Analyse
12:30 Uhr, 26.02.2024

KERING – Gelingt die Wiederbelebung von Gucci?

Die Aktie des französischen Luxuskonzerns Kering hat in den vergangenen Wochen deutlich zugelegt. Ist der Kursanstieg gerechtfertigt?

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  • Kering S.A.
    ISIN: FR0000121485Kopiert
    Kursstand: 426,000 € (XETRA) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
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  • Kering S.A. - WKN: 851223 - ISIN: FR0000121485 - Kurs: 426,000 € (XETRA)

Luxus-Aktien haben in letzter Zeit gut performt. Getrieben wurde die gute Entwicklung vor allem durch zum Teil besser als erwartet ausgefallene Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr. Kering hat dabei jedoch nicht so überzeugt wie die Konkurrenz von LVMH oder gar Hermès.

Die Gucci-Muttergesellschaft hat 2023 nämlich einen Umsatzrückgang von knapp 4 % auf 19,57 (VJ 20,35) Mrd. EUR ausweisen müssen. Der operative Gewinn fiel sogar um 15 % auf 4,75 (VJ 5,59) Mrd. EUR. Damit wurden die durchschnittlichen Analystenschätzungen, die bei 19,7 Mrd. EUR bzw. 5,0 Mrd. EUR lagen, nicht ganz erreicht.

Der Nettogewinn ging um 18 % auf 3,06 (VJ 3,75) Mrd. EUR zurück. Pro Kering-Aktie wurden 25,02 (VJ 30,42) EUR verdient. Die Aktionäre sollen erneut eine Dividende in Höhe von 14 EUR pro Aktie erhalten.

Nettoverschuldung steigt

Der operative Cashflow stellte sich auf 4,99 (VJ 5,05) Mrd. EUR und der freie Cashflow ging auf 2,0 (VJ 3,2) Mrd. EUR. Die Nettoverschuldung kletterte deutlich auf 8,5 (VJ 2,3) Mrd. EUR, was in erster Linie an erhöhten Ausgaben für Investitionen und Übernahmen lag. So wurden beispielsweise 30 % am italienischen Luxus-Label Valentino für 1,7 Mrd. EUR erworben.

Mit 9,87 (VJ 10,49) Mrd. EUR entfiel erneut rund die Hälfte der Konzernerlöse auf Gucci. Der Rückgang belief sich auf 6 %. Der operative Gewinn von Gucci ging um 13 % auf 3,26 (VJ 3,73) Mrd. EUR noch stärker zurück. Bei Yves Saint Laurent war ein Umsatzminus von 4 % auf 3,18 (VJ 3,30) Mrd. EUR zu konstatieren bei einem Ergebnisrückgang von 5 % auf 0,97 (VJ 1,02) Mrd. EUR. Bottega Veneta erlöste mit 1,65 (VJ 1,74) Mrd. EUR um 4 % weniger. Das Ergebnis fiel sogar um 15 % auf 312 (VJ 366) Mio. EUR.

Ein Umsatzplus war lediglich im Segment Kering Eyewear zu verzeichnen. Die Erlöse stiegen hier um 38 % auf den Rekordwert von 1,57 (VJ 1,14) Mrd. EUR. Das Ergebnis wurde auf -7 (VJ -88) Mio. EUR verbessert. Begründet wurde der Zuwachs durch die Erstkonsolidierung der übernommenen Marke Maui Jim und die positive Entwicklung im Brillenportfolio allgemein.

Erneuter Ergebnisrückgang

In diesem Jahr soll Gucci wieder auf den Wachstumspfad zurückgebracht werden. Kering-CEO Henri Pinault drückte es etwas drastischer aus und sprach sogar von einer „Wiederbelebung“ der Marke. Dazu sind jedoch erstmal Investitionen nötig, die den Gewinn vor allem im ersten Halbjahr belasten werden. Die Unternehmensführung stellt deshalb einen Gewinnrückgang für 2024 in Aussicht, der aber nicht näher beziffert wird.

Analysten rechnen im Schnitt mit einem operativen Ergebnis von 4,68 Mrd. EUR. Das entspricht einem Minus von rund 1,5 %. Für den Umsatz wird dagegen mit einem Anstieg um 2,5 % auf 20,05 Mrd. EUR gerechnet.

Fazit: Vom Jahrestief bei 346 EUR stieg die Kering-Aktie seit Mitte Januar um über 20 % auf aktuell 425 EUR. Die Zuversicht nimmt zu, dass Gucci zurück in die Erfolgsspur gebracht werden kann. Kurzfristig sehe ich für das Papier jedoch wenig Impulse, so dass Kering für mich derzeit eine Halteposition ist.

Jahr 2023 2024e* 2025e*
Umsatz in Mrd. EUR 19,57 20,05 21,57
Ergebnis je Aktie in EUR 25,02 24,59 27,70
KGV 17 17 15
Dividende je Aktie in EUR 14,00 13,13 14,00
Dividendenrendite 3,29 % 3,09 % 3,29 %

*e = erwartet

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Über den Experten

Reinhard Hock
Reinhard Hock
Finanzmarktanalyst

Reinhard Hock ist seit über 25 Jahren an der Börse aktiv. Sein Interesse für die Finanzmärkte wurde während der Ausbildung zum Bankkaufmann geweckt. Später arbeitete er mehrere Jahre an der Börse Stuttgart und war dann jahrelang als freiberuflicher Redakteur mit dem Schwerpunkt Berichterstattung über Hauptversammlungen tätig. Dabei hat er sich ein umfassendes Wissen im Nebenwertebereich aufgebaut. Seit Oktober 2022 ist er bei stock3 für Fundamentalanalysen zuständig.

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