Kommentar

Hängepartie im DAX geht weiter – Zurückhaltung vor morgigen US-Inflationsdaten

Seit 13 Handelstagen bewegt sich der Deutsche Aktienindex mehr oder minder immer wieder an die Marke von 16.950 Punkten zurück. Während ein Teil der Anleger dieses Kursniveau als guten Einstiegskurs sieht, erscheinen den anderen über 17.000 Punkten Gewinnmitnahmen sinnvoll.

Erwähnte Instrumente

  • DAX
    ISIN: DE0008469008Kopiert
    Aktueller Kursstand:  
  • DAX - WKN: 846900 - ISIN: DE0008469008 - Kurs: 16.926,50 Pkt (XETRA)

Es bleibt damit eine Hängepartie zwischen Bullen und Bären. Aus der Schaukelbörse ist nahezu Stillstand geworden.

Impulse fehlen auch, weil die chinesische Börse wegen der Neujahresfeierlichkeiten geschlossen ist. Außerdem wird in Japan, Hongkong, Singapur, Taiwan und Südkorea heute nicht gehandelt. Zwar schloss der S&P 500 an der Wall Street am Freitag auf einem neuen Rekordhoch. Dieser Effekt aber verpufft in Frankfurt, weil im DAX große Technologieunternehmen in den USA fehlen. Dort notiert auch der gleichgewichtete S&P 500 noch gut fünf Prozent von seinem Allzeithoch entfernt. Microsoft, Nvidia, Apple, Amazon und Meta haben im Moment ungefähr die gleiche Marktkapitalisierung wie der gesamte chinesische Aktienmarkt. Sie sind außerdem siebenmal so schwer wie der DAX.

Nach einer Abwärtsrevidierung der Inflation für Dezember blicken Anleger jetzt gebannt auf die Inflationsdaten für Januar aus den USA, die morgen erscheinen. Durch das zuletzt stoische Festhalten der US-Notenbank an höheren Zinsen für längere Zeit dürften die Teuerungsraten zwar weiterhin beachtet werden. Sie sollten aber gleichzeitig an Schlagkraft verlieren, außer es kommt zu einem überraschenden Ruck nach unten. Die Fed hat klargestellt, dass sie sich nicht durch einmalige Daten beeindrucken lassen wird. Erst eine Verstetigung der Inflation bei zwei Prozent dürfte den Ausschlag für Zinssenkungen geben. Die Fed hat die Inflation wahrscheinlich wirksam bekämpfen können, ohne eine Rezession auszulösen – ein im historischen Vergleich seltenes Kunststück, das verständlicherweise zu neuen Höchstständen bei Aktien führt.

Bitcoin steigt über 49.000 Dollar. Das sind 6.000 Dollar mehr als noch vor sechs Handelstagen. Im Moment lassen sich positive Kapitalströme in die im Januar neu gestarteten Spot-ETFs beobachten. Anleger nutzen die neuen Instrumente quasi mit Zeitverzögerung, um in Bitcoin einzusteigen.

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Über den Experten

Jochen Stanzl
Jochen Stanzl
Chefmarktanalyst CMC Markets

Jochen Stanzl begann seine Karriere in der Finanzdienstleistungsbranche als Mitbegründer der BörseGo AG (jetzt stock3 AG), wo er 18 Jahre lang mit den Marken GodmodeTrader sowie Guidants arbeitete und Marktkommentare und Finanzanalysen erstellte.

Er kam im Jahr 2015 nach Frankfurt zu CMC Markets Deutschland, um seine langjährige Erfahrung einzubringen, mit deren Hilfe er die Finanzmärkte analysiert und aufschlussreiche Stellungnahmen für Medien wie auch für Kunden verfasst. Er ist zu Gast bei TV-Sendern wie Welt, Tagesschau oder n-tv, wird zitiert von Reuters, Handelsblatt oder DPA und sendet seine Einschätzungen über Livestreams auf CMC TV.

Jochen Stanzl verfolgt einen kombinierten Ansatz, der technische und fundamentale Analysen einbezieht. Dabei steht das 123-Muster, Kerzencharts und das Preisverhalten an wichtigen, neuralgischen Punkten im Vordergrund. Jochen Stanzl ist Certified Financial Technician” (CFTe) beim Internationalen Verband der technischen Analysten IFTA.

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