Analyse
16:20 Uhr, 30.09.2026

KAFFEE - Brasilien macht den Bullen das Leben schwer

Nach einem kräftigen Rücksetzer versucht sich der Kaffeepreis an einer Stabilisierung. Zum Monatswechsel stehen jetzt wichtige Chartmarken und die Ernteperspektiven in Brasilien im Fokus.

Erwähnte Instrumente

  • ISIN: US6289851031Kopiert
    Kursstand: 291,30 US¢/lb (ARIVA Indikation) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
  • ISIN: DE000DU0D683Kopiert
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  • Kaffee - WKN: A0G9EZ - ISIN: US6289851031 - Kurs: 291,30 US¢/lb (ARIVA Indikation)
  • Mini Future Long auf Kaffee NYBOT Rolling - WKN: DU0D68 - ISIN: DE000DU0D683 - Kurs: 9,930 € (DZ BANK)
  • Mini Future Short auf Kaffee NYBOT Rolling - WKN: DY4JXJ - ISIN: DE000DY4JXJ2 - Kurs: 11,030 € (DZ BANK)

Herzlich willkommen in der Welt der Rohstoffe! Heute steht ein Agrar-Klassiker im Fokus: Der Preis für Kaffee.

Nachdem der Kaffeepreis im Vorjahr zweimal die Marke von 435 USc als Widerstand getestet hatte, ging es bis Juni 2026 auf 243 USc je Pfund zurück. Das entspricht einem Rückgang von 44 % innerhalb von acht Monaten.

Am letzten Handelstag des Monats präsentiert sich der Kaffeepreis fester und gewinnt rund 1,5 %. Damit konnte sich der Preisverlauf von seinem Monatstief bei rund 270 USc wieder deutlich erholen.

Das darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass der übergeordnete Trend seit Herbst 2025 abwärtsgerichtet verläuft. Das zeigt sich insbesondere mit Blick auf die 200-Tage-Linie. Auch der MACD als Trendfolgeindikator liefert mit seinem negativen Verlauf weiterhin Rückenwind für die Bären.

Diese Marken sind jetzt wichtig

Kaffeepreis (USc/lb.) (Monatschart)
Statischer Chart
Live-Chart
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    ARIVA Indikation

Für Trader ergeben sich aktuell drei besonders relevante Chartmarken:

  • 356,50 USc als Widerstand
  • 304,20 USc als 200-Tage-Linie und aktuell ebenfalls als Widerstand
  • 270,00 USc als Monatstief und damit als Unterstützung

Damit steht der Kaffeepreis vor einer interessanten Ausgangslage. Zwar konnte sich der Kurs zuletzt vom Monatstief deutlich lösen, doch für eine nachhaltige Trendwende fehlt bislang der entscheidende charttechnische Befreiungsschlag.

Vor allem die 200-Tage-Linie bei 304,20 USc ist aus Trader-Sicht wichtig. Erst wenn dieser Bereich nachhaltig überwunden wird, würde sich das kurzfristige Bild weiter aufhellen. Oberhalb dieser Marke rückt anschließend der Widerstand bei 356,50 USc in den Fokus.

Auf der Unterseite bleibt dagegen das Monatstief bei 270 USc die entscheidende Unterstützung. Fällt diese Marke, würde sich das bestehende Abwärtsszenario wieder bestätigen.

Damit dürfte sich der Start in den Oktober am volatilen Preisverlauf des Septembers orientieren.

Brasilien bleibt der entscheidende Faktor

Im September endet traditionsgemäß die Haupternte in Brasilien. Gleichzeitig beginnt die Blütenphase der neuen Saison. Und genau diese entscheidet bereits heute über die künftige Ernte. Jede klimatische Unwägbarkeit verändert die Ertragserwartung und kann sich unmittelbar auf die Futures-Preise auswirken.

Damit gilt der September, insbesondere mit Blick auf das Erzeugerland Brasilien, als wichtiger Kompass für die künftige Preisentwicklung.

Für Trader bedeutet das: Beim Kaffee solltest Du neben dem Chart immer auch das Wetter und die Entwicklung der brasilianischen Ernte im Blick behalten! Schon kleinere Veränderungen bei den Ernteerwartungen können angesichts der hohen Volatilität deutliche Bewegungen im Future auslösen.

Neben dem Wetter spielt eine weitere Komponente in die Preisbildung hinein: Der brasilianische Real (BRL) notierte gegenüber dem USD zuletzt auf dem niedrigsten Stand seit sieben Wochen. Das macht brasilianischen Kaffee für internationale Käufer attraktiver und kann gleichzeitig die Produzenten zu höheren Absatzmengen animieren. Auch das wirkt kurzfristig eher preisdämpfend.

Exportangebot setzt den Preis unter Druck

So wundert es nicht, dass die Kaffeeexporte aus Brasilien im September auf ein Rekordniveau zusteuern. Bislang liegen die Ausfuhren rund 34 % über dem Vergleichsmonat des Vorjahres.

Damit dürfte zumindest kurzfristig das deutlich gestiegene Exportangebot den Preisdruck weiter verstärken. Für die Bullen wird es deshalb umso wichtiger, dass der Kaffeepreis die aktuelle Stabilisierung fortsetzt und anschließend die technischen Widerstände zurückerobert.

Aus Trading-Sicht ist die Ausgangslage klar umrissen: Oberhalb von 270 USc bleibt die Stabilisierung möglich. Ein Anstieg über 304,20 USc würde das Chartbild aufhellen. Erst oberhalb von 356,50 USc wäre allerdings ein deutlich stärkeres technisches Signal gegeben.

Mein Fazit: Der Preis für ein Pfund Kaffee stabilisiert sich, befindet sich übergeordnet aber weiter im Abwärtstrend. Für die Bullen ist zunächst die 200-Tage-Linie bei 304,20 USc entscheidend. Unter 270 USc würde sich das Rückschlagrisiko erhöhen. Die hohe Volatilität verlangt entsprechend ein konsequentes Risikomanagement.

Strategien

Auf den Basiswert Coffee Future (KC) – NYB/2026/12 gibt es mehrere Derivate, mit denen Du auf steigende oder fallende Kurse spekulieren kannst. Nachfolgend zwei mögliche Ansätze:

Long (Spekulation auf steigende Kurse): Mini Future Optionsschein Call (Hebelzertifikat) – Basis: 178,10 USc –Knockout: 182,56 USc – Laufzeit bis: open end – Hebel: 2,5. ISIN: DE000DU0D683

Short (Spekulation auf fallende Kurse): Mini Future Optionsschein Put (Hebelzertifikat) – Basis: 416,48 USc – Knockout: 412,72 USc – Laufzeit bis: open end – Hebel: 2,5 – ISIN: DE000DY4JXJ2

Das Team

Der Optionsscheine Expert Trader verfolgt regelmäßig die Kurse deutscher und internationaler Einzelwerte und Indizes und spricht bei Bedarf konkrete Kauf- und Verkaufsanregungen aus, die Leser des Optionsscheine Expert Trader unmittelbar umsetzen können. Damit wird ein transparentes Trading gewährleistet. Seit der ersten Ausgabe des Optionsscheine Expert Trader im Oktober 2019 weisen rund 82 % der abgeschlossenen Positionen einen Gewinn aus. Hier findest Du Infos zum Produkt.

Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet.

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