KI-Gewinner MARVELL und FLEX rücken in den S&P 500 auf
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Sie ersetzen den Poolausrüster PoolCorp sowie den Lebensmittelhersteller Campbell's und unterstreichen damit die wachsende Dominanz von Halbleiter- und Infrastrukturunternehmen an den US-Börsen.
Die Änderungen treten vor Handelsbeginn am 23. Juni in Kraft. Während Marvell PoolCorp ersetzt, rückt Flex für Campbell's nach. Beide Unternehmen profitieren von den milliardenschweren Investitionen großer Technologiekonzerne in Rechenzentren, Cloud-Infrastruktur und Anwendungen der Künstlichen Intelligenz.
Besonders bemerkenswert ist der Aufstieg von Marvell. Der Halbleiterhersteller erfüllte zuletzt die für eine Aufnahme erforderlichen Profitabilitätskriterien, nachdem das Unternehmen sowohl im Quartal bis Ende Dezember als auch über die vergangenen vier Quartale hinweg einen positiven GAAP-Gewinn ausgewiesen hatte.
Marvell profitiert von der KI-Euphorie
Marvell zählt zu den größten Börsengewinnern des laufenden Jahres. Die Aktie hat sich seit Jahresbeginn mehr als verdreifacht. Allein in der vergangenen Woche gewann das Papier rund 29 % an Wert. Zusätzlichen Auftrieb erhielt der Titel, nachdem Nvidia-Chef Jensen Huang den Chipentwickler als das "nächste Billionen-Dollar-Unternehmen" bezeichnet hatte.
Mit einer Marktkapitalisierung von rund 277 Mrd. USD gehört Marvell inzwischen zu den wertvollsten Halbleiterunternehmen der Welt. Gemeinsam mit Broadcom entwickelt das Unternehmen maßgeschneiderte Chips für Hyperscaler und Cloud-Anbieter, die ihre Abhängigkeit von den teuren und knappen KI-Prozessoren von Nvidia verringern wollen.
Bei der jüngsten Quartalsvorlage stellte das Management in Aussicht, dass das Geschäft mit kundenspezifischen KI-Chips bis zum Geschäftsjahr 2029 einen Jahresumsatz von mehr als 10 Mrd. USD erreichen könnte.
Flex als stiller Gewinner des Rechenzentrumsbooms
Weniger im Rampenlicht steht Flex. Das Unternehmen gehört zu den weltweit größten Elektronik-Auftragsfertigern und produziert unter anderem Komponenten für Rechenzentren, Netzwerktechnik, Stromversorgungssysteme und Industrieanwendungen. Gerade die starke Nachfrage nach Infrastruktur für KI-Anwendungen hat dem Konzern in den vergangenen Quartalen Rückenwind verliehen.
Die Aufnahme von Flex in den S&P 500 zeigt, dass Investoren nicht nur auf Chipentwickler setzen. Auch Unternehmen, die die physische Infrastruktur hinter dem KI-Boom liefern, gewinnen zunehmend an Bedeutung. Stromversorgung, Servertechnik und Netzwerkkomponenten gelten als zentrale Engpassfaktoren beim Ausbau moderner Rechenzentren.
Mit dem Aufstieg von Marvell und Flex verschiebt sich das Gewicht innerhalb des S&P 500 weiter in Richtung Technologie und digitale Infrastruktur. Für beide Unternehmen dürfte die Indexaufnahme zusätzliche Nachfrage erzeugen, da zahlreiche ETFs und Indexfonds die neuen Mitglieder künftig entsprechend ihrer Gewichtung kaufen müssen.
Fazit: Die jüngsten Änderungen im S&P 500 spiegeln die aktuelle Machtverschiebung an den Kapitalmärkten wider. Während traditionelle Konsum- und Industrieunternehmen an Bedeutung verlieren, rücken die Profiteure des KI-Investitionszyklus in den Mittelpunkt. Marvell steht dabei für die nächste Generation spezialisierter KI-Chips, Flex für die oft übersehene Infrastruktur hinter dem Boom.

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