Europäische Versorger: Höhere Preise treiben Gewinnschätzungen
- Lesezeichen für Artikel anlegen
- Artikel Url in die Zwischenablage kopieren
- Artikel per Mail weiterleiten
- Artikel auf X teilen
- Artikel auf WhatsApp teilen
- Ausdrucken oder als PDF speichern
BofA wird für Europas Versorger optimistischer. Hintergrund sind deutlich höhere Gaspreisannahmen: Für 2027 steigt die Prognose für den europäischen TTF-Preis von 39 auf 55 €/MWh, für Q4/26 werden sogar 100 €/MWh erwartet. Treiber sind anhaltende Störungen katarischer LNG-Exporte durch die Straße von Hormus, rekordniedrige europäische Gasspeicher und eine anziehende asiatische LNG-Nachfrage. Die Risiken bleiben allerdings hoch: Ein milder Winter könnte die Gaspreise deutlich drücken. Einzelne ausgeprägte Kältephasen – deren Auftreten durch die mit El Niño verbundenen Veränderungen der atmosphärischen Zirkulation begünstigt werden kann – bergen dagegen erhebliches Preisspitzenrisiko.
BofA hebt entsprechend die Strompreisannahmen für 2027 um durchschnittlich 9 €/MWh bzw. 9 %, für 2028 um 4 €/MWh bzw. 5 % an. Höhere Absicherungspreise und sukzessive Preisanpassungen im Vertrieb sollten Gewinn- und Guidance-Upgrades ermöglichen. Bei mehreren Versorgern liegen die neuen 2027er EPS-Schätzungen der Bank 6–9 % über Konsens.
Besonders im Fokus stehen SSE und RWE: Für beide erwartet BofA starke November-Zahlen und sieht 2027 ein EPS-Potenzial von 7–8 % über Konsens. Auch EDP und Endesa bieten Revisionspotenzial. Verbund und ERG werden von Underperform auf Neutral hochgestuft; hier liegen die EPS-Schätzungen sogar mehr als 15 % über Konsens. Risiko bleiben staatliche Preisdeckel und Übergewinnabschöpfungen, insbesondere in Spanien und Italien.
Exklusiv-Angebot: Bernecker Aktionärsbrief + TV für stock3 Leser
