Gold – 1.700 US-Dollar und danach?
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Der Goldpreis hat in den vergangenen Wochen ein ständiges Auf und Ab verzeichnet. Betrachtet man den Kursverlauf seit Oktober, so ist zu erkennen, dass ausgehend von rund 1.600 US-Dollar je Feinunze bis Anfang November ein Anstieg bis auf knapp 1800 US-Dollar stattgefunden hat, um dann bis circa 1.650 US-Dollar zu korrigieren und einen neuerlichen Anlauf zu unternehmen, die 1.700 US-Dollar-Schwelle zu überschreiten.
Auf der Angebotsseite könnte es zu einer weiteren Verknappung kommen. In Australien ist im abgelaufenen dritten Quartal die Goldproduktion rückläufig gewesen. Im Quartalsvergleich sank sie um 2,4 Prozent auf rund 2,1 Millionen Unzen. Verglichen mit der Vorjahresmenge ergibt sich ein Rückgang von rund 1,5 Tonnen. Australien ist nach China derzeitig der zweitgrößte Goldproduzent der Welt und erreichte in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres eine Abbaumenge von über 220 Tonnen Gold. Begründet werden könnte die momentane Zurückhaltung mit der steigenden Skepsis der Minenbetreiber, die die Entwicklung des Goldpreises genauestens verfolgen. Im laufenden Jahr hat der Goldpreis sich faktisch nur in eine Richtung entwickelt und ist von einem Rekordhoch zum nächsten gestiegen. Sollte der Goldpreis in Zukunft allerdings sinken oder stagnieren, so könnten sich einige technisch sehr aufwendige – und deshalb sehr teure – Abbauprojekte nicht mehr rentieren und das entsprechende Goldangebot weiter sinken. Auch verschiebt sich das Gewicht auf dem Goldförderermarkt weiter: Die ehemals größte Fördernation der Welt, Südafrika, ist mittlerweile auf den fünften Platz abgerutscht.
Auf der Nachfrageseite stellt Gold einen wichtigen Rohstoff für die Industrie dar. Aufgrund seiner hervorragenden Leitfähigkeit für Wärme und Elektrizität ist das Edelmetall für die Elektroindustrie nahe zu unverzichtbar. Die mit großem Abstand wichtigste Nachfragebranche für Gold ist allerdings weiterhin die Schmuckindustrie, die rund 75 Prozent der Gesamtnachfrage des Edelmetalls ausmacht. Auch trägt die steigende Bedeutung von Exchange Traded Commodities (ETCs) ihren Anteil dazu bei, dass die physische Nachfrage nach Edelmetallen weiter ansteigt. ETCs sind Wertpapiere, die an die Wertentwicklung eines oder mehrerer Rohstoffpreise gekoppelt sind und durch die physische Hinterlegung von Rohstoffen (bei Edelmetallen erfolgt die Hinterlegung in der Regel mittels des abzubildenden Rohstoffes selbst) besichert sind. Insbesondere physisch besicherte Gold-ETCs verzeichnen derzeit einen hohen Mittelzufluss. Das Volumen dieser Anlageklasse hat in der vergangenen Handelswoche einen neuen Rekordwert von über 2.350 Tonnen erreicht. Beim momentanen Goldpreis entspricht dies einem Gegenwert von knapp 130 Milliarden US-Dollar.
Anleger, die ein Investment in Gold erwägen, sollten jedoch auch beachten, dass bei einer Investition in dieses Edelmetall keine laufenden Erträge, wie beispielsweise Zinszahlungen, anfallen. Weiterhin kann die physische Lagerung mit Kosten verbunden sein. Ein weiteres Risiko trägt der Anleger bei nicht währungsgesicherten Produkten durch eventuelle Wechselkursschwankungen. Diese lassen sich jedoch durch den Einsatz sogenannter Quanto-Produkte eliminieren. Das Partizipations-Zertifikat auf Gold (WKN: SG9F3Q) spiegelt die Wertentwicklung des Goldpreises nahezu eins zu eins wider. Die Laufzeit ist unbegrenzt (Open End) und für die Währungssicherung fällt derzeit eine Quanto-Gebühr in Höhe von 2,86% pro Jahr an.
Für Anleger, die auf eine Absicherung der Wechselkursschwankungen verzichten möchten, bietet die Société Générale darüber hinaus das entsprechende Partizipations-Zertifikat (WKN: SG0AYL) auf Gold ohne Quanto-Funktion an. Risikofreudigere Anleger haben ferner die Möglichkeit mit Hebelprodukten – beispielsweise mit einem Turbo Unlimited – und unterschiedlich hoher Hebelwirklung auf eine entsprechende Goldpreisänderung zu setzen. Turbos Unlimited zeichnen sich dadurch aus, dass die Stopp-Loss-Barriere dem Basispreis entspricht. In der Long-Variante kann von steigenden und in der Short-Variante von sinkenden Kursen profitiert werden. Zu beachten ist, dass es bei dem Einsatz von Turbos Unlimited aufgrund des Hebeleffektes nicht nur zu überproportionalen Gewinnen, sondern auch zu überproportionalen Verlusten kommen kann. Bei einer vorzeitigen Fälligkeit durch Erreichen der Stopp-Loss-Barriere wird ein Betrag in Höhe von 0,001 EUR ausgezahlt.
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