Analyse
08:30 Uhr, 25.06.2026

LOCKHEED erhält Auftrag über bis zu 35 Mrd. USD

Lockheed Martin hat vom US-Verteidigungsministerium einen Auftrag über bis zu 35 Mrd. USD erhalten. Der Rüstungskonzern soll die Produktion von THAAD-Abfangraketen vervierfachen. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

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  • Lockheed Martin Corp. - WKN: 894648 - ISIN: US5398301094 - Kurs: 491,640 $ (NYSE)

Der Vertrag läuft über sieben Jahre und ist zunächst als "undefinitized contract action" ausgestaltet. Damit sind zentrale Konditionen noch nicht abschließend festgelegt. Der Auftrag geht auf eine Rahmenvereinbarung zurück, die Lockheed im Januar mit dem Pentagon geschlossen hatte.

THAAD steht für Terminal High Altitude Area Defense. Das System dient der Abwehr ballistischer Raketen. Es zählt neben den Patriot-Abfangraketen PAC-3 MSE zu den Programmen, deren Produktion die US-Regierung ausweiten will.

US-Regierung setzt Rüstungsindustrie unter Druck

Der Auftrag ist Teil einer breiteren Offensive der Trump-Regierung, die amerikanische Waffenproduktion deutlich zu beschleunigen. In Washington wächst die Sorge, dass die USA zentrale Bestände an Luftverteidigungs- und Präzisionswaffen nicht schnell genug auffüllen können. Waffenlieferungen an Verbündete und eigene Militäreinsätze haben die Vorräte zusätzlich belastet.

Trump hatte Anfang Juni den Defense Production Act aktiviert. Damit kann die Regierung Produktionshürden abbauen und eine engere Abstimmung zwischen Unternehmen ermöglichen. Pentagon-Vertreter warnen seit Monaten, dass der Wiederaufbau einzelner Munitionsbestände bei bisherigen Produktionsraten Jahre dauern könnte.


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Beim jüngsten Treffen im Weißen Haus wurde der Ton offenbar deutlich. Nach Reuters-Angaben signalisierten Regierungsvertreter den Managern großer Rüstungsunternehmen zunächst, die Industrie tue nicht genug. Später rückte die Zusammenarbeit stärker in den Vordergrund. Ziel sei es, die Produktion auf eine Art Kriegsmodus umzustellen.

Automobilwissen für Raketenfabriken

Auffällig ist, dass die Regierung nicht nur die klassischen Rüstungskonzerne einbindet. Lockheed und General Motors prüfen eine Zusammenarbeit bei der Waffenproduktion. GM soll dabei Produktionswissen aus der Automobilindustrie einbringen, etwa bei Skalierung, Prozesssteuerung und Zulieferketten.

Der Schritt zeigt, wo die Engpässe liegen. Moderne Abfangraketen sind hochkomplex, werden aber in Stückzahlen gebraucht, die viele Produktionslinien bislang nicht liefern können. Washington sucht deshalb nach Wegen, die industrielle Logik der Massenfertigung zumindest teilweise auf die Rüstungsproduktion zu übertragen.

Neben THAAD stehen weitere Programme im Fokus. Lockheed soll auch die Produktion von Patriot-Abfangraketen ausweiten. RTX arbeitet an Vereinbarungen für Tomahawk-Marschflugkörper und AMRAAM-Luft-Luft-Raketen. Viele dieser Rahmenvereinbarungen müssen allerdings noch in endgültige Verträge überführt werden.

Für die Unternehmen ist der politische Druck allein nicht ausreichend. Zusätzliche Fertigungskapazitäten kosten Geld, binden Personal und belasten Zulieferer. Branchenvertreter verweisen deshalb darauf, dass größere Investitionen erst möglich seien, wenn der Kongress entsprechende Mittel freigibt.

Der Streitkräfteausschuss des Senats unterstützt in seiner Version des Verteidigungshaushalts Ausgaben von 1,15 Bio. USD sowie mehrjährige Beschaffungsbefugnisse für mehrere Munitionsprogramme. Das Gesetz dürfte jedoch erst im Herbst verabschiedet werden. Zusätzliche Haushaltsmittel könnten früher kommen, sind aber noch nicht gesichert.

Für Lockheed ist der Auftrag dennoch ein starkes Signal. Die Nachfrage nach Luft- und Raketenabwehrsystemen bleibt hoch, in den USA ebenso wie bei Verbündeten. Der Konzern erhält damit mehr Sichtbarkeit für ein Geschäftsfeld, das in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen dürfte.

Fazit: Rüstungsaktien stehen aktuell weniger im Fokus, doch die Geschäfte dürften auch in den kommenden Jahren weiter blendend laufen. Die Lockheed-Aktie hat stark korrigiert und ist jetzt nicht mehr überbewertet. Wer langfristig seinen Fuß in den Sektor setzen möchte, der hat m.E. jetzt eine gute Chance dazu. Auch weil Lockheed stark bei Weltraumtechnologien aufgestellt ist und man hier keine absurden Bewertungen für diese Fantasie entrichten muss.

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Jahr 2025 2026e* 2027e*
Umsatz in Mrd. USD 75,05 79,13 83,32
Ergebnis je Aktie in USD 21,49 29,86 32,09
Gewinnwachstum 38,95% 7,47%
KGV 23 16 15
KUV 1,5 1,4 1,4
PEG 0,42 2,05
Dividende je Aktie in USD 13,20 13,90 14,50
Dividendenrendite 2,69% 2,83% 2,95%
*e = erwartet, Berechnungen basieren bei
US-Unternehmen auf Non-GAAP-Daten
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