriert wurde im aktuellen Umfeld der Ifo-Geschäftsklimaindex, zumal sich dieser im März wie erwartet deutlich eingetrübt hatte. "Verwunderlich ist das nicht, die zarten Konjunkturhoffnungen der deutschen Wirtschaft verpuffen aufgrund der Krise im Nahen Osten immer mehr", urteilte die DZ Bank.
Der DAX wurde angeführt von Siemens Energy mit einem Aufschlag von 4,6 Prozent. Die weiterhin hohen Ölpreise und die Erwartung, dass diese auch nach Kriegsende wegen der stark beschädigten Infrastruktur am Persischen Golf nicht so schnell fallen dürften, stütze das Geschäftsmodell, hieß es.
Am Aktienmarkt lagen die als defensiv geltenden Pharmaaktien an der Spitze mit einem Subindexplus von 2,0 Prozent. Dahinter rangierten zyklische Industrie- und Rohstoffaktien mit plus 1,7 bzw 1,6 Prozent.
Lanxess schossen nach einer Hochstufung auf "Overweight" durch JP Morgan um 17,4 Prozent nach oben. Nach Ansicht der Analysten ist Lanxess am besten für das kurzfristige Aufwärtspotenzial aufgrund des Nahostkonflikts gerüstet. Derweil teilte der Spezialchemiekonzern mit, die Preise für seine Produkte aus dem Geschäftsbereich Anorganische Pigmente um bis zu 20 Prozent zu erhöhen wegen deutlich gestiegener Kosten infolge andauernder geopolitischer Spannungen, insbesondere für Energie, kritische Rohstoffe und Logistik.
Puma stiegen um 4,1 Prozent. Grund dafür waren starke Geschäftszahlen des chinesischen Sportartikelhändlers Anta Sports, der zum größten Aktionär des deutschen Konzerns aufsteigen soll. Anta hatte sich im Januar auf den Kauf einer Beteiligung von 29 Prozent an Puma geeinigt. Jenoptik kletterten nach endgültigen Geschäftszahlen um 14,6 Prozent nach oben. Diese enthielten keine Überraschungen, gut kam aber die höhere Dividende an.
In Zürich schnellten Docmorris um 8,8 Prozent nach oben. Der größte Aktionär CEPD fordert einen umfassenden Umbau des Verwaltungsrats und will den amtierenden Präsidenten Walter Oberhänsli absetzen. Als Nachfolger schlägt CEPD den früheren Celesio-Chef Fritz Oesterle vor und will zudem fünf weitere neue Mitglieder in den Verwaltungsrat wählen lassen.
=== Index Schluss Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) Euro-Stoxx-50 5.649 1,22 -3,63 Stoxx-50 4.908 1,36 -1,55 Stoxx-600 587 1,42 -2,18 DAX 22.957 1,41 -7,57 FTSE-100 London 9.965 1,42 0,34 CAC-40 Paris 7.744 1,33 -4,98 AEX Amsterdam 974 0,91 2,41 ATHEX-20 Athen 5.330 -2,10 -0,39 BEL-20 Brüssel 4.945 2,18 -2,63 BUX Budapest 122.656 1,29 10,47 OMXH-25 Helsinki 5.854 1,31 2,64 OMXC-20 Kopenhagen 1.366 0,24 -15,08 PSI 20 Lissabon 8.882 1,49 7,48 IBEX-35 Madrid 16.910 1,54 -2,30 FTSE-MIB Mailand 43.370 1,48 -3,50 OBX Oslo 1.910 1,29 19,54 PX Prag 2.497 1,62 -7,01 OMXS-30 Stockholm 2.908 1,20 0,88 WIG-20 Warschau 121.194 1,95 1,40 ATX Wien 5.269 2,58 -1,08 SMI Zürich 12.516 1,62 -5,66 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:59 EUR/USD 1,1567 -0,3 -0,0040 1,1607 1,1583 EUR/JPY 184,24 +0,0 0,0600 184,18 184,0800 EUR/CHF 0,9155 +0,1 0,0007 0,9148 0,9161 EUR/GBP 0,8647 -0,1 -0,0004 0,8651 0,8652 USD/JPY 159,28 +0,4 0,6000 158,68 158,9100 GBP/USD 1,3373 -0,3 -0,0036 1,3409 1,3380 USD/CNY 6,9011 +0,1 0,0093 6,8918 6,8918 USD/CNH 6,9035 +0,2 0,0125 6,8910 6,8974 AUS/USD 0,6956 -0,5 -0,0037 0,6993 0,6966 Bitcoin/USD 71.186,62 +1,6 1.124,83 70.061,79 69.444,30 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 90,65 -1,8 -1,70 92,35 Brent/ICE 101,42 -2,9 -3,07 104,49 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.544,24 +1,6 70,66 4.473,59 Silber 72,33 +1,6 1,11 71,22 Platin 1.928,16 -0,3 -6,52 1.934,68 ===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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