LOCKHEED MARTIN: Rekord-Auftragsbestand von 230 Mrd. Dollar
- Lesezeichen für Artikel anlegen
- Artikel Url in die Zwischenablage kopieren
- Artikel per Mail weiterleiten
- Artikel auf X teilen
- Artikel auf WhatsApp teilen
- Ausdrucken oder als PDF speichern
Erwähnte Instrumente
- VerkaufenKaufen
Schnell. Sicher. Direkt.Trading über stock3 war noch nie so einfach.
Mehr erfahren Nein, danke
Lockheed Martin meldet ein Quartal, das auf den ersten Blick glänzt, auf den zweiten aber eine wichtige Einschränkung verlangt: Der Sprung bei Umsatz, Gewinn und Cashflow ist real, steht aber auf dem Sockel von Milliardenverlusten, die das Unternehmen ein Jahr zuvor verbuchen musste.
Der Konzernumsatz steigt im zweiten Quartal 2026 um 11 % gegenüber dem Vorjahr auf 20,1 Mrd. USD und übertrifft die durchschnittliche Analystenschätzung von 19,34 Mrd. USD damit um rund 3,7 %. Das verwässerte GAAP-EPS klettert von 1,46 USD im Vorjahresquartal auf 7,94 USD. Der üblicherweise bereinigt gefasste Analystenkonsens lag bei 7,19 USD, womit das gemeldete GAAP-EPS darüber liegt, wobei ein direkter Vergleich mit Vorsicht zu genießen ist, da die Basen nicht identisch sind. Die Aktie notiert in einer ersten Reaktion rund 6,1 % höher.
Wer die Zahlen einordnen will, kommt an einem Basiseffekt nicht vorbei: Im zweiten Quartal 2025 hatte Lockheed Martin Verluste von insgesamt rund 1,6 Mrd. USD auf ein klassifiziertes Programm im Segment Aeronautics sowie auf das kanadische Marinehubschrauber-Programm (CMHP) und das türkische Versorgungshubschrauber-Programm (TUHP) im Segment Rotary and Mission Systems verbucht. Ohne diesen Belastungsvergleich wäre der Gewinnanstieg deutlich weniger spektakulär ausgefallen. Das bereinigte operative Segment-Ergebnis (Business Segment Operating Profit) steigt von 571 Mio. USD auf 2,16 Mrd. USD, die konsolidierte operative Marge verbessert sich von 4,1 % auf 12,4 %.
Missiles and Fire Control zieht das Tempo an
Das stärkste organische Wachstumssignal liefert das Segment Missiles and Fire Control: Der Umsatz wächst um 19 % auf 4,1 Mrd. USD, die operative Marge verbessert sich von 14,0 % auf 14,5 %. Treiber sind Produktionshochläufe bei PAC-3, THAAD und dem Precision Strike Missile (PrSM). Dass Lockheed Martin im Quartal einen 35-Mrd.-USD-Mehrjahresvertrag mit der Missile Defense Agency für THAAD unterzeichnet hat, unterstreicht, dass dieser Wachstumspfad strukturell verankert ist, nicht konjunkturell.
Aeronautics, das mit 8,1 Mrd. USD größte Segment, wächst um 9 %, wobei der F-35 mit 475 Mio. USD mehr Umsatz der zentrale Treiber ist. Rotary and Mission Systems legt ebenfalls um 9 % zu, profitiert dabei aber stark vom Basiseffekt der Vorjahresverluste. Space wächst solide um 6 %, das operative Ergebnis bleibt mit 371 Mio. USD nahezu unverändert: Das Segment liefert Stabilität, aber keinen Schwung.
Cashflow und Auftragsbestand setzen Maßstäbe
Der freie Cashflow springt von minus 150 Mio. USD im Vorjahresquartal auf 2,9 Mrd. USD. Ein Teil dieses Anstiegs geht auf das Timing von Kundenzahlungen und geringere Steuervorauszahlungen zurück, strukturell ist die Verbesserung dennoch substanziell. Noch eindrucksvoller ist der Auftragseingang: 65 Mrd. USD neue Bestellungen im Quartal treiben den Auftragsbestand auf einen Rekordwert von 230 Mrd. USD, davon allein 87,9 Mrd. USD bei Missiles and Fire Control. Das entspricht einer Auftragsdeckung von fast drei Jahresumsätzen und gibt der Anlagethese eine solide Sichtbarkeit.
Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)
Ausblick
Die eigentliche Nachricht dieses Quartals ist die angehobene Jahresprognose. Lockheed Martin hebt die Umsatzspanne von zuvor 77,5 bis 80,0 Mrd. USD auf nun rund 79,75 bis 81,75 Mrd. USD an. Das verwässerte EPS-Ziel steigt von 29,35 bis 30,25 USD auf 29,95 bis 30,65 USD, der Free-Cashflow-Korridor von 6,5 bis 6,8 Mrd. USD auf 7,0 bis 7,2 Mrd. USD. Die neue Mitte der EPS-Spanne liegt mit rund 30,30 USD über dem Analystenkonsens von 29,88 USD für das Gesamtjahr. CEO Jim Taiclet spricht von einem "beschleunigten Umsatzwachstum von rund 8 % im Jahresvergleich": Die Wortwahl "beschleunigt" ist bewusst gewählt und signalisiert, dass das Management die Dynamik als zunehmend, nicht als nachlassend bewertet. Gleichzeitig senkt der Konzern die Investitionsausgaben-Prognose auf rund 2,0 bis 2,4 Mrd. USD, was den freien Cashflow zusätzlich stützt.
Kennzahlen im Überblick
| Kennzahl | 2025 | 2026e | 2027e |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 75,06 Mrd. USD | 79,17 Mrd. USD | 83,48 Mrd. USD |
| EPS | 21,49 USD | 29,88 USD | 32,10 USD |
*e = erwartet (Analystenkonsens, bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Basis); Ist-Jahr 2025 wie berichtet (GAAP)
Fazit: Der Rekord-Auftragsbestand von 230 Mrd. USD ist das prägende Signal dieses Quartals: Er zeigt, dass die Nachfrage nach Rüstungsgütern strukturell anzieht, und gibt der Umsatzsichtbarkeit eine Tiefe, die viele Industrieunternehmen nicht vorweisen können. Die starken Zuwächse bei Umsatz und Gewinn sind real, profitieren aber erheblich vom Basiseffekt der Vorjahresverluste: Wer das herausrechnet, sieht ein solides, nicht sensationelles organisches Wachstum. Die angehobene Guidance mit einem Free-Cashflow-Ziel von über 7 Mrd. USD und einem EPS-Korridor oberhalb des Konsens gibt der Investmentstory neuen Rückenwind. Bei einem KGV von rund 19,4 auf Basis des aktuellen Kurses ist die Bewertung für einen Rüstungskonzern mit dieser Auftragstiefe nicht überzogen, aber auch kein offensichtliches Schnäppchen.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
Passende Produkte
| WKN | Long/Short | KO | Hebel | Laufzeit | Bid | Ask |
|---|

