MÄRKTE EUROPA/Trump löst neuen Zollschock aus - Novo Nordisk brechen ein
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DOW JONES--Der europäische Aktienmarkt ist mit Verlusten in die neue Woche gestartet. Aus dem Zoll-Durcheinander ist nach Einschätzung von CMC Markets nun endgültig Chaos geworden. Nach der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, dass US-Präsident Donald Trump mit der Einführung pauschaler Importzölle auf Basis eines Notstandsgesetzes seine Befugnisse überschritten habe, verkündete Trump am Wochenende umgehend neue Zölle. Trump beruft sich nun auf Abschnitt 122 des Handelsgesetzes von 1974 und erhebt einen globalen Basiszoll von 15 Prozent, der zunächst 150 Tage eingesetzt werden kann, um außenwirtschaftliche Ungleichgewichte zu korrigieren. Ein besser als erwartet ausgefallener Ifo-Geschäftsklimaindex spielte in dem Umfeld keine Rolle.
Der DAX verlor 1,1 Prozent auf 24.992 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 hielt sich mit Abgaben von 0,3 Prozent auf 6.114 Punkte besser, unter anderem dank Aufschlägen bei Luxusgüter-Aktien. Am Anleihemarkt zogen die Kurse kräftig an, die Renditen gaben also nach. Am Devisenmarkt zeigte sich der Euro volatil und stand zu Börsenschluss bei 1,1803 Dollar. Die Krisenwährung Gold verteuerte sich um mehr knapp 2 Prozent und kletterte über die Marke von 5.200 Dollar.
"Als gäbe es nach dem Zoll-Theater der vergangenen Monate nicht schon genug Durcheinander im weltweiten Handel, ist durch das Urteil des Obersten Gerichts in den USA, Trumps vermeintliche Niederlage und seinen erneuten Rundumschlag das Chaos jetzt perfekt. Keiner weiß mehr wirklich, welche Zölle wie lange jetzt noch gelten oder ob man gar auf Rückzahlungen hoffen kann - allein die jetzt wieder herrschende Unsicherheit sorgt zunächst einmal für Nervosität und Verkäufe am Aktienmarkt", hieß es bei CMC.
Für Exporteure der EU in die USA bleibt eine zentrale, aber offene Frage, ob der "Turnberry-Deal" zwischen den USA und der EU vom Sommer 2025 weitergeführt werde, so die Commerzbank. Für die kommenden Monate halten die Analysten das für das etwas wahrscheinlichere Szenario. In diesem Fall würde sich für viele Exporteure aus der EU de facto nur wenig ändern. Denn die Turnberry-Vereinbarung sieht ebenfalls für die meisten Waren aus der EU einen Zoll von 15 Prozent vor. Sollte die Vereinbarung aufgekündigt werden, würden für viele Waren höhere Zölle gelten als derzeit, so die Analysten. Das gelte höchstwahrscheinlich auch für die Zeit nach den 150 Tagen, denn die Trump-Regierung werde andere Gesetze nutzen, um ihre Zoll-Agenda durchzusetzen.
Einen Kursrutsch von 16,5 Prozent erlebte die Novo-Nordisk-Aktie. Auslöser war die Nachricht, dass der experimentelle Gewichtssenker CagriSema in einer direkten klinischen Studie nicht den Erfolg des Eli Lilly-Präparats Zepbound übertreffen konnte.
Aktien von Luxusgüter-Aktien zeigten sich europaweit fest. Für Kering ging es um 3,1, für Burberry um 0,5, für LVMH um 0,6 Prozent und Richemont um 0,9 Prozent nach oben. Analysten wie die von Bernstein, sehen das jüngste Zollurteil in den USA als gute Nachricht für den Sektor zumal sie bedeutend in die USA exportiere. Andere Marktteilnehmer sahen die Kursgewinne auch im Zusammenhang mit neuen Daten aus China, dem wichtigsten Exportland. Die Daten zu den chinesischen Neujahrsfeiertagen deuten laut den Citi-Analysten auf eine allgemein robuste Binnennachfrage hin.
Mit einem Kurssprung um 6,8 Prozent reagierten Enel auf diverse Nachrichten vom Kapitalmarkttag. Der italienische Versorger will im Rahmen eines Dreijahresplans die Ausgaben in allen Geschäftsbereichen erhöhen und die Renditen für die Aktionäre nach oben anpassen. Danach sollen die Bruttoinvestitionen auf rund 53 Milliarden Euro steigen - ein Plus von rund 10 Milliarden Euro gegenüber dem vorherigen Dreijahresplan. Außerdem legt Enel ein Aktienrückkaufprogramm über 1 Milliarde Euro auf.
Mit minus 3,4 Prozent schlossen SAP einmal mehr deutlich niedriger. Es drückte weniger die Zollpolitik der US-Regierung sondern eher weiter die Sorge vor möglichen KI-Disruptionen auf das Geschäftsmodell von Software-Anbietern. Gegen den Trend schlossen dagegen Infineon 1,5 Prozent fester. Der Chiphersteller will für bis zu 200 Millionen eigene Aktien über die Börse zurückkaufen.
Mit Abschlägen von 2,2 Prozent mussten auch Rheinmetall Verluste verkraften. Mit den Verhandlungen über einen Waffenstillstand zwischen der Ukraine, Russland und den USA hat das Sentiment für Rüstungsaktien gelitten. Hensoldt büßten 3,9 Prozent ein. Für Airbus haben die Analysten von JP Morgan ihre Prognosen für den Gewinn im Zeitraum 2026 bis 2030 um jährlich 4 bis 11 Prozent gesenkt. Sie nehmen eine etwas vorsichtigere Haltung bezüglich des Hochlaufens der Flugzeugproduktion ein und bewerten angesichts der Erfahrungen der vergangenen Jahre den operativen Hebel zurückhaltender. Airbus kamen um 3,4 Prozent zurück. Autowerte wurden wegen der neuen Zoll-Unsicherheiten gemieden: BMW gaben 2,9 Prozent nach, VW 2,5 Prozent und Mercedes-Benz 1,6 Prozent.
=== Index Schluss Entwicklung in % Seit Jahresbeginn* Euro-Stoxx-50 6.113,92 -0,3% +5,9% Stoxx-50 5.245,16 -0,3% +6,9% Stoxx-600 627,70 -0,5% +6,5% XETRA-DAX 24.991,97 -1,1% +3,1% FTSE-100 London 10.686,89 k.A. +7,0% CAC-40 Paris 8.497,17 -0,2% +4,5% AEX Amsterdam 1.016,45 -0,1% +7,0% ATHEX-20 Athen 5.791,71 -0,0% +8,2% BEL-20 Bruessel 5.605,19 -0,9% +11,3% BUX Budapest 127.042,45 +1,0% +13,2% OMXH-25 Helsinki 6.105,71 -0,1% +7,2% ISE NAT. 30 Istanbul 14.061,71 k.A. +23,7% OMXC-20 Kopenhagen 1.455,92 -7,2% -2,4% PSI 20 Lissabon 9.245,67 +1,7% +10,0% IBEX-35 Madrid 18.288,70 +0,6% +5,1% FTSE-MIB Mailand 46.699,29 +0,5% +3,4% OBX Oslo 1.801,83 -0,4% +13,2% PX Prag 2.720,91 +0,3% +1,0% OMXS-30 Stockholm 3.166,65 -0,4% +10,3% WIG-20 Warschau 3.440,36 +1,7% +6,3% ATX Wien 5.817,57 +0,2% +9,0% SMI Zuerich 13.871,06 +0,1% +4,5% *bezogen auf Vortagesschluss DEVISEN zuletzt +/- % 0:00 Do, 17:25 Uhr % YTD EUR/USD 1,1803 +0,1% 1,1794 1,1767 +0,4% EUR/JPY 182,09 -0,3% 182,73 182,32 -0,8% EUR/CHF 0,9129 -0,0% 0,9134 0,9121 -1,9% EUR/GBP 0,8743 +0,0% 0,8740 0,8748 +0,2% USD/JPY 154,27 -0,4% 154,93 154,94 -1,2% GBP/USD 1,3500 +0,0% 1,3494 1,3451 +0,2% USD/CNY 6,9212 -0,1% 6,9311 6,9313 -1,4% USD/CNH 6,8878 -0,2% 6,8984 6,8993 -1,1% AUS/USD 0,7060 -0,3% 0,7082 0,7055 +6,2% Bitcoin/USD 65.357,80 -3,4% 67.671,50 66.154,70 -23,8% ROHÖL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 66,49 66,48 +0,0% 0,01 +15,8% Brent/ICE 71,66 71,76 -0,1% -0,10 +17,7% METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold 5.205,43 5.107,89 +1,9% 97,54 +18,2% Silber 86,67 84,65 +2,4% 2,02 +18,7% Platin 1.812,28 1.829,65 -0,9% -17,37 +4,4% Kupfer 5,77 5,84 -1,2% -0,07 +3,4% YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags (Angaben ohne Gewähr) ===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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