MÄRKTE USA/Aktien geben mit diffusen Iran-Nachrichten und steigenden Ölpreisen nach
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Von Steffen Gosenheimer
DOW JONES--Nach der von US-Präsident Donald Trump ausgelösten Hoffnungsrally haben die Indizes an der Wall Street am Dienstag einen Teil der Gewinne wieder abgegeben. Schon am Vortag hatten die Kurse deutlich unter den Tageshochs geschlossen, nachdem US-Präsident Trump zunächst Hoffnung auf ein absehbares Kriegsende im Nahen Ostern verbreitet hatte, indem er von Gesprächen mit Iran sprach, worauf aber aus Teheran ein Dementi folgte. An dieser diffusen Nachrichtenlage änderte sich am Dienstag wenig.
Der Nachrichtensender CNN berichtete, dass es tatsächlich eine "Kontaktaufnahme" zwischen den USA und Iran gegeben habe, die von Washington initiiert worden sei. Das Niveau vollständiger Verhandlungen sei aber laut einer hochrangigen iranischen Quelle nicht erreicht worden.
Der Dow-Jones-Index gab um 0,2 Prozent nach 46.124 Punkte, der breite S&P-500 kam um 0,4 Prozent zurück, die technologielastigen Nasdaq-Indizes gaben um bis zu 0,8 Prozent nach, belastet von sehr schwach im Markt liegenden Softwareaktien. Nach einer ersten Zählung gab es an der Nyse 1.451 (Montag: 2.323) Kursgewinner und 1.303 (445) -verlierer. Unverändert gingen 53 (37) Titel aus dem Handel.
Bremsend wirkten die wieder anziehenden Ölpreise vor dem Hintergrund fortgesetzter gegenseitiger Angriffe Israels und des Iran. Brent-Öl kostete zuletzt im US-Handel über 3 Prozent mehr als am Vortag, rund 103,50 Dollar. Selbst wenn der Konflikt morgen enden würde, würden die Ölpreise in absehbarer Zeit nicht auf 60 oder 50 Dollar zurückfallen, sagte Ölexperte John Kilduff von Again Capital. "Ich sehe das nicht einmal in diesem Jahr, wegen des entstandenen Schadens, der ausgefallenen Produktion und der Zeit, die es dauern wird, alles wieder in Ordnung zu bringen."
Die Renditen der US-Staatsanleihen machten den Rückgang vom Vortag wieder wett. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen legte um 6 Basispunkte auf 4,40 Prozent zu, weil die höheren Ölpreise und Störungen in den Lieferketten die Inflationserwartungen wieder anheizten, was tendenziell für steigende Zinsen durch die Notenbanken spricht.
In die gleiche Kerbe schlug eine höher als erwartet ausgefallene Revision des Anstiegs der US-Lohnstückkosten im vierten Quartal. Er betrug 4,8 Prozent, wohingegen Ökonomen nur mit 4,0 Prozent gerechnet hatten. Von den S&P-Einkaufsmanagerindizes für Industrie und Dienstleistungen im März kamen kaum Impulse. Der Index für die Industrie übertraf die Erwartungen, der für die Dienstleistungen verfehlte sie. Beide Indizes liegen weiter im Wachstum anzeigenden Bereich.
Der Dollar stieg mit den US-Renditen und dem schwindenden Optimismus über eine Entspannung des Nahostkonflikts. Der Greenback sei wieder stärker als Fluchthafen angesteuert worden, hieß es. Der Euro fiel auf 1,1586 Dollar zurück.
Am Aktienmarkt standen Softwareaktien stärker unter Verkaufsdruck. Nachdem deren Kurse bereits seit geraumer Zeit immer wieder von Bedenken gedrückt werden, dass Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz für Disruptionen der Geschäfte von Softwareunternehmen sorgen könnten, kam am Berichtstag verschärfend hinzu, dass das KI-Unternehmen Anthropic neue Anwendungen ankündigte und dass auch Amazon an neuen KI-Werkzeugen arbeiten soll. Salesforce, Datadog, Servicenow, Intuit oder Workday büßten darauf bis zu 6,7 Prozent ein. Die Aktie des technologieorientierten Beratungsunternehmen Gartner sackte um 6,9 Prozent ab. Amazon schlossen 1,4 Prozent im Minus.
Jefferies Financial Group verbesserten sich um 2,5 Prozent. Die japanische Bank Sumitomo Mitsui Financial Group arbeitet an einer möglichen Übernahme der Investment Bank, wie die Financial Times berichtet.
Estee Lauder standen erneut stark unter Druck mit einem Minus von 9,8 Prozent. Berichte über Fusionsgespräche des Kosmetikkonzerns mit der spanischen Puig hatten die Aktie am Vortag bereits stark gedrückt. Home Depot schlossen unverändert mit der Nachricht des Zukaufs eines Großhändlers für Geräte, Ersatzteile und Zubehör aus den Bereichen Heizung, Lüftung und Klimatechnik. Gilead Sciences tendierten gut behauptet mit der Nachricht über die Übernahme des Biotechnologieunternehmens Ouro Medicines.
United Airlines will seine Kapazitäten vor allem im Premiumsegment erhöhen und der Flotte in den kommenden zwei Jahren 250 Flugzeuge hinzuzufügen. Der Kurs gab leicht nach.
Tesla gewannen nach dem Vortagesplus weitere 0,6 Prozent. Der Elektroautobauer konnte erstmals seit über einem Jahr im Februar den Absatz in Europa auf Monatssicht wieder steigern konnte. Smithfield Foods machten nach guten Quartalszahlen des Fleischverarbeiters einen Satz um 4,3 Prozent.
INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag DJIA 46.124,06 -0,2 -84,41 46.208,47 S&P-500 6.556,37 -0,4 -24,63 6.581,00 NASDAQ Comp 21.761,89 -0,8 -184,87 21.946,76 NASDAQ 100 24.002,45 -0,8 -186,14 24.188,59 US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 3,93 +0,10 3,97 3,84 5 Jahre 4,03 +0,08 4,07 3,95 10 Jahre 4,39 +0,06 4,43 4,33 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Fr, 17:28 EUR/USD 1,1583 -0,3 -0,0029 1,1612 1,1561 EUR/JPY 184,19 +0,1 0,2200 183,97 184,0300 EUR/CHF 0,9152 +0,2 0,0021 0,9131 0,9107 EUR/GBP 0,8654 +0,1 0,0011 0,8643 0,8675 USD/JPY 159 +0,4 0,5700 158,43 159,1800 GBP/USD 1,338 -0,4 -0,0048 1,3428 1,3323 USD/CNY 6,8918 +0,2 0,0111 6,8807 6,8857 USD/CNH 6,8992 +0,2 0,0158 6,8834 6,9020 AUS/USD 0,6968 -0,6 -0,0040 0,7008 0,7043 Bitcoin/USD 69.302,53 -2,3 -1.597,57 70.900,10 70.005,90 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 91,78 +4,1 3,65 88,13 Brent/ICE 103,56 +3,6 3,62 99,94 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.398,73 -0,2 -7,04 4.405,77 Silber 69,52 +0,6 0,39 69,13 Platin 1.898,02 +0,9 16,52 1.881,50
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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