Analyse

KERING – Hat die Gucci-Aktie den Boden erreicht?

Aktien von Luxusunternehmen hatten es in den vergangenen Monaten nicht leicht. Dies trifft vor allem auf die Kering-Aktie zu, die sich schlechter entwickelt hat als die Konkurrenz. Wie stellen sich die weiteren Aussichten dar?

Erwähnte Instrumente

  • Kering S.A.
    ISIN: FR0000121485Kopiert
    Kursstand: 398,050 € (XETRA) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
    VerkaufenKaufen
  • Kering S.A. - WKN: 851223 - ISIN: FR0000121485 - Kurs: 398,050 € (XETRA)

Mit aktuell 398 EUR hat der Anteilsschein das Jahrestief bei 382 EUR zwar etwas hinter sich lassen können. Auf Sicht von 12 Monaten ergibt sich aber ein Verlust von rund 27 %.

Blickt man auf die Zahlen des dritten Quartals von Kering, erscheint die schwache Kursentwicklung gerechtfertigt. Im Gegensatz zu den Mitbewerben verlief die operative Entwicklung bei Kering deutlich schlechter. Der Konzernumsatz ging von Juli bis Ende September um 13 % auf 4,46 (VJ 5,14) Mrd. EUR zurück. Bis auf den Brillenbereich, der um 31 % auf 333 (VJ 253) Mio. EUR zulegen konnte, aber eben nur das kleinste Segment im Konzern darstellt, ging in allen anderen Geschäftseinheiten der Umsatz zweistellig zurück. So brachen beispielsweise die Gucci-Erlöse um 14 % auf 2,22 (VJ 2,58) Mrd. EUR ein und bei Yves Saint Laurent war sogar ein Minus von 16 % auf 768 (VJ 916) Mio. EUR zu verzeichnen.

Sorgenkind Gucci

Nach neun Monaten stand ein Konzernumsatz von 14,60 (VJ 15,07) Mrd. EUR zu Buche – ein Rückgang von 3 %. Damit wurden nicht nur Marktanteile an die Konkurrenz verloren, sondern auch die Markterwartungen verfehlt. Neben der sich weltweit abschwächenden Nachfrage nach hochpreisiger Mode und Accessoires sind die Probleme bei Kering und hier vor allem bei der Marke Gucci, die für rund die Hälfte der Erlöse steht, hausgemacht. Aufgrund der schwachen Entwicklung wurde der Gucci-CEO bereits letztes Jahr ausgetauscht. So richtig viel gebracht hat das aber noch nicht. Um die Marke wieder auf Vordermann zu bringen und die Rentabilität zu steigern, sind weitere Investitionen notwendig, was auch noch 2024 auf die Margen drücken wird. Eine schnelle Besserung ist hier also nicht zu erwarten.

Für das laufende Geschäftsjahr erwarten Marktbeobachter im Schnitt einen Rückgang des Konzernumsatzes um rund 3 % auf 19,7 Mrd. EUR. Beim EBIT wird sogar mit einem Minus von 11 % auf knapp 5,0 (VJ 5,59) Mrd. EUR gerechnet. Für 2024 zeigen sich die Analysten dann wieder optimistischer und rechnen mit einem neuen Umsatzrekord von ca. 21 Mrd. EUR bei einem EBIT von 5,4 Mrd. EUR.

Schaut man auf die aktuellen Analysteneinschätzungen, sollte das Papier vom aktuellen Kursniveau aus wieder etwas Potenzial haben. Bernstein hat das Kursziel zwar von 492 auf 436 EUR gesenkt, was dennoch rund 10 % über dem aktuellen Börsenkurs liegt. Auch die Royal Bank of Canada hat heute ihr Kursziel von 540 auf 500 EUR revidiert, sieht Kering aber nach wie vor als Outperformer.

Keine wesentlichen Neuigkeiten gibt es zur vereinbarten Kooperation mit Mayhoola aus Katar. Darüber hatte ich in meinem letzten Artikel zu Kering berichtet.

Fazit: Die Kering-Aktie ist dieses Jahr fast auf das Corona-Tief vom März 2020 abgerutscht. Im Gegensatz zu den Papieren der anderen Luxus-Konzerne ist Kering derzeit relativ günstig bewertet, was angesichts der mauen operativen Entwicklung aber auch nicht überrascht. Wer auf ein Wiedererstarken vor allem der Hauptmarke Gucci setzen möchte, kann sich Kering näher anschauen.

Jahr 2022 2023e* 2024e*
Umsatz in Mrd. EUR 20,35 19,72 20,98
Ergebnis je Aktie in EUR 30,42 26,26 28,30
KGV 13 15 14
Dividende je Aktie in EUR 14,00 13,13 14,14
Dividendenrendite 3,51 % 3,29 % 3,55 %

*e = erwartet

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Über den Experten

Reinhard Hock
Reinhard Hock
Finanzmarktanalyst

Reinhard Hock ist seit über 25 Jahren an der Börse aktiv. Sein Interesse für die Finanzmärkte wurde während der Ausbildung zum Bankkaufmann geweckt. Später arbeitete er mehrere Jahre an der Börse Stuttgart und war dann jahrelang als freiberuflicher Redakteur mit dem Schwerpunkt Berichterstattung über Hauptversammlungen tätig. Dabei hat er sich ein umfassendes Wissen im Nebenwertebereich aufgebaut. Seit Oktober 2022 ist er bei stock3 für Fundamentalanalysen zuständig.

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