IHW: Ölpreisschock gefährdet Erholung in Deutschland
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Von Andreas Plecko
DOW JONES---Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hat seine Wachstumsprognose für 2026 gesenkt. Während die Ökonomen im Dezember noch von einem Plus von 1,0 Prozent ausgingen, prognostizierte das Institut in seiner Frühjahrsprognose für dieses Jahr nur noch ein Wachstum von 0,7 Prozent. Für das Jahr 2027 wird weiterhin ein Anstieg von 1,0 Prozent erwartet. Hauptgrund für diese eingetrübten wirtschaftlichen Aussichten sind die weltweit steigenden Energiepreise: Infolge des neuen Krieges am Golf ist der Ölpreis zuletzt auf über 100 US-Dollar pro Barrel geklettert, was die Einkommen der privaten Haushalte belastet und die Produktionskosten in die Höhe treibt.
Dennoch treffe dieser Preisschock auf eine Weltwirtschaft, die sich trotz drastischer US-Zollerhöhungen bislang als bemerkenswert robust erweise, hieß es. Davon profitieren der Welthandel und insbesondere die chinesische Exportwirtschaft. In den USA werde die Konjunktur maßgeblich von Investitionen im Tech-Sektor angetrieben, während im Euroraum steigende Reallöhne und günstige Finanzierungsbedingungen stützend wirkten.
Für die weitere wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland unterstellt das Institut, dass die Energiepreise in der zweiten Jahreshälfte 2026 wieder deutlich sinken werden. Unter dieser Annahme belaufe sich der zusätzliche Inflationseffekt in diesem Jahr auf nur etwa 0,5 Prozentpunkte, wodurch der Dämpfer für die Realwirtschaft begrenzt bleibe. Zusätzliche Unterstützung erfahre die heimische Konjunktur in diesem und im nächsten Jahr durch erhöhte Staatsausgaben für Verteidigung und Infrastruktur sowie durch sich stabilisierende Exporte. Zwar dürfte die Erholung im ersten Halbjahr wegen der hohen Energiekosten noch verhalten ausfallen, doch in der zweiten Jahreshälfte sollte die wirtschaftliche Belebung wieder spürbar an Schwung gewinnen.
Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com
DJG/apo/hab
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