Analyse
07:48 Uhr, 27.01.2026

Game-Changer EU vs Indien: Zölle weg, Märkte offen, Deutschlands Export-Turbo startet jetzt

Abschluss des Freihandelsabkommens (FTA) zwischen Indien und der EU. Ein Pakt, der rund 25% des globalen BIP und ein Drittel des Welthandels umfasst und 2 Milliarden Menschen verbindet ... Unterzeichnung dieses Jahres, Inkrafttreten 2027.

Ein Pakt, der rund 25% des globalen BIP und ein Drittel des Welthandels umfasst und 2 Milliarden Menschen verbindet. Dieser Meilenstein nach fast 20 Jahren Verhandlungen wurde auf dem 16. Indien-EU-Gipfel offiziell angekündigt, mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa als Gästen; er stärkt beide Seiten strategisch inmitten unsicherer US-Handelsbeziehungen unter Präsident Trump.

Das FTA konzentriert sich auf Waren, Dienstleistungen, Investitionen, digitalen Handel und Lieferketten, mit massiven Zollsenkungen: Indien reduziert beispielsweise Autozölle von bis zu 110% schrittweise auf 40% und langfristig auf 10%, was europäischen Herstellern wie Volkswagen, Mercedes oder BMW den Zugang zum boomenden indischen Konsumermarkt ebnet. Indische Exporte wie Textilien, Pharmazeutika, Elektronik, Edelsteine, Leder und Autoteile profitieren von EU-Zollabbau, während sensible Bereiche wie Landwirtschaft, Milchprodukte, Reis, Gewürze oder Geflügel ausgenommen bleiben, um indische Bauern zu schützen. Ergänzend lockert das Abkommen Regeln für IT-Dienste, Finanzen, E-Commerce und berufliche Mobilität, inklusive "data-secure"-Status für Indien und Ausnahmen von Doppel-Sozialabgaben; offene Punkte wie Investitionsschutz und geografische Herkunftsbezeichnungen werden separat geklärt.

Mit einem bilateralen Handelsvolumen von 136,5 Milliarden US-Dollar (Stand März 2025) verspricht der Deal einen Turbo für beide Ökonomien: Indien exportiert mehr in seinen größten Handelspartner EU und diversifiziert weg von US-Zöllen (50% seit August 2025), während Europa Abhängigkeiten von China mindert und in Indiens 4,2 Billionen Dollar-Wirtschaft investiert. Experten erwarten Wachstum in Automobil, Chemie, Maschinen und Dienstleistungen; EU-Firmen gewinnen Marktzugang, Indien stärkt seine Position als Exportmacht – ein Pragmatismus, getrieben von Geopolitik und globalem Protektionismus. Herausforderungen bleiben: EU-Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) könnte indische Vorteile schmälern, und nicht-tarifäre Barrieren wie strenge Standards fordern Anpassungen.

Nach der Ankündigung folgt eine rechtliche Prüfung (5–6 Monate), Kabinett- und Parlamentsratifizierung; Unterzeichnung dieses Jahres, Inkrafttreten 2027. Der Gipfel umfasst zudem ein Verteidigungs- und Sicherheitsrahmenabkommen sowie Kooperationen zu Klima, Tech und globaler Ordnung – ein Signal für engere Allianzen in unsicheren Zeiten. Für Europa diversifiziert dies nach Deals mit Mercosur oder Indonesien; Indien rundet Abkommen mit UK, Neuseeland oder Oman ab und positioniert sich als Brücke im Indo-Pazifik.


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1 Kommentar

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  • masi123
    masi123

    In meinen Augen etwas viel Euphorie. Zölle auf 40 % "senken", das ist immer noch höher als die Trump-Zölle. Indien geht es um die Investitionen der Europäer, es wird von 4 Billionen gesprochen. Produziert wird also v. a. in Indien werden, immerhin haben die Unternehmen damit Zugang zu einem potentiell sehr großen Absatzmarkt, wobei die Kaufkraft der Inder wohl noch lange Zeit niedrig bleiben wird. Insgesamt ist noch nicht einmal der Abschluss in trockenen Tüchern (rechtliche Prüfung, Ratifizierung durch Parlamente, ...) und die Umsetzung dauert wohl viele Jahre, und wie die Welt bis dahin aussieht...

    09:47 Uhr, 27.01.