Leerverkäufer lobt AROUNDTOWN - Die Wirtschaftspresse schreibt das Gegenteil
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Rund 1,2 Mrd. EUR Netto-Mieterträge, knapp 299 Mio. EUR nachhaltiger Cash Income und ein EPRA NTA von 8,5 Mrd. EUR, operativ präsentiert sich Aroundtown auf den ersten Blick als substanzstarker europäischer Immobilienkonzern. An der Börse jedoch wird das Unternehmen mit lediglich EUR 3,1 Mrd. bewertet. Der Kapitalmarkt taxiert den MDax-Wert damit auf rund ein Drittel seines ausgewiesenen Nettovermögens, ein Abschlag von etwa 64% .
Diese Diskrepanz ist außergewöhnlich, selbst für eine Branche, die seit Zinswende und Homeoffice-Trend unter Druck steht. Rechnet man die Marktkapitalisierung gegen den EPRA NTA, ergibt sich implizit die Annahme, dass ein erheblicher Teil der bilanzierten Immobilienwerte nicht realisierbar ist oder die Verschuldung risikoreicher einzuschätzen ist als offiziell ausgewiesen. Der Markt scheint also entweder von deutlichen Abwertungen, strukturell höheren Leerständen oder dauerhaft schwächeren Cashflows auszugehen.
Genau an diesem Punkt prallen die Narrative aufeinander. Viceroy Research sieht Aroundtown eklatant fehtgepreist. Es ist ein Unternehmen mit robusten Erträgen und konservativ bewerteter Substanz, dessen Aktie unter dem inneren Wert notiert. Kritiker hingegen argumentieren, dass der Abschlag Ausdruck realer operativer und bilanzieller Risiken ist. Die Lücke zwischen Substanzwert und Marktpreis ist damit nicht nur eine Bewertungsfrage, sie ist der Kern eines Grundsatzstreits über die tatsächliche Verfassung des Konzerns.
