KI-Blase: Was der Midterm-Crash für deine Aktien bedeutet
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Platzt die KI-Blase? Zwei Tage nach den US-Midterms hat die Wall Street ihren schwächsten Tag seit April 2025 erlebt: Der Nasdaq 100 verlor am 5. November 6,4 Prozent, so viel wie seit März 2020 nicht mehr, der S&P 500 fiel um 4,4 Prozent, und rund 2,5 Billionen US-Dollar Börsenwert lösten sich auf. Der Auslöser sitzt nicht in den Bilanzen, sondern in den Wahllokalen: Die Demokraten haben die Gouverneursposten in Texas, Ohio und Georgia gewonnen, und in 40 von 41 lokalen Abstimmungen stimmten die Wähler laut Ballotpedia gegen neue Rechenzentren.
Genau daran hängt die ganze KI-Rally: an Chips, Cloud-Kapazität und Strom für Anlagen, die erst noch gebaut werden müssen. In dieser Goldesel Topstory schauen wir deshalb auf sechs Aktien und zwei ETFs: NVIDIA und AMD als Chiplieferanten, Oracle und Vistra mit ihrem Texas-Geschäft, Siemens Energy als deutschen Ausrüster und Duke Energy als regulierten Versorger, dessen Aktie im Ausverkauf sogar gestiegen ist. Wo ist der Absturz übertrieben, und wo trifft die Politik das Geschäft wirklich, das du vielleicht im Depot hast?
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Korrektur, Crash, Bärenmarkt: Wo stehen wir?
Von einer Korrektur sprechen Börsianer, wenn ein Index mehr als 10 Prozent unter seinem Hoch liegt, von einem Bärenmarkt ab 20 Prozent. Der Nasdaq Composite notiert nach dem 5. November rund 12 Prozent unter seinem Rekord vom 6. Oktober und damit in der Korrektur, der S&P 500 rund 6 Prozent. Ein Crash ist kein fester Begriff, meint aber meist einen Einbruch von mehreren Prozent an einem Tag. Der 5. November war für alle drei großen US-Indizes der schwächste Tag seit April 2025.
KI-Blase: Was am 5. November an der Börse passiert ist
Am Mittwoch nach der Wahl sah alles noch nach Erleichterung aus: Der Dow Jones sprang um 1.569 Punkte, der Nasdaq gewann 1,4 Prozent. Nur Chip- und Rechenzentrumswerte fielen schon da, Siemens Energy verlor in Frankfurt knapp 8 Prozent. Am Donnerstag kippte der ganze Markt. Der Nasdaq Composite schloss 5,5 Prozent tiefer bei 24.315 Punkten und liegt damit mehr als 10 Prozent unter seinem Rekord vom 6. Oktober, der Nasdaq 100 verlor 6,4 Prozent, der S&P 500 4,4 Prozent auf 7.354 Punkte und der Dow 1.833 Punkte, wie CNBC berichtete. Der Halbleiterindex brach um gut 12 Prozent ein, sein schwächster Tag seit rund sechseinhalb Jahren. NVIDIA verlor 9,3 Prozent und liegt damit seit Jahresbeginn im Minus, AMD und Micron fielen um mehr als 17 Prozent, Tesla um 11 Prozent. Das Angstbarometer VIX sprang um rund 70 Prozent.
Europa hielt sich zunächst: Der DAX markierte am 5. November im Handelsverlauf mit rund 26.692 Punkten ein Rekordhoch und schloss nur 0,4 Prozent tiefer. Am Freitagmorgen fiel er laut dpa-AFX unter 26.000 Punkte. Präsident Trump machte auf Truth Social die „Dumocrats“ verantwortlich: Der Markt habe „einen der schlechtesten Tage der Geschichte“ erlebt.
Warum die Midterms die KI-Blase anstechen
Der Konflikt dreht sich um die Voraussetzungen für neue Anlagen. In Texas, wo Google, Meta, Oracle und OpenAI Milliarden in Rechenzentren stecken, gewann die Demokratin Gina Hinojosa die Gouverneurswahl. Sie hatte im Wahlkampf ein vorübergehendes Moratorium für neue Rechenzentren, strengere Regeln für Wasser- und Stromverbrauch und das Ende von Steuervergünstigungen gefordert. Damit stehen Genehmigung und Wirtschaftlichkeit neuer Projekte gleichzeitig unter Druck.
In Ohio, wo 21 der 41 lokalen Abstimmungen stattfanden, setzte sich Amy Acton mit einem bedingten Moratorium durch: Neue Rechenzentren sollen ihre Strom-, Gas- und Wasserkosten selbst tragen, mit Gewerkschaftsarbeitern gebaut werden und auf Industriebrachen statt auf Ackerland entstehen, wie Signal Ohio berichtet. In Georgia gewann Keisha Lance Bottoms mit 54 zu 46 Prozent, die ebenfalls ein Moratorium zum Schutz des Stromnetzes versprochen hatte.
Wie viel davon im Geschäft ankommt, haben die Banken schnell durchgerechnet: UBS schätzt, dass rund 30 Prozent der für 2028 erwarteten neuen Rechenzentrumskapazität von Pausen betroffen sein könnten. Baird nennt Oracle und CoreWeave als gefährdet, Morgan Stanley sieht Stromerzeuger mit Geschäft in Texas, Ohio, Pennsylvania und Georgia im Risiko und erwartet eine Umschichtung in regulierte Versorger wie Duke Energy, wie Reuters am 5. November berichtete. KeyBanc stufte Vistra wegen des politischen Risikos ab.
Es gibt aber auch die andere Lesart. Am Freitag drehten die Nasdaq-Futures ins Plus, NVIDIA gewann vorbörslich 3,6 Prozent, AMD, Intel, Broadcom und Micron 5 bis 8 Prozent. Jefferies-Strategin Jane Gibbons nennt den Ausverkauf eine Reaktion, keine grundlegende Neubewertung, und Ed Yardeni sagte CNN, es sei besser, Luft aus der KI-Blase zu lassen, als sie platzen zu lassen. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen fiel auf 4,84 Prozent, das tiefste Niveau seit zwei Monaten, auch wenn der Terminmarkt für Dezember weiter eine Zinserhöhung der Fed einpreist. Und die Statistik mahnt zur Gelassenheit: Seit 1957 rutschte der S&P 500 in 12 von 17 Midterm-Jahren in eine Korrektur, im Schnitt um 18 Prozent.
Mehr dazu: Halbleiter Crash: Schwacher Ausblick bei Intel lässt Branche wackeln
Von NVIDIA bis Duke Energy: Wer wo an der KI-Blase hängt
NVIDIA und AMD stehen am Anfang der Lieferkette: Beide verdienen an jedem neuen Rechenzentrum, bevor es ans Netz geht. Wie stark diese Nachfrage zuletzt war, zeigt AMD, dessen Umsatz mit Rechenzentren sich im dritten Quartal fast verdoppelt hat. Ein politisch gebremster Ausbau trifft hier ein Geschäft, dessen jüngstes Wachstum fast komplett aus Rechenzentren kam.
Oracle verbindet das Cloud-Geschäft mit dem Bau großer Rechenzentren, vor allem in Texas, wo der Konzern für OpenAI Kapazität errichtet. Das Risiko liegt damit näher an den Anlagen selbst als bei einem reinen Chiplieferanten. Der freie Cashflow von minus 23,7 Mrd. USD im abgelaufenen Geschäftsjahr zeigt, wie viel Kapital dieser Aufbau bindet.
Vistra ist der größte Stromerzeuger im texanischen Markt, Siemens Energy liefert Gasturbinen und Netztechnik für die Stromversorgung der Anlagen. Duke Energy steht als regulierter Versorger am anderen Ende: Der Konzern profitiert vom steigenden Strombedarf, bekommt seine Investitionen aber nur über genehmigte Tarife bezahlt.
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Was bedeutet ein Moratorium für Rechenzentren?
Ein Moratorium ist ein vorläufiger Stopp für neue Rechenzentren. Gina Hinojosa hat für Texas angekündigt, neue Projekte zu pausieren, bis das Parlament stärkere Schutzregeln für Gemeinden beschließt, etwa zu Strompreisen und Wasser. Wie weit eine Gouverneurin das allein durchsetzen kann, ist offen: Viele Regeln brauchen das texanische Parlament, das regulär erst im Januar 2027 wieder zusammentritt. Für die Unternehmen zählt deshalb weniger der Beschluss als die Unsicherheit, ob geplante Anlagen rechtzeitig Genehmigungen und Stromanschlüsse bekommen.
KI-Blase oder Korrektur: Was die Bewertungen sagen
Ein Kursverlust von 10 oder 17 Prozent beantwortet nicht, ob eine Aktie jetzt günstig ist. Dafür musst du die Bewertung neben die Rolle im Ausbau legen. Wer Chipentwickler, Cloud-Betreiber und Stromversorger als dieselbe KI-Wette behandelt, übersieht, auf welch unterschiedlichen Wegen die Politik das Geschäft erreicht.
Die Spannweite ist groß: NVIDIA kommt nach dem Absturz auf ein KGV von 22,8 und erwirtschaftete im letzten Geschäftsjahr 96,7 Mrd. USD freien Cashflow. AMD wird trotz des Kursrutschs mit dem 87-Fachen des Gewinns bewertet. Oracle ist mit einem KGV von 17,8 am günstigsten, verbrennt aber Geld für den Ausbau. Duke Energy wies einen negativen freien Cashflow von 1,7 Mrd. USD aus, finanziert seine Netze aber über regulierte Tarife, und genau deshalb lief die Aktie im Ausverkauf nach oben.
Mehr dazu: Megatrend KI-Infrastruktur: Wo liegen Chancen nach dem Abverkauf?
NVIDIA Aktie: Minus 9 Prozent, Prognose 108 Milliarden
NVIDIA verlor am 5. November 9,3 Prozent und notiert damit seit Jahresbeginn im Minus, nach mehr als 20 Prozent Verlust innerhalb eines Monats. Als wichtigster Lieferant von KI-Beschleunigern hängt der Konzern enger als jedes andere Unternehmen am Ausbau der Rechenzentren.
NVIDIAs Geschäft hängt am Ausbau der KI-Infrastruktur
Von den 96,2 Mrd. USD Quartalsumsatz kamen zuletzt 89 Mrd. USD aus dem Geschäft mit Rechenzentren, also mehr als 90 Prozent. Die Kunden sind die großen Cloud-Konzerne und KI-Labore, die ihre Beschleuniger für Anlagen bestellen, die oft erst Jahre später ans Netz gehen. Gaming, Autos und Visualisierung spielen für die Bewertung kaum noch eine Rolle.
NVIDIAs Zahlen zeigen Wachstum und Ertragskraft
NVIDIA erzielte im Geschäftsjahr 2026 einen Umsatz von rund 215,9 Milliarden USD, ein Wachstum von 65,5 Prozent. Das EBIT erreichte 141,7 Milliarden USD bei einer Marge von 65,6 Prozent. Der Free Cashflow betrug 96,7 Milliarden USD.
Im zweiten Geschäftsquartal, berichtet am 26. August, stieg der Umsatz um 106 Prozent auf 96,2 Mrd. USD, davon 89 Mrd. USD aus Rechenzentren. Das Ergebnis je Aktie verdoppelte sich auf 2,22 USD. Für das laufende Quartal stellt NVIDIA 108 Mrd. USD Umsatz in Aussicht, die Zahlen kommen am 17. November nach US-Börsenschluss.
Das KGV der vergangenen zwölf Monate beträgt nach dem Absturz 22,8. NVIDIA zahlt eine Quartalsdividende von 0,25 USD, die Rendite liegt bei rund 0,6 Prozent. Analysten raten im Schnitt zum Kauf, das mittlere Kursziel liegt bei 332,73 USD.
NVIDIAs Investment-Case: Ertragskraft gegen Ausbauängste
Für NVIDIA spricht, dass der Konzern an diesem Wachstum mit einer operativen Marge von 66 Prozent verdient: 96,7 Mrd. USD freier Cashflow in einem Jahr sind mehr als der gesamte Jahresumsatz von Oracle. Nach dem Absturz kostet die Aktie das 23-Fache des Gewinns der vergangenen zwölf Monate. Billig ist sie damit nur, wenn die Bestellungen der nächsten Jahre tatsächlich kommen.
NVIDIAs Risiko liegt im künftigen Investitionstempo
Das zentrale Risiko ist eine Verlangsamung jener Investitionen, die neue Beschleuniger brauchen. Die Zahlen vom August zeigen das Wachstum bis zur Wahl, nicht danach. Wenn du NVIDIA hältst, ist der 17. November dein wichtigster Termin: Dann zeigt sich, ob die Kunden ihre Bestellungen trotz der Moratorien halten. Nach dem Kursrutsch wird der Markt jede Abweichung von der Prognose hart bewerten.
NVIDIA Aktie Chartanalyse – Überverkauft, aber technisch angeschlagen
Die Aktie von Nvidia hat am Freitag bei 186,64 USD und damit deutlich unter der 50- und 200-Tage-Linie (SMA50 und SMA200) geschlossen. Damit schloss die Aktie auch unter der Unterstützungszone, welche sich zwischen 189,60 und 196,50 USD befand – dieser Bereich dürfte nun als Widerstand fungieren. Bei Crash am Donnerstag dem 5. November hat die Aktie punktgenau am VPOC (Volume Point of Control – blauer Balken im Volumen) reagiert. Der RSI von 30,76 signalisiert einen überverkauften Zustand.
Der Bereich zwischen 164-170,50 USD ist die nächste Unterstützungszone. Sollte die Aktie sich auch hier nicht stablisieren, könnte ein weiterer Abverkauf bis auf 150 USD folgen.
- Einstiegsszenario: Long bei einem weiteren Rücksetzer und anschließend positiver Reaktion im Bereich um 170 USD, Stop unter 164 USD mit erstem Ziel bei 189,60 USD.
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AMD Aktie: Rekordzahlen, trotzdem 17 Prozent Absturz
AMD ist das beste Beispiel dafür, dass der Absturz nicht aus den Bilanzen kommt. Am 3. November meldete der Konzern Rekordzahlen, die Aktie stieg nachbörslich. Zwei Tage später verlor sie 17,3 Prozent an einem einzigen Tag.
AMD: Rechenzentren tragen das Wachstum
AMD entwickelt CPUs, GPUs und adaptive Chips für Rechenzentren, PCs, Gaming und eingebettete Systeme. Im dritten Quartal kam der Rekordumsatz von 13,4 Mrd. USD zu fast zwei Dritteln aus Rechenzentren: Das Segment wuchs um 97 Prozent auf 8,5 Mrd. USD, getrieben von EPYC-Prozessoren und den neuen Instinct-MI450-Beschleunigern. Die anderen Geschäftsfelder verbreitern das Modell, ändern an dieser Abhängigkeit aber wenig.
AMD: Wachstum und Bewertung im Zahlencheck
AMD erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von rund 34,6 Milliarden USD, ein Plus von 34,3 Prozent. Das EBIT lag bei rund 4,3 Milliarden USD, die operative Marge bei 12,3 Prozent. Hinzu kam ein Free Cashflow von rund 6,7 Milliarden USD.
Im Bericht vom 3. November stieg der Quartalsumsatz um 45 Prozent, das bereinigte Ergebnis je Aktie von 1,20 auf 2,09 USD, nach Bilanzregeln von 0,75 auf 1,46 USD. Für das vierte Quartal erwartet AMD rund 17 Mrd. USD Umsatz. Das KGV von 86,8 zeigt, dass kräftiges Wachstum schon im Kurs steckt. Analysten raten im Schnitt zum Kauf, das mittlere Kursziel liegt bei 657,59 USD. Die nächsten Zahlen sind für den 2. Februar 2027 angesetzt.
AMD: Operative Stärke als Gegenargument zum Ausverkauf
Für AMD spricht, dass die KI-Nachfrage nicht nur angekündigt, sondern schon abgerechnet ist: 8,5 Mrd. USD Rechenzentrumsumsatz in einem Quartal, dazu die Prognose von rund 17 Mrd. USD Gesamtumsatz für das vierte Quartal. Der Kurs von 404 USD liegt wieder unter dem 200-Tage-Durchschnitt, obwohl das Geschäft seitdem deutlich gewachsen ist.
AMD: Ausbauverzögerungen treffen hohe Erwartungen
Das Risiko ist die Bewertung: Mit einem KGV von 87 kostet AMD fast das Vierfache von NVIDIA, obwohl beide am selben Ausbau hängen. Verschieben sich Projekte in Texas oder Ohio, verschieben sich auch die Bestellungen für die MI450-Serie, und bei einer so hohen Erwartung reicht schon ein schwächeres Quartal für den nächsten Kursrutsch, selbst wenn das Geschäft weiter wächst.
AMD Aktie Chartanalyse – SMA200 hat zunächst gehalten
Die AMD Aktie konnte die 200-Tage-Linie nach einem kurzen Dip unter den gleitenden Durchschnitt wieder zurückerobern und hat die Unterstützungszone zwischen 435 und 451,50 USD noch nicht aufgegeben. Der RSI von 38,41 liegt im neutralen Bereich. Untergeordnet hat sich allerdings bereits eine Abwärtsstruktur gebildet.
Sollte sich die Korrektur am Markt auch weiter belastend auf AMD auswirken, besteht hier erhebliches weiteres Rückschlagpotenzial. Die charttechnisch nächste relevante Zone befindet sich erst zwischen 253,70 und 268,30 USD und liegt somit noch rund 30 % vom aktuellen Niveau entfernt. Möglicherweise könnte auch eine Reaktion nach Gap-Close bei 360 USD erfolgen.
Oracle Aktie: 664 Milliarden Auftragsbestand und das Texas-Risiko
Oracle steht dem Kern des Problems am nächsten: Der Konzern ist Cloud-Anbieter und baut zugleich riesige Rechenzentren, vor allem in Texas, wo er für OpenAI Kapazität errichtet. Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 41 Prozent verloren, so viel wie kein anderer Wert in dieser Auswahl.
Oracle verbindet Software mit Rechenzentrumskapazität
Oracle hat seinen Hauptsitz in Austin, Texas, und verdient mit Datenbanken, Unternehmenssoftware und inzwischen vor allem mit Cloud-Infrastruktur. Für die Aktie zählt die Doppelrolle: Das Cloud-Geschäft braucht verfügbare Rechenleistung, und der Aufbau dieser Kapazität bindet Kapital, lange bevor sie Umsatz bringt.
Oracles Wachstum und Kapitalbedarf in Zahlen
Oracle erzielte im Geschäftsjahr 2026 einen Umsatz von 67,4 Milliarden USD, ein Plus von 17,4 Prozent. Das EBIT erreichte 24,2 Milliarden USD bei einer Marge von 35,9 Prozent. Dem stand ein Free Cashflow von minus 23,7 Milliarden USD gegenüber.
Im ersten Geschäftsquartal, berichtet am 10. September, stieg der Umsatz um 30 Prozent auf 19,3 Mrd. USD. Das Cloud-Infrastrukturgeschäft wuchs um 121 Prozent auf 7,4 Mrd. USD, allein im Quartal nahm Oracle 850 Megawatt neue Rechenzentrumskapazität in Betrieb, und der Auftragsbestand erreichte 664 Mrd. USD. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 1,92 USD, nach Bilanzregeln bei 1,56 USD. Das KGV beträgt 17,8, die Quartalsdividende 0,50 USD, was einer Rendite von rund 1,7 Prozent entspricht. Die nächsten Zahlen sind für den 14. Dezember vorgesehen. Analysten raten im Schnitt zum Übergewichten, das mittlere Kursziel liegt bei 241,36 USD.
Oracles Investment-Case braucht finanzierbares Wachstum
Für Oracle spricht, dass sich das Wachstum beschleunigt und der Auftragsbestand von 664 Mrd. USD für Jahre reicht. Der Haken: Oracle muss die Kapazität erst bauen, bevor sie Umsatz bringt, und finanziert das mit Schulden. Deshalb wiegt jede Verzögerung in Texas doppelt.
Oracles Texas-Präsenz erhöht das Projektrisiko
Bei Oracle trifft die politische Unsicherheit auf einen freien Cashflow von minus 23,7 Mrd. USD im abgelaufenen Geschäftsjahr. Verzögerungen beim Kapazitätsaufbau würden Wachstum und Kapitalplanung gleichzeitig belasten. Der Gewinn allein greift als Maßstab zu kurz, die Finanzierung der Infrastruktur gehört mit in die Bewertung.
Oracle Aktie Chartanalyse – Jahrestief unterschritten
Die Aktie von Oracle hat vergangene Woche ihr Jahrestief bei 114,63 USD unterschritten. Die Kerzen von Donnerstag dem 5. November und Freitag dem 6. November haben allerdings deutliche Lunten gebildet, sodass die Zone zwischen dem Jahrestief und 121,33 USD noch nicht gänzlich aufgegeben wurde. Eine positive Reaktion an der aktuellen Unterstützungszone könnte ein spannendes Einstiegsszenario ergeben. Fällt die Zone allerdings doch noch, droht ein weiterer Abverkauf in Richtung der runden 100-USD-Marke.
- Einstiegsszenario: Long bei positiver Reaktion im aktuellen Kursbereich mit Stop unter dem Tief vom 6. November bei 109,27 USD und erstem Ziel bei 144,50 anschließend in Richtung 170 USD.
Vistra Aktie: Starkes Quartal mitten im Texas-Sturm
Vistra steht an der Schnittstelle von Stromboom und Wahlergebnis. Der Konzern ist der größte Stromerzeuger im texanischen Markt und hat seit Jahresbeginn rund 30 Prozent verloren. Ausgerechnet am Freitag nach dem Crash legte er starke Quartalszahlen vor.
Vistra: Stromerzeugung mit regionalem Schwerpunkt
Vistra gehört zu den unabhängigen Stromerzeugern und hat seinen Hauptsitz in Irving, Texas. Zum Kraftwerkspark gehören Gas-, Kohle-, Atom- und Solaranlagen, Ende Oktober kamen durch den Kauf von Cogentrix rund 5.500 Megawatt Gaskraftwerke dazu. Zusätzliche Rechenzentren versprechen mehr Strombedarf, Verzögerungen schieben diese Nachfrage nach hinten.
Vistra: Starkes Quartal, höhere Prognose
Vistra erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von rund 17,7 Milliarden USD, ein Wachstum von rund 3 Prozent. Das EBIT betrug 2,3 Milliarden USD bei einer Marge von rund 13 Prozent. Der Free Cashflow lag mit 129 Millionen USD deutlich darunter.
Am 6. November meldete Vistra für das dritte Quartal 6,35 Mrd. USD Umsatz, 28 Prozent mehr als im Vorjahr, und einen Nettogewinn von 1,14 Mrd. USD nach 652 Mio. USD, darin ein unrealisierter Gewinn aus Absicherungsgeschäften von 559 Mio. USD. Das bereinigte EBITDA stieg von 1,58 auf 2,38 Mrd. USD. Die Prognose für 2026 engte der Konzern auf 7,1 bis 7,5 Mrd. USD ein, für 2027 erwartet er 7,7 bis 8,5 Mrd. USD. Dazu kam ein neuer Stromliefervertrag über 20 Jahre und 207 Megawatt für ein Gaskraftwerk in Odessa, Texas.
Das KGV der vergangenen zwölf Monate beträgt 18,8, die Quartalsdividende 0,231 USD, was einer Rendite von rund 0,8 Prozent entspricht. Analysten raten im Schnitt zum Kauf, das mittlere Kursziel liegt bei 205,00 USD.
Vistra: Wachstum hängt am tatsächlichen Strombedarf
Vistra hat seine Stromproduktion für 2026 praktisch komplett und für 2027 zu 98 Prozent zu festen Preisen verkauft. Kurzfristig ändert ein Moratorium also wenig am Ergebnis, und das solltest du vom Kursverlust trennen. Die Wachstumsstory, neue Verträge mit Rechenzentren, hängt dagegen direkt daran, ob in Texas weiter gebaut wird.
Vistra: Texas bündelt die Risiken
Die Texas-Konzentration bündelt das politische Risiko. KeyBanc hat die Aktie deshalb abgestuft, und Morgan Stanley zählt Stromerzeuger mit Geschäft in Texas zu den am stärksten betroffenen Unternehmen. Der Kursverlust von rund 30 Prozent seit Jahresbeginn zeigt, dass der Markt das bereits einpreist, bevor ein einziges Projekt gestoppt wurde.
Vistra Aktie Chartanalyse – wichtige Zone gefallen
Die Aktie von Vistra hat insbesondere von der Price-Action zuletzt schon keine gute Figur gemacht. Mit einer sehr zähen Bewegung ging es bei der Aktie dennoch stetig abwärts. Die gleitenden Durchschnitte SMA50 und SMA200 sind zunächst deutlich gebrochen worden und auch die wichtige Unterstützungszone zwischen 132,50 und 138,80 USD wurde mit dem Abverkauf am breiten Markt unterschritten (fungiert nun als Widerstand).
Der nächste charttechnische Halt wären die Tiefs aus dem April 2025 zwischen 91 und 103 USD. Bei einem Rebound in Richtung 134 USD wird die Aktie es schwer haben, diesen Bereich auf anhieb zu überwinden.
Siemens Energy Aktie: Die Zahlen am 11. November entscheiden
Siemens Energy steht für die industrielle Seite des Booms: Gasturbinen, Transformatoren und Netztechnik für die Stromversorgung der Anlagen, vor allem in den USA. Die Aktie verlor am 4. November knapp 8 Prozent und am Tag danach weiter, zusammen rund 11 Prozent in zwei Tagen.
Siemens Energy liefert die Strominfrastruktur
Bei Siemens Energy führt der Weg zum Rechenzentrum über den Strom: Gasturbinen für die Versorgung vor Ort, Transformatoren und Schaltanlagen für den Netzanschluss. Die US-Nachfrage war zuletzt der wichtigste Treiber für den Auftragseingang, der im dritten Geschäftsquartal um 8 Prozent auf 17,9 Mrd. EUR stieg. Verschieben sich Rechenzentren, verschieben sich diese Bestellungen, auch wenn der Konzern mit Netzausbau und Kraftwerken weltweit noch andere Abnehmer hat.
Siemens Energy: Wachstum mit anspruchsvoller Bewertung
Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Siemens Energy einen Umsatz von rund 39,1 Milliarden EUR, ein Wachstum von 13,4 Prozent. Das EBIT erreichte rund 2,5 Milliarden EUR bei einer Marge von 6,4 Prozent, der Free Cashflow 4,1 Milliarden EUR.
Im dritten Geschäftsquartal, berichtet im August, stieg der Umsatz um 17,5 Prozent auf 11,4 Mrd. EUR, der Nettogewinn auf 1,19 Mrd. EUR und das Ergebnis je Aktie von 0,70 auf 1,26 EUR. Für das Geschäftsjahr erwartet der Konzern rund 4 Mrd. EUR Nettogewinn und eine Marge vor Sondereffekten von 10 bis 12 Prozent. Das KGV der vergangenen zwölf Monate beträgt 36,5. Analysten raten im Schnitt zum Übergewichten, das mittlere Kursziel liegt bei 194,10 EUR, knapp 70 Prozent über dem Kurs. Die Jahreszahlen kommen am 11. November.
Siemens Energy: Volle Bücher, aber die Bewertung ist weg
Für Siemens Energy spricht, dass die Aufträge von heute erst in den kommenden Jahren abgearbeitet werden. Die Jahresprognose von rund 4 Mrd. EUR Nettogewinn steht, und ein Auftragsbestand, der mehrere Jahresumsätze abdeckt, ändert sich nicht an einem Wahltag. Die Aktie hat seit dem Hoch im Frühjahr aber mehr als ein Drittel verloren, der Markt preist also bereits ein, dass die US-Bestellungen langsamer kommen.
Siemens Energy: Projektverzögerungen und Bewertungsdruck
Das Risiko liegt in den USA: Ein wachsender Teil der Gasturbinen- und Netzaufträge kommt von dort, und genau diese Projekte stehen jetzt unter politischem Vorbehalt. Mit einem KGV von 36 ist die Aktie trotz des Absturzes nicht billig. Am 11. November entscheidet der Ausblick auf das neue Geschäftsjahr, nicht das abgelaufene.
Siemens Energy Aktie Chartanalyse – Abwärtstrend bleibt technisch prägend
Bei Siemens Energy hat sich ein deutlicher Abwärtstrend etabliert. Die Aktie ist mittlerweile 13 bzw. 22 Prozent von ihren gleitenden Durchschnitten SMA50 und SMA200 entfernt und steuert auf eine Unterstützungszone zu, die zwischen 100,70 und 104,70 EUR liegt. Bei einer positiven Reaktion an der Zone könnte man einen Rebound-Trade wagen, da unter der Zone zusätzlich sehr viel Volumen liegt. In der aktuellen Abwärtsstruktur spricht aber zurzeit nichts für einen schnellen Trendbruch.
Duke Energy Aktie: Der Gegenpol, der im Crash gestiegen ist
Duke Energy ist der Gegenpol in dieser Auswahl: Während Chip- und Cloud-Werte abstürzten, stieg die Aktie des regulierten Versorgers aus North Carolina und liegt seit Jahresbeginn 11 Prozent im Plus. Morgan Stanley nennt Duke ausdrücklich als Ziel für Umschichtungen aus Texas-Stromerzeugern.
Duke Energy: Regulierte Stromversorgung als Basis
Duke Energy ist ein regulierter Stromversorger mit Sitz in Charlotte, North Carolina. Der Bezug zum Rechenzentrumsboom liegt damit beim Strombedarf und bei der Infrastruktur, die dessen Versorgung ermöglicht.
Für den wirtschaftlichen Nutzen reicht zusätzlicher Bedarf allein nicht aus. Neue Anschlüsse und der erforderliche Netzausbau müssen genehmigt werden, während die Kostenweitergabe bestimmt, wie attraktiv das Wachstum für den Versorger ausfällt.
Duke Energy: Wachstum, Bewertung und Dividende
Duke Energy erzielte 2025 rund 32,2 Mrd. USD Umsatz, ein Plus von 6,2 Prozent, und ein EBIT von rund 9,4 Mrd. USD bei einer Marge von 29 Prozent. Im dritten Quartal, berichtet am 5. November, stieg der Umsatz um 6,6 Prozent auf 9,1 Mrd. USD, das Ergebnis je Aktie von 1,81 auf 1,99 USD. Die Prognose für 2026 engte der Konzern auf 6,70 bis 6,80 USD je Aktie ein und will bis 2031 16 Gigawatt neue Kraftwerksleistung bauen.
Das KGV beträgt 19,0, die Dividende 4,25 USD je Aktie, das entspricht einer Rendite von rund 3,3 Prozent. Analysten raten im Schnitt zum Übergewichten, das mittlere Kursziel liegt bei 131,78 USD und damit nur gut 1 Prozent über dem Kurs. Die nächsten Zahlen kommen am 9. Februar 2027.
Duke Energy: Rechenzentren als Wachstumschance
Für Duke Energy spricht, dass der Konzern sein Wachstum nicht am Markt erkämpfen muss: Die Tarife sind reguliert, die 16 Gigawatt neue Kraftwerksleistung bis 2031 sind geplant, und die Prognose von 6,70 bis 6,80 USD je Aktie für 2026 wurde gerade eingeengt, nicht gesenkt. Morgan Stanley empfiehlt genau solche Versorger als Ausweichziel, und im Minimum-Volatility-ETF gehört Duke zu den größten Positionen.
Duke Energy: Ausbau und Finanzierung als Hürden
Das Risiko ist der Preis dieser Sicherheit: Der Free Cashflow lag 2025 bei minus 1,7 Mrd. USD, weil Duke den Netzausbau auf Kredit finanziert und bei Zinsen um 5 Prozent teuer refinanziert. Nach dem Anstieg liegt das mittlere Kursziel nur gut 1 Prozent über dem Kurs, der RSI zeigt die Aktie überkauft. Wer jetzt kauft, zahlt für die Ruhe einen Aufschlag, und den solltest du kennen.
Duke Energy Aktie Chartanalyse – starke Rallye endet am Widerstand
Die Aktie von Duke Energy hat zuletzt relative Stärke gezeigt und konnte nach einer starken Rallye von der Unterstützungszone zwischen 112,50 und 114 USD knapp 18 Prozent zulegen. Der Anstieg wurde allerdings am 5. November mit einer heftigen Reaktion auf die Widerstandszone am Jahreshoch zwischen 132,70 und 134,50 USD beendet. Ein Rücklauf zur 200-Tage-Linie bei 124,60 USD könnte eine Einstiegsgelegenheit darstellen. Im aktuellen Marktumfeld wäre mir das Setup allerdings zu unsicher, weshalb am hier eher an der Seitenlinie bleiben sollte, bis die Aktie nochmals in den Bereich um 114 USD zurückläuft oder das Niveau von 134,50 USD nachhaltig überschreitet.
KI-Blase im Vergleich: Sechs Aktien nach dem Crash
Die Tabelle stellt Kurs, Kursentwicklung, das jüngste Quartal und die Bewertung nebeneinander. NVIDIA ist mit einem KGV von 22,8 inzwischen günstiger bewertet als Duke Energy, AMD mit 86,8 bleibt der teuerste Wert. Fünf der sechs Unternehmen haben zuletzt Rekord- oder Wachstumszahlen gemeldet, der Ausverkauf kam trotzdem.
| Aktie | Schlusskurs 05.11.¹ | Seit Jahresbeginn² | Letztes Quartal | KGV (TTM)³ | Nächste Zahlen⁴ |
|---|---|---|---|---|---|
| NVIDIA | 181,60 USD | -2,6 % | Umsatz +106 % | 22,8 | 17.11. |
| AMD | 404,40 USD | +88,8 % | Umsatz +45 %, Data Center +97 % | 86,8 | 02.02.2027 |
| Oracle | 115,16 USD | -40,9 % | Umsatz +30 %, Cloud-Infrastruktur +121 % | 17,8 | 14.12. |
| Vistra | 112,89 USD | -30,0 % | Umsatz +28 %, Prognose eingeengt | 18,8 | Jahreszahlen 2027 |
| Siemens Energy | 115,14 EUR | -4,4 % | Umsatz +17,5 % | 36,5 | 11.11. |
| Duke Energy | 130,08 USD | +11,0 % | EPS +10 %, Prognose eingeengt | 19,0 | 09.02.2027 |
Nasdaq 100 oder Minimum Volatility: Nachkaufen oder absichern?
Wer nach dem Crash nicht auf einzelne Werte setzen will, hat zwei Fonds mit entgegengesetzter Rolle zur Wahl. Der iShares Nasdaq 100 UCITS ETF (Acc) ist mit rund 25 Mrd. EUR Fondsvolumen das Standardinstrument für die Technologiewette, und genau deshalb steckt er mitten im Beben. Wenn du ihn hältst, hast du den Crash schon im Depot: NVIDIA ist mit 8,4 Prozent die größte Position, Micron und AMD bringen zusammen weitere 9,2 Prozent. Im vergangenen Monat verlor der Fonds 12,7 Prozent, seit Jahresbeginn liegt er noch 12,9 Prozent im Plus.
Der iShares Edge MSCI World Minimum Volatility UCITS ETF USD (Acc) wählt aus dem MSCI World die 296 schwankungsärmsten Aktien aus. NVIDIA wiegt hier nur 1,4 Prozent, dafür gehören Johnson & Johnson, ExxonMobil, Cisco und Duke Energy zu den größten Positionen. Im vergangenen Monat gewann der Fonds 6,2 Prozent, seit Jahresbeginn 15,7 Prozent. Beide kosten 0,30 Prozent im Jahr.
| iShares Nasdaq 100 UCITS ETF (Acc) | iShares Edge MSCI World Minimum Volatility UCITS ETF USD (Acc) | |
|---|---|---|
| ISIN | IE00B53SZB19 | IE00B8FHGS14 |
| Index | Nasdaq 100 | MSCI World Minimum Volatility |
| Kosten (TER) | 0,30 % p. a. | 0,30 % p. a. |
| Fondsvolumen | ca. 24.964 Mio. EUR | ca. 2.561 Mio. EUR |
| Positionen | 101 | 296 |
| Größte Positionen | NVIDIA 8,4 %, Apple 7,4 %, Microsoft 5,8 % | Johnson & Johnson 1,5 %, ExxonMobil 1,5 %, Microsoft 1,4 % |
| 1 Monat | -12,7 % | +6,2 % |
| Seit Jahresbeginn | +12,9 % | +15,7 % |
| 3 Jahre | +73,3 % | +36,4 % |
Der Minimum-Volatility-Fonds ist kein Schutz vor Kursverlusten, 2025 hat er sogar leicht verloren, während der Nasdaq 100 stieg. Er verschiebt nur das Gewicht: weniger Chips, mehr Versorger, Gesundheit und Basiskonsum. Wer beide Fonds hält, hat Wette und Gegengewicht im Depot, zahlt aber zweimal Gebühren für Werte wie Microsoft und NVIDIA, die in beiden stecken. Wer nach dem Crash nachkaufen will, findet im Goldesel-Notfallplan die Staffelkauf-Methode erklärt.
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KI-Klumpenrisiko: Verschiedene Aktien, dieselbe Investitionskette
Sechs Namen aus vier Branchen sehen nach Streuung aus, hängen aber an derselben Annahme: dass geplante Rechenzentren gebaut, ans Netz angeschlossen und ausgelastet werden. NVIDIA und AMD liefern die Chips, Oracle baut die Hallen, Vistra und Siemens Energy liefern Strom und Technik dafür, Duke Energy die Netze. Stockt ein Projekt in Texas, trifft das die ganze Kette, nur zu verschiedenen Zeitpunkten.
Dazu kommt, was du vielleicht schon hältst: Im Nasdaq-100-ETF wiegen NVIDIA, Micron und AMD zusammen 17,6 Prozent, und auch ein MSCI-World-ETF ist stark in denselben Werten investiert. Wer zusätzlich Einzelaktien aus dieser Liste kauft, verdoppelt die Wette, statt sie zu verteilen. Die ehrliche Frage lautet deshalb nicht, welche Aktie am stärksten gefallen ist, sondern wie viele Ertragsquellen im Depot nicht am KI-Ausbau hängen.
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KI-Blase: Das Fazit nach dem Midterm-Crash
Der 5. November war kein Crash wegen schlechter Zahlen. AMD, Oracle, Vistra und Duke Energy haben in den Tagen zuvor Rekorde gemeldet oder ihre Prognosen angehoben. Gefallen ist die Annahme, dass der Rechenzentrumsausbau in den USA ungebremst weiterläuft. Ob die KI-Blase platzt oder nur Luft ablässt, entscheidet sich für dich an zwei Fragen: Wie viele Projekte in Texas, Ohio und Georgia werden wirklich gestoppt, und halten die Chiphersteller ihre Prognosen? Die erste Antwort gibt NVIDIA am 17. November.
- Für die direkte KI-Wette: NVIDIA und AMD sind nach dem Absturz billiger als vor einem Monat, nicht billiger als ihr Geschäft. Wer hier kauft, setzt darauf, dass die Bestellungen trotz Moratorien kommen. Oracle bringt dieselbe Wette mit Schulden und Texas-Risiko mit.
- Für den Blick auf Strom und Netze: Vistra hat seinen Strom bis 2027 fast komplett verkauft, trägt aber das größte Texas-Risiko. Siemens Energy liefert die Technik und berichtet am 11. November. Duke Energy ist der ruhigste Wert, nach dem Anstieg mit einem Kursziel knapp über dem Kurs aber auch der am wenigsten günstige.
- Für die gebündelte Technologiewette: Der iShares Nasdaq 100 UCITS ETF (Acc) ist der Index, der eingebrochen ist, mit NVIDIA, Micron und AMD als Schwergewichten. Wer ihn kauft, kauft den Crash als Ganzes.
- Für das Gegengewicht: Der iShares Edge MSCI World Minimum Volatility UCITS ETF USD (Acc) hat im selben Monat 6 Prozent gewonnen und hält Duke Energy unter den größten Positionen. Er schützt nicht vor Verlusten, verteilt sie aber anders.
Risiken und Ausblick
| Datum | Termin |
|---|---|
| 11.11. | Siemens Energy: Jahreszahlen (vor Handelsbeginn) |
| 17.11. | NVIDIA: Quartalszahlen (nach US-Börsenschluss) |
| 09.12. | Zinsentscheid der US-Notenbank |
| 14.12. | Oracle: Quartalszahlen (nach US-Börsenschluss) |
| Januar 2027 | Neuer US-Kongress, neue Gouverneure in Texas, Ohio und Georgia |
| 02.02.2027 | AMD: Quartalszahlen |
| 09.02.2027 | Duke Energy: Jahreszahlen |
Die nächsten zwei Wochen entscheiden über die Richtung. Siemens Energy zeigt am 11. November, ob die US-Aufträge halten, NVIDIA am 17. November, ob die Prognose von 108 Mrd. USD steht. Die Fed entscheidet am 9. Dezember über die Zinsen, und erst im Januar treten die neuen Gouverneure an, deren Moratorien den Markt gerade bewegen. Bis dahin handelt die Börse eine Erwartung, kein Gesetz.
Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte
Keiner der Autoren ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse investiert.
