MÄRKTE EUROPA/DAX steigt mit US-Friedensplan auf 23.000 Punkte
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DOW JONES--Europas Börsen sind mit kräftigen Aufschlägen in den Handel am Mittwoch gestartet. Die USA haben dem Iran laut Regierungsvertretern einen 15-Punkte-Plan zur Beendigung des Krieges übermittelt. Dieser konzentriert sich weitgehend auf frühere Forderungen der Trump-Regierung an Teheran. Der Iran wird aufgefordert, seine drei wichtigsten Atomanlagen abzubauen, jegliche Anreicherung auf iranischem Boden zu beenden, die Arbeit an ballistischen Raketen einzustellen, die Unterstützung für Stellvertretergruppen einzuschränken und die Straße von Hormus vollständig wieder zu öffnen.
Im Gegenzug würden die im Zusammenhang mit dem Atomprogramm stehenden Sanktionen gegen den Iran aufgehoben, und die USA würden das zivile Atomprogramm des Landes unterstützen - während sie es gleichzeitig überwachen.
Ob der Forderungskatalog in dieser Form von der iranischen Führung akzeptiert wird, darf bezweifelt werden. Er macht allerdings deutlich, dass hinter den Kulissen intensiv an einer diplomatischen Lösung des Konflikts gearbeitet wird. Der Preis von Brent gibt deutlich nach und fällt auf 98 Dollar das Fass und damit klar unter den seit Ausbruch des Kriegs erreichten Höchststand von knapp 120 Dollar. An den Anleihemärkten geben die Renditen nach, ein weiteres Entspannungssignal.
Der DAX gewinnt 1,7 Prozent auf 23.025 Punkte, im Tageshoch stand der Index bei 23.070. Für den Euro-Stoxx-50 geht es um 1,6 Prozent nach oben. Am Devisenmarkt notiert der Euro etwas fester bei 1,1610 Dollar.
Iranische Vertreter haben die US-Regierung wissen lassen, dass die Hürden für eine Wiederaufnahme von Verhandlungen über ein Waffenstillstandsabkommen hoch liegen, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Islamischen Revolutionsgarden haben ihre Macht innerhalb des zerrütteten iranischen Regimes gefestigt. Sie stellen nun Forderungen wie die Schließung aller amerikanischen Stützpunkte am Golf, Reparationen für Angriffe auf den Iran, Sicherheitsgarantien oder die Aufhebung aller Sanktionen gegen das Land.
Für eine Entwarnung auf dem Parkett ist es nach Einschätzung von QC Partners deutlich zu früh. "Die Schwankungen werden erst einmal hoch bleiben. Und auch neue Kursverluste sind mit jeder Nachricht aus den USA bzw. dem Iran jederzeit möglich", so Stratege Thomas Altmann. Klar sei aber, dass es auch im Fall eines Friedens lange dauern werde, bis die Weltwirtschaft zum normalen Tagesgeschäft übergehen könne. Viele Energieanlagen seien beschädigt. Heruntergefahrenen Anlagen müssten langsam wieder hochgefahren werden.
Neben den Ereignissen im Nahen Osten steht die Bekanntgabe des Ifo-Geschäftsklimaindex im Blick. Für den Sammelindex wird für März mit einem deutlichen Rückgang auf 85,5 von 88,6 Punkten gerechnet. Ursächlich hierfür dürfte vor allem die Erwartungskomponente sein. Die am Vortag veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone haben bereits deutlich gemacht, dass der Irankrieg erste Schleifspuren hinterlässt.
Unternehmensnachrichten sind rar. Volkswagen (+1,9%) verhandelt einem Zeitungsbericht zufolge mit der israelischen Rafael Advanced Defence Systems über einen Wechsel der Produktion im Werk Osnabrück von Autos zu Komponenten für Raketenabwehrsysteme. Wenn der Plan durchgeht, könnten in dem Werk Teile für das Abwehrsystem Iron Dome produziert werden, wie die Financial Times berichtet. Darunter wären auch die schweren Lkw, die die Raketen des Systems tragen, sowie Abschussvorrichtungen und Generatoren. Die Bundesregierung unterstütze das Vorhaben aktiv.
Lanxess schießen nach Hochstufung auf "Overweight" durch JP Morgan um 15,5 Prozent nach oben. Nach Ansicht der Analysten ist Lanxess am besten für das potenzielle kurzfristige Aufwärtspotenzial aus den andauernden Produktionsunterbrechungen in der APAC-Region aufgrund des Konflikts im Nahen Osten gerüstet. Die Analysten verweisen auf die Position des Unternehmens als einer der sehr wenigen, wenn nicht der einzige, westliche Anbieter in seinen ausgewählten Schlüsselproduktketten.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 5.672,92 +1,6 91,63 5.581,29 16,8 Stoxx-50 4.914,02 +1,5 72,01 4.842,01 11,9 DAX 23.025,10 +1,7 388,19 22.636,91 19,9 MDAX 28.773,83 +2,3 648,72 27.039,42 15,3 TecDAX 3.475,86 +1,7 59,55 3.091,28 4,8 SDAX 16.821,90 +1,8 304,61 13.062,07 22,4 CAC 7.861,01 +1,5 117,09 7.743,92 10,0 SMI 12.719,12 +1,6 203,18 12.515,94 11,4 ATX 5.374,09 +2,0 105,51 5.268,58 38,3 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:59 EUR/USD 1,1610 +0,0 0,0003 1,1607 1,1583 EUR/JPY 184,32 +0,1 0,1400 184,18 184,0800 EUR/CHF 0,9157 +0,1 0,0009 0,9148 0,9161 EUR/GBP 0,8653 +0,0 0,0002 0,8651 0,8652 USD/JPY 158,74 +0,0 0,0600 158,68 158,9100 GBP/USD 1,3414 +0,0 0,0005 1,3409 1,3380 USD/CNY 6,8966 +0,1 0,0048 6,8918 6,8918 USD/CNH 6,9007 +0,1 0,0097 6,8910 6,8974 AUS/USD 0,6984 -0,1 -0,0009 0,6993 0,6966 Bitcoin/USD 71.356,11 +1,9 1.294,32 70.061,79 69.444,30 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 87,28 -5,5 -5,07 92,35 Brent/ICE 98,26 -6,0 -6,23 104,49 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.564,19 +2,0 90,61 4.473,59 Silber 73,27 +2,9 2,05 71,22 Platin 1.964,05 +1,5 29,37 1.934,68 ===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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