Goldman stresstestet Oracle: Selbst ohne OpenAI bleibt ein Milliardenkonzern
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- Oracle Corp. - WKN: 871460 - ISIN: US68389X1054 - Kurs: 125,610 $ (NYSE)
Laut Goldman wird Oracle aber durchkommen. Die US-Investmentbank nimmt Oracles gigantische KI-Wachstumsstory auseinander und rechnet durch, was passiert, wenn der wichtigste Kunde OpenAI seine Zusagen vollständig, teilweise oder überhaupt nicht erfüllt. Das Ergebnis ist definitiv erstaunlich., ich habs mir aber in die Richtung gedacht. Der Macher hinter Oracle, Larry Ellison, hat bisher immer brutal abgeliefert.
Oracle hat enormes Upside, hängt beim KI-Ausbau aber massiv an OpenAI. Gleichzeitig zeigt das Modell, wie robust das bestehende Oracle-Geschäft inzwischen ist.
Goldman Sachs modelliert 3 Szenarien für das Geschäftsjahr 2030. Im Bull Case funktioniert Oracles Plan praktisch vollständig. Dann erreicht der Konzern rund 224 Mrd. USD Umsatz, 100 Mrd. USD operativen Gewinn und etwa 23 USD Gewinn je Aktie. Der Gewinn je Aktie würde damit von 2026 bis 2030 um durchschnittlich rund 35% jährlich wachsen.
Im Base Case wird man vorsichtiger und reduziert die erwarteten Umsätze mit OpenAI um 15%. Trotzdem käme Oracle 2030 noch auf rund 204 Mrd. USD Umsatz, knapp 82 Mrd. USD operativen Gewinn und etwa 18 USD Gewinn je Aktie. Das entspräche immer noch einem EPS-Wachstum von rund 27% pro Jahr.
Im Bear Case wird der gesamte erwartete OpenAI-Umsatz auf null gesetzt. Nicht 20% weniger, nicht 50% weniger, sondern null. Oracle würde trotzdem noch rund 130 Mrd. USD Umsatz, 44 Mrd. USD operativen Gewinn und rund 10 USD Gewinn je Aktie erzielen.
Das zeigt 2Dinge gleichzeitig.
Erstens: OpenAI ist für Oracles KI-Story gewaltig. Im Bull Case wird für 2030 mit rund 125 Mrd. USD Umsatz aus diesem Komplex kalkuliert. Fällt dieser Umsatz weg, entstehen zusätzlich hohe Kosten, weil bereits aufgebaute Rechenzentrumskapazitäten nicht einfach verschwinden. Für das entsprechende OCI-Geschäft wird im Bear Case deshalb sogar eine negative Bruttomarge von rund 18% modelliert.
Zweitens: Oracle besteht nicht nur aus dieser KI-Wette. Datenbanken, Cloud-Software, SaaS, Wartung und das klassische Enterprise-Geschäft bilden einen enorm profitablen Sockel. Selbst ein kompletter Ausfall des OpenAI-Szenarios würde Oracle deshalb nicht annähernd zerstören.
Noch wichtiger ist der Blick auf den Auftragsbestand. Oracle hat seine langfristigen Umsatzziele massiv erhöht. Gleichzeitig ist der Anteil dieser zukünftigen Umsätze, der bereits durch vertragliche Verpflichtungen abgedeckt ist, deutlich gestiegen. Für die Jahre 2028 bis 2030 ergibt sich im Durchschnitt eine rund 30% höhere RPO-Abdeckung als noch zum Zeitpunkt des früheren Investor Day.
RPO steht für Remaining Performance Obligations. Vereinfacht gesagt, Leistungen, die Kunden bereits vertraglich zugesagt haben, Oracle aber noch nicht als Umsatz verbuchen durfte. Das ist wichtig, weil Oracles gigantische Wachstumsziele damit nicht ausschließlich auf Hoffnungen beruhen. Ein erheblicher Teil der Nachfrage steht bereits im Auftragsbuch.
Hier liegt aber auch das Risiko. Ein Vertrag ist noch kein realisierter Umsatz und schon gar kein sicherer Cashflow. Oracle muss enorme Rechenzentrumskapazitäten bauen, GPUs beschaffen, Strom sichern und Milliarden investieren, bevor große Teile dieser Umsätze tatsächlich entstehen. Gleichzeitig konzentriert sich ein erheblicher Teil des erwarteten Wachstums auf wenige große KI-Kunden.
Oracle hat mittlerweile einen gigantischen vertraglich abgesicherten KI-Backlog und eine deutlich bessere Sichtbarkeit auf die kommenden Jahre. Wenn dieser Backlog tatsächlich umgesetzt wird, kann Oracle bis 2030 in eine völlig neue Gewinnliga aufsteigen. Aber die zentrale Frage ist nicht mehr, ob Nachfrage vorhanden ist. Die entscheidende Frage lautet, wie viel dieser Nachfrage Oracle profitabel, finanzierbar und rechtzeitig in echte Rechenleistung, Umsatz und Cashflow verwandeln kann.
Bull Case: 23 USD EPS. Base Case: 18 USD. Selbst ohne OpenAI: rund 10 USD.
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