JPMORGAN verdient prächtig: Läuft es vielleicht schon zu gut?
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- JPMorgan Chase & Co. - WKN: 850628 - ISIN: US46625H1005 - Kurs: 352,490 $ (NYSE)
"Wir sehen nichts, was rot blinkt, und sehr wenig, was gelb blinkt“, sagt der Co-Präsident der größten US-Bank. Dann hält er kurz inne. Wer lange genug im Geschäft sei, kenne dieses Gefühl: "Es ist fast zu gut.“
Petno sprach am Dienstag auf einer Finanzkonferenz von Barclays. Seine wichtigste Nachricht für Anleger war eine konkrete Prognose: Im dritten Quartal dürften sowohl die Gebühren im Investmentbanking als auch die Erträge im Handelsgeschäft gegenüber dem Vorjahr im mittleren bis oberen Zehnerprozentbereich steigen. Im Vergleich zum Rekordquartal von April bis Juni rechnet er im Handel mit dem üblichen saisonalen Rückgang.
Die Übernahmepipeline sei weiterhin stark. Vorstände und Aufsichtsgremien hätten Vertrauen genug, um große Transaktionen anzugehen. Die Aktivität liege auf dem höchsten Niveau seit einiger Zeit, sagte Petno. JPMorgan gewinnt dabei Geschäfte in mehreren Abteilungen: Die Bank berät Unternehmen, organisiert die Finanzierung und verdient anschließend häufig auch an deren laufenden Zahlungen.
Warum Unternehmen jetzt größer werden wollen
Petno erklärt den Dealboom nicht allein mit guter Stimmung. Der Bau von KI-Infrastruktur verschlingt Kapital. Dazu kommen Investitionen in Stromversorgung, neue Fabriken und die Neuordnung globaler Lieferketten. Für manche Unternehmen wird Größe damit zur Voraussetzung, um die nächsten Jahre finanzieren zu können. "Es ist schwer, klein zu sein“, sagte Petno mit Blick auf Technologieausgaben, Cybersicherheit und internationale Präsenz.
Hinzu kommt ein Problem der Finanzinvestoren: Viele Beteiligungen müssen verkauft werden, damit Geld an ihre Investoren zurückfließen kann. Petno bezifferte das investierte Kapital, das auf eine Verwertung wartet, auf rund 4 Bio. USD. Gleichzeitig stünden rund 2 Bio. USD für neue Geschäfte bereit. Das sind Schätzungen, aus denen noch keine künftigen Gebühren für JPMorgan folgen. Sie erklären aber, weshalb Petno auch über das laufende Quartal hinaus mit Transaktionen rechnet.
Die Bank versucht, möglichst viele dieser Kapitalströme zu begleiten. Petno will JPMorgan für Gründer, Risikokapitalgeber, Finanzinvestoren und deren Unternehmen zugleich zur wichtigsten Bank machen. Besonders im Geschäft mit privatem Kapital sieht er über die Zeit zusätzliche Umsätze in Milliardenhöhe. Große Übernahmen durch JPMorgan selbst plant er dagegen nicht als Wachstumsmotor. Die Hürde für Zukäufe sei „sehr, sehr hoch“.
Das Kreditbuch verlangt mehr Vorsicht als der Dealmarkt
Ausgerechnet der KI-Boom, der neue Geschäfte schafft, könnte die Bank auch verwundbar machen. JPMorgan finanziert den Ausbau der Branche, will aber seine Kredite an führende KI-Unternehmen und große Rechenzentrumsbetreiber begrenzen. Man könne sein Kreditbuch mit solchen Engagements "sehr schnell füllen“, warnte Petno. Die Bank prüfe deshalb, was bei unterschiedlichen negativen Entwicklungen der Technologie passieren würde.
Bei privaten Kreditfonds klingt er ebenfalls vorsichtiger als bei Übernahmen. Der Markt funktioniere wieder besser, doch die vergangenen 15 Jahre seien von ungewöhnlich günstigen Kreditbedingungen geprägt gewesen. In einem Abschwung könnten vor allem schwächere Anbieter Probleme bekommen. Innerhalb der US-Wirtschaft beobachtet JPMorgan außerdem Unternehmen, die von Kunden mit sehr niedrigen Einkommen abhängen, sowie Geschäftsmodelle, die durch KI verdrängt werden könnten. Noch sieht Petno darin keine systemische Gefahr.
Hohe Handelsumsätze und viele Deals zeigen, wie gut JPMorgan das derzeitige Umfeld nutzt. Sie sagen wenig darüber aus, wie sich die Kredite künftig entwickeln, wenn Zinsen, Energiepreise oder die Konjunktur Unternehmen länger belasten. Petno selbst bezeichnete die Kreditqualität als ausgesprochen gut. Gerade deshalb stellte er die Frage, ob die Bank momentan überdurchschnittlich verdient.
Stablecoins beeindrucken die Bank bislang kaum
Bei einer anderen möglichen Bedrohung blieb Petno gelassen: Stablecoins. Trotz der Aufmerksamkeit für digitale Dollar sehe JPMorgan außerhalb des Kryptogeschäfts bislang wenig Nachfrage institutioneller Kunden. Das eigene Blockchain-System Kinexys bewege nach seinen Angaben etwa 5 Mrd. USD pro Tag. Stablecoins seien aus seiner Sicht noch ein junges Produkt, bei dem etwa die Regulierung und die Verbindung verschiedener Systeme ungeklärt seien.
Petno schließt das Risiko für klassische Bankeinlagen dennoch nicht aus. Sollten Kunden größere Beträge in Stablecoins verschieben, könnte das Banken treffen. Wie groß eine solche Bewegung ausfallen würde, sei heute nicht abzusehen. JPMorgan habe die Technik und könne bei Bedarf selbst einen Stablecoin entwickeln.
Fazit: Für das dritte Quartal stellt JPMorgan starke Zuwächse im Investmentbanking und im Handel in Aussicht. Zugleich benennt der Mann, der diese Geschäfte verantwortet, die Stellen, an denen die nächste Belastung entstehen könnte: konzentrierte KI-Kredite, schwächere private Kreditgeber und eine Konjunktur, die sich bislang ungewöhnlich widerstandsfähig zeigt. Dass Petno bei all dem sagt, es laufe "fast zu gut“, kann da am meisten beunruhigen. Die Aktie von JPMorgan ist gut gelaufen. Ich würde derzeit eine Korrektur von 10 bis 20 % abwarten, für einen ersten Einstieg.
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| Jahr | 2025 | 2026e* | 2027e* |
| Umsatz in Mrd. USD | 182,44 | 207,91 | 213,42 |
| Ergebnis je Aktie in USD | 19,73 | 24,16 | 25,00 |
| KGV | 18 | 15 | 14 |
| Dividende je Aktie in USD | 5,80 | 6,31 | 6,90 |
| Dividendenrendite | 1,65% | 1,79% | 1,96% |
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*e = erwartet, Berechnungen basieren bei |

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