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Kommentar
08:40 Uhr, 11.08.2026

Guten Morgen aus der Redaktion: Nvidia, Öl und Gold im Fokus

Brent steigt den fünften Handelstag in Folge und notiert bei rund 88 Dollar je Barrel.

Dabei wird ein Faktor zunehmend interessant: Amerikas strategische Ölreserve schrumpft schnell. Anfang des Jahres lagen noch gut 415 Mio. Barrel in der Strategic Petroleum Reserve. Ende Juli waren es nur noch rund 299 Mio. Barrel, der niedrigste Stand seit 1983. Allein in der jüngsten Berichtswoche wurden rund 6 Mio. Barrel freigegeben. Das Lager ist noch beträchtlich, der Spielraum Washingtons für anhaltend große Marktinterventionen nimmt jedoch ab. Teheran dürfte diese Rechnung kennen. Trump hat sich komplett verzockt.

Die Futures auf den Euro Stoxx 50 und den FTSE 100 signalisieren einen weitgehend unveränderten Handelsbeginn. Auch die US-Futures zeigen nur moderate Bewegungen. Nasdaq-100-Futures liegen rund 0,3 % höher.

Asien kaum verändert, Korea deutlich stärker.

Der MSCI Asia Pacific ex Japan bewegt sich leicht im Plus. Südkorea gehört zu den stärkeren Märkten. Der Kospi steigt zeitweise bis zu 1,6 %. Technologieaktien führen die Gewinne an.

Samsung Electronics legt rund 4 % zu. Auch TSMC und SK Hynix gehören zu den Gewinnern. Anleger greifen weiterhin bei Unternehmen zu, die vom Ausbau der KI-Infrastruktur profitieren könnten. der Nvidia / Private Equity Deal über 500 Mrd. $ ür KI Infrastruktur stützt.

Japan bleibt wegen des Mountain-Day-Feiertags geschlossen.

Gold erreicht zeitweise mehr als 4.400 Dollar je Unze und damit ein Zweimonatshoch. Der Ausbruch über die 100-Tage-Linie hat zusätzliche technische Käufe ausgelöst. Später gibt der Preis leicht auf etwa 4.370 Dollar nach.

Bemerkenswert ist die gleichzeitige Stärke von Öl und Gold. In den vergangenen Monaten liefen beide Anlageklassen häufig nicht in dieselbe Richtung. Damit wird eien Trendwende bei Gold offensichtlicher.

Citigroup sieht Europa weiterhin als attraktive Positionierungsstory. Die Strategen beobachten wieder stärkere Käufe europäischer Aktien. Die Positionierung im Euro Stoxx 50 und FTSE hat sich zuletzt in Richtung moderat bullish verschoben.

Goldman Sachs verweist ebenfalls auf eine Verbesserung des Anlegerinteresses an Europa. Nach Einschätzung der Bank werden viele strukturelle Schwächen europäischer Aktien überschätzt, etwa geringes Wachstum, niedrige Kapitalrenditen, Wettbewerb aus China oder die Belastung durch höhere Energiepreise. Besonders auffällig: Europäische Aktien verzeichnen laut Goldman die stärksten Mittelzuflüsse seit zehn Jahren, das Ausnahmejahr 2021 ausgenommen.

Weltwirtschaft zeigt mehr Dynamik
Der Global GDP Tracker von Bloomberg Economics signalisiert wieder etwas mehr Wachstum. Die Weltwirtschaft expandierte im Juli demnach mit einer annualisierten Quartalsrate von 4,0 %. Zuvor waren es 3,7 %. Der langfristige Durchschnitt liegt bei 3,6 %.

Von den Unternehmen:

Apollo Global Management, Blackstone, BlackRock und Brookfield Asset Management arbeiten mit Nvidia an einem Investitionsprogramm über 500 Mrd. Dollar für KI-Infrastruktur.

Bloomberg sieht dieses Paket als wichtigen Impuls für die weiterhin sehr starke KI-Investmentthese. Anleger setzen darauf, dass die hohen Ausgaben für Rechenzentren, Chips und Strominfrastruktur das Wachstum des Technologiesektors weiter stützen.

Parallel meldet Bloomberg, dass Anthropic einen Deal über 9,1 Mrd. Dollar mit Riot Platforms vereinbart hat. Riot kommt ursprünglich aus dem Bitcoin-Mining und baut inzwischen Kapazitäten für KI-Rechenzentren auf.

Intel möchte seine geplante Aktienplatzierung deutlich vergrößern. Bloomberg zufolge sollen nun rund 20 Mrd. Dollar aufgenommen werden. Ursprünglich war ein etwa ein Drittel kleineres Volumen vorgesehen.

Santander will eigene Aktien im Volumen von bis zu 1,825 Mrd. Euro zurückkaufen. Das entspricht ungefähr 25 % des bereinigten Konzerngewinns aus dem ersten Halbjahr 2026.

TAG Immobilien erwartet für 2026 den FFO I nun am oberen Ende der bisherigen Prognosespanne.

Alcon meldete für das zweite Quartal einen bereinigten Gewinn je Aktie von 0,84 Dollar. Im Vorjahr waren es 0,76 Dollar, der Konsens lag ebenfalls bei 0,76 Dollar.

Patrizia steigerte das operative Ergebnis im ersten Halbjahr von 15,2 Mio. auf 26,5 Mio. Euro.

Bell erhöhte das EBITDA im ersten Halbjahr von 159,7 Mio. auf 173,2 Mio. Franken.

Storskogen erzielte im zweiten Quartal einen Umsatz von 8,86 Mrd. SEK. Erwartet worden waren 8,76 Mrd. SEK.

Tecan meldete eine bereinigte EBITDA-Marge von 15,1 % nach 15,0 % im Vorjahr.

CEZ erhöhte den bereinigten Nettogewinn im ersten Halbjahr von 16,7 Mrd. auf 17,8 Mrd. Kronen.

Norma erzielte im zweiten Quartal ein bereinigtes EBIT von 7,6 Mio. Euro.

Wallenius Wilhelmsen kam im zweiten Quartal auf ein EBIT von 175 Mio. Dollar. Der Konsens lag bei 179 Mio. Dollar.

Aktionärsbrief Depotwert TKH Group überzeugt komplett mit den H2-Zahlen. TKH steigerte das bereinigte EBITA im ersten Halbjahr von 80,2 Mio. auf 113,7 Mio. Euro. Wir betrachten den Titel als die "billigere" Basler.

Volker Schulz

Redaktionsleiter Hans A. Bernecker Börsenbriefe https://www.bernecker.info/

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