Luxusgütersektor, Paukenschlag, LVMH und Hermès
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Manche Marken stabilisieren sich sichtbar, andere kämpfen weiterhin mit rückläufigen Verkäufen, schwächerem Tourismus und vorsichtigeren Konsumenten. Der Luxusmarkt läuft inzwischen in einer Art Zwei-Klassen-System. Sehr vermögende Kunden kaufen weiterhin, während die sogenannten aspirational consumers, also obere Mittelschichtkäufer, deutlich zurückhaltender geworden sind. Genau diese Käufergruppe hatte den Luxusboom nach Corona maßgeblich mitgetragen. Die Branche kommt aus einem historischen Superzyklus heraus. Nach dem gigantischen Post-Covid-Boom folgt nun eine lange Verdauungsphase mit schwächerem Konsum und deutlich selektiverem Kaufverhalten.
China gilt weiterhin als wichtigster Luxusmarkt der Welt mit rund 30% des globalen Konsums. Besonders junge Menschen und Haushalte mit mittleren Einkommen zeigen hier ebenfalls deutlich mehr Vorsicht. Hohe Jugendarbeitslosigkeit, Immobilienprobleme und Sorgen über KI und Arbeitsplatzsicherheit verändern das Konsumverhalten massiv. Die Ära des dauerhaften zweistelligen Luxuswachstums in China ist vorerst vorbei. Das ist eine historische Veränderung, weil China über viele Jahre der wichtigste Wachstumsmotor der Branche war.
Hinzu kommt ein spannender psychologischer Effekt: Viele chinesische Konsumenten kaufen inzwischen lieber Goldschmuck statt europäische Luxusprodukte. Der starke Goldpreisanstieg der vergangenen Quartale führte zu einem regelrechten "Wallet Shift". Gold wird nicht mehr nur als Schmuck gesehen, sondern gleichzeitig als Wertspeicher und Sicherheitsanlage in einem unsicheren wirtschaftlichen Umfeld. Europäische Luxusmarken verloren dadurch teilweise Kaufkraft an den Goldmarkt.
Viele Luxuskonzerne haben ihre Creative Directors ausgetauscht und hofften auf eine neue Begeisterung der Kunden. Neue Designer, neue Kollektionen und frische Markenidentitäten helfen kurzfristig bei Aufmerksamkeit und Social-Media-Dynamik, lösen aber nicht automatisch die strukturellen Nachfrageproblem.
Luxuskonzerne nutzen KI zunehmend für Marketing, Datenanalyse, E‑Commerce und interne Prozesse. Gleichzeitig gibt es eine mögliche Kehrseite: Wenn KI langfristig gut bezahlte White-Collar-Jobs unter Druck setzt, könnte das genau jene wohlhabenden Konsumenten treffen, die Luxusprodukte kaufen. KI wird damit paradoxerweise gleichzeitig als Effizienztreiber und potenzielles Risiko für die Kernkundschaft gesehen.
LVMH-Signalmuster: Intakter Korrekturtrendkanal seit dem Jahr 2023. Innerhalb dessen steht die Aktie jetzt wieder auf dem Key Support bei 440 EUR. Mal schauen, ob sie sich hier relevant stabilisieren können. Intakter Abwärtstrend vs Key Support ist der technische Status quo.


Kurzer Blick auf den Big Picture Chart von Hermès.
Während des langfristigen Bullenmarkts hangelte sich der Aktienkurs auf dem grün dargestellten gleitenden Durchschnitt nach oben. Seit August vergangenen Jahres hält dieses Auffangnetz nicht mehr, der Aktienkurs ist nach unten durchgerutscht. Seit einigen Wochen pendelt der Aktienkurs aus, der bisher m.E. als ein. Bodenmuster gelesen werden kann. Beobachten. Da könnte bald wieder was gehen.
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Die Zyklen der Börse sind schon hart. Vor ein paar Jahren hieß es "Luxus läuft immer", und jetzt ist es grad dermaßen out. Genauso wie es vor ein paar Jahren hieß: besser in skalierbare, nicht-hardwareintensive Geschäftsmodelle anlegen (z.B. eben Software, SaaS etc.)...und jetzt, da "scheinbar" alles durch KI disruptiert wird oder zumindest unter Kostendruck gerät, muss man wieder in hardwareintensive Geschäftsmodelle anlegen, die eben nicht so leicht von einer KI disruptiert werden können. Öl, Grundstoffe, bald kommt auch wieder Healthcare hoch denke ich...die waren auch jetzt lange down. Kurz gesagt: als Investor muss man in SEHR langen Zyklen denken. Da kann man mit bestimmten Unternehmen halt auch mal 10 Jahre lang rumdarben, auch wenn oder vielleicht sogar WEIL sie vorher wie geschnitten Brot liefen (Rückkehr zum Mittelwert). Wem das alles zu blöd ist , dem kann man nur immer wieder zu ETFs als Basis raten. Ich sehe das bei mir im Portfolio: ja, ich habe ein paar Überflieger, die hätte ich nur mit ETF-Strategie nicht gehabt...aber ich hätte auch nicht die ganzen Rophrkrepierer gehabt. Gerade die Software-Aktien, Healthcare, Consumer Staples und Luxus...hab ich neben KI-Gewinnern etc. alles. Die ganzen Krepierer haben mein Portfolio im letzten Jahr so belastet, dass ich zwar schon weiter Buchgewinne geschrieben habe, aber sehr deutlich den breiten Markt underperformt habe. Jeder MSCI World/ACWI/FTSE AW Käufer stünde besser da und sich wenig Gedanken machen.
👍