Analyse
07:45 Uhr, 15.05.2026

FIGMA - Erwartungen deutlich übertroffen, Aktie vor Turnaround?

Figma erlebt gerade einen wichtigen Moment innerhalb der Softwarebranche: Das Unternehmen profitiert nicht nur vom KI-Hype, sondern beginnt, ihn messbar in Umsatz zu verwandeln.

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  • Figma Inc. - WKN: A41DRC - ISIN: US3168411052 - Kurs: 20,240 $ (NYSE)

Während viele Anbieter noch nach tragfähigen Geschäftsmodellen für künstliche Intelligenz suchen, zeigt die kollaborative Designplattform bereits erste Monetarisierungserfolge. Genau das macht den starken Jahresauftakt für Investoren bemerkenswert.

Im ersten Quartal 2026 steigerte Figma den Umsatz um 46 % auf 333 Mio. USD und übertraf damit die Analystenerwartungen von rund 313 Mio. USD deutlich. Das Wachstum beschleunigte sich damit erneut, nach 40 % im Vorquartal und 38 % im dritten Quartal 2025. Der Bruttogewinn lag bei 275 Mio. USD, die Non-GAAP-Bruttomarge bei 82 %. Das operative Ergebnis auf Non-GAAP-Basis erreichte 52 Mio. USD, entsprechend einer Marge von 16 %. Der freie Cashflow belief sich auf 89 Mio. USD, die Free-Cashflow-Marge lag bei 27 %. Zum Quartalsende verfügte Figma über 1,6 Mrd. USD an liquiden Mitteln und marktfähigen Wertpapieren.

KI wird zum Wachstumsmotor

Der zentrale Treiber war laut Management eine Kombination aus Sitzplatzausweitung, steigender Enterprise-Nachfrage und wachsender Nutzung neuer KI-Produkte. Besonders Figma Make, MCP und Figma Weave gewinnen an Bedeutung. Vorstandschef Dylan Field formulierte die strategische These klar: Wenn die Umsetzung von Software durch KI immer billiger werde, verlagere sich der Engpass zur Frage, was überhaupt gebaut werden solle. Design, Kreativität und Urteilskraft würden damit wertvoller.

Diese These spiegelt sich zunehmend in den Kundenzahlen wider. Die Zahl zahlender Kunden stieg im Jahresvergleich um 54 % auf rund 690.000. Kunden mit mehr als 10.000 USD jährlichem wiederkehrendem Umsatz wuchsen um 37 %, Kunden mit mehr als 100.000 USD ARR um 48 %. Die Net Dollar Retention für Kunden oberhalb von 10.000 USD ARR erreichte 139 %, der höchste Wert seit mehr als zwei Jahren.


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Besonders wichtig ist die Nutzung von KI in großen Kundenbeziehungen. Rund 60 % der Kunden mit mehr als 100.000 USD ARR nutzten Figma Make im ersten Quartal wöchentlich, nach etwas mehr als 50 % im Vorquartal. Gleichzeitig verwendeten mehr als 80 % der Make-Nutzer mit Full Seats weiterhin Figma Design für visuelle Bearbeitung und Exploration. Das spricht dafür, dass KI die klassische Designarbeit nicht ersetzt, sondern tiefer in bestehende Workflows eingebettet wird.

Mehr Sitze, mehr Credits, mehr Kontrolle

Seit dem 18. März setzt Figma KI-Credit-Limits für alle Seats (also pro Arbeitsplatz) durch. Die frühe Reaktion fällt laut Finanzchef Praveer Melwani besser aus als erwartet. Mehr als 75 % der Org- und Enterprise-Nutzer, die zuvor über ihrem Credit-Limit lagen, nutzten auch nach Einführung der Limits weiter Credits. Mehr als 95 % dieser Nutzer blieben auf der Plattform aktiv. Pro-Teams, die KI-Credit-Add-ons kauften, hatten im Durchschnitt mehr Seats und annualisierte Ausgaben von mehr als dem Dreifachen vergleichbarer Teams ohne Add-ons.

Das Management betont dabei, dass das Modell Nutzung ermöglichen und nicht beschränken soll. Figma arbeitet an erweiterten Admin-Kontrollen, Pay-as-you-go-Modellen für Pro-Kunden und flexibleren Enterprise-Verträgen. Neben dem Verkauf zusätzlicher Credits treiben die KI-Funktionen auch Seat-Upgrades: Kunden wechseln auf Full Seats, um höhere Limits und Zugriff auf neue Funktionen zu erhalten.

Auch MCP entwickelt sich zu einem wichtigen Hebel. Die Funktion erlaubt Entwicklern und KI-Agenten, direkt mit Figma-Dateien zu arbeiten. Die wöchentlich aktiven MCP-Nutzer in Figma Design verfünffachten sich gegenüber dem Vorquartal. Bei Kunden mit mehr als 100.000 USD ARR wuchsen die Full Seats bei MCP-Nutzern im Quartal rund 70 % schneller als bei Kunden ohne MCP-Nutzung.

Enterprise-Kunden vertiefen die Nutzung

Figma verwies im Call auf mehrere Großkunden. Google nutzt die Plattform für KI-native Gemini-Erlebnisse und sieht Figma weiterhin als zentrale Arbeitsumgebung für detaillierte Produktentwicklung. Lufthansa setzte Figma Make ein, um eine interaktive Pilotennavigations-App zu prototypisieren, bevor Produktionscode geschrieben wurde. Rocket Mortgage integrierte sein Designsystem direkt in Figma Make, wodurch auch Teams außerhalb des Designs Dashboards, Präsentationen und Kundenerlebnisse erstellen können.

Auch außerhalb klassischer Softwareentwicklung entstehen neue Anwendungsfälle. Das Architekturbüro NBBJ nutzt Figma Weave für fotorealistische Renderings und will die Nutzung in den kommenden drei Monaten verdreifachen. Für Figma ist das strategisch relevant: Die Plattform soll nicht nur Designteams bedienen, sondern breiter in Produkt, Engineering, Marketing, Architektur und Unternehmenskommunikation hineinwachsen.

International bleibt das Geschäft dynamisch. Der Auslandsumsatz stieg um 48 %. In Indien schloss Figma den größten regionalen Deal der Unternehmensgeschichte ab, in Europa verdoppelte ein großer Anbieter industrieller Automatisierung seine Developer Seats. Bei diesem Kunden übertreffen Ingenieure inzwischen die Zahl der Designer auf der Plattform.

Prognose deutlich angehoben

Für das zweite Quartal erwartet Figma einen Umsatz zwischen 348 Mio. und 350 Mio. USD, was am Mittelpunkt einem Wachstum von 40 % entspricht. Für das Gesamtjahr 2026 hob das Unternehmen die Umsatzprognose auf 1,422 Mrd. bis 1,428 Mrd. USD an. Das entspricht rund 35 % Wachstum und liegt 55 Mio. USD über der bisherigen Planung. Die Analysten hatte mit deutlich weniger gerechnet.

Auch die Ergebnisprognose wurde erhöht. Das Non-GAAP-Betriebsergebnis soll nun 125 Mio. bis 135 Mio. USD erreichen, 25 Mio. USD mehr als zuvor. Als Gründe nennt Figma höhere Umsätze, operative Effizienz und Optimierungen bei der KI-Infrastruktur. Gleichzeitig stellte das Management klar, dass die Bruttomarge durch steigende KI-Nutzung unter Druck geraten kann. Einen konkreten Margenboden nannte Figma nicht. Stattdessen will das Unternehmen vor allem Bruttogewinn in absoluten Zahlen maximieren und zugleich Kosten über Modell-Routing, Anbieterflexibilität und eigene Designmodelle begrenzen.

Im Wettbewerb sieht Figma zunehmende Konkurrenz durch Hyperscaler und KI-Modellanbieter, verweist aber auf eigene Stärken: eine performante Multiplayer-Canvas, tiefen Produktkontext und die Verbindung von KI, Code und visueller Bearbeitung in einer Plattform. Field räumte ein, dass Anbieter wie Anthropic ernst zu nehmen seien, sieht aber zugleich Chancen für Partnerschaften, etwa mit Google.

Fazit: Auf GAAP-Basis beibt Figma noch lange defizitär. Auch kann es Anlegern kaum gefallen, dass weiter fleißig neue Aktien ausgegeben werden. Das ist der große Nachteil von Optionsprogrammen für die Mitarbeiter. Dennoch, die Figma-Aktie könnte sich jetzt mal an einem ersten Boden versuchen. Ein Selbstläufer wird das aber wohl nichtwerden. Der erste Schritt ist getan, jetzt gilt es das Tempo zu halten und die Börse weiter zu überzeugen.

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Jahr 2025 2026e* 2027e*
Umsatz in Mrd. USD 1,06 1,37 1,65
Ergebnis je Aktie in USD 0,30 0,23 0,29
Gewinnwachstum -23,33% 26,09%
KGV 73 96 76
KUV 11,4 8,8 7,3
PEG neg. 2,91
*e = erwartet, Berechnungen basieren bei
US-Unternehmen auf Non-GAAP-Daten
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