Analyse
06:44 Uhr, 24.02.2026

IBM mit größten Tagesverlust in über 25 Jahren Börse

Die Aktie von IBM hat mit einem Minus von 13,2 % den stärksten Tagesverlust seit dem 18. Oktober 2000 verzeichnet. Auslöser war kein Quartalsbericht, sondern eine Ankündigung des KI-Start-ups Anthropic, das mit seinem Tool Claude Code die Modernisierung von COBOL-Anwendungen beschleunigen will.

Investoren reagierten nervös und stellten die Zukunftsfähigkeit des lukrativen Mainframe-Geschäfts infrage.

COBOL ist bis heute eine tragende Säule geschäftskritischer IT-Systeme in Banken, Versicherungen und Behörden. Ein erheblicher Teil dieser Anwendungen läuft auf IBM-Großrechnern. Jahrzehntelang galt die Modernisierung dieser Systeme als komplex, teuer und personalintensiv. Anthropic argumentiert nun, KI-gestützte Werkzeuge könnten Analyse- und Migrationsprozesse drastisch verkürzen und Projekte, die bislang Jahre dauerten, innerhalb weniger Quartale ermöglichen.

Der Markt las die Botschaft als potenziellen Angriff auf IBMs Burggraben. Wenn KI-Tools die Abhängigkeit von spezialisierten Beratungs- und Integrationsleistungen reduzieren, könnte das die Preissetzungsmacht im Ökosystem schwächen. Entsprechend gerieten auch andere Softwaretitel unter Druck. Aktien von CrowdStrike und Datadog verloren ebenfalls deutlich, da Investoren die Signalwirkung neuer KI-gestützter Sicherheits- und Entwicklungstools neu bewerteten.

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