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Kommentar
07:22 Uhr, 15.06.2026

Guten Morgen aus der Redaktion

Die internationalen Aktienmärkte starten mit kräftigem Rückenwind in die neue Woche. Auslöser ist die überraschende Einigung zwischen den USA und dem Iran zur Wiederöffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus. Die Aussicht auf eine Normalisierung der Öl- und Gaslieferungen aus dem Nahen Osten ließ den Ölpreis um mehr als 5 % einbrechen, während Aktien, Anleihen und Kryptowährungen deutlich zulegten. Anleger setzen darauf, dass der Rückgang der Energiepreise den Inflationsdruck mindert und den Notenbanken künftig mehr Spielraum für eine weniger restriktive Geldpolitik eröffnet. Entsprechend stiegen die asiatischen Börsen um bis zu 3 %, die Futures auf S&P 500 und Euro Stoxx 50 legten jeweils mehr als 1 % zu, während die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf 4,43 % zurückfiel.

Trotz der Erleichterungsrally bleibt Vorsicht angebracht. Das Abkommen muss erst noch offiziell unterzeichnet werden, zudem laufen die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm weiter. Marktteilnehmer richten ihren Blick daher bereits auf die geldpolitischen Entscheidungen dieser Woche. Im Fokus steht insbesondere die erste Fed-Sitzung unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh. Daneben entscheiden auch die Bank of Japan, die australische Notenbank sowie weitere Währungshüter über ihren künftigen Kurs. Die Frage bleibt, ob der Rückgang der Energiepreise zu einer Entspannung bei der Inflation führt und damit den Weg für eine lockerere Geldpolitik ebnet.

Unterdessen bleibt die KI-Euphorie ein wichtiger Treiber für die Aktienmärkte. Trotz der geopolitischen Unsicherheiten markierten globale Aktienindizes in den vergangenen Wochen neue Höchststände. Gleichzeitig profitieren zyklische Rohstoffe von der verbesserten Risikostimmung: Kupfer legte zu, Gold und Silber verzeichneten ebenfalls kräftige Gewinne. Die Kombination aus sinkenden Ölpreisen, nachlassendem Inflationsdruck und robusten Wachstumserwartungen sorgt damit für einen freundlichen Auftakt in eine Woche, die von den Notenbanken dominiert werden dürfte.

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