Analyse
08:55 Uhr, 08.08.2023

FRAPORT – Mit Optimismus in zweite Halbjahr

Nach einem guten zweiten Halbjahr hat der Flughafenbetreiber die Jahresprognose präzisiert. Bringt das neuen Schwung in die Fraport-Aktie?

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  • Fraport AG
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  • Fraport AG - WKN: 577330 - ISIN: DE0005773303 - Kurs: 45,540 € (XETRA)

Das Passagieraufkommen am Frankfurter Flughafen erhöhte sich im ersten Halbjahr um rund 30 Prozent auf 26,9 Mio. Reisende. Damit wurden ungefähr wieder 80 Prozent des letzten Vorkrisenjahres 2019 erreicht. Vor allem der Europa- und Interkontinentalverkehr zog deutlich an.

Anders stellt sich die Lage dagegen beim Cargoverkehr dar, bei dem ein Rückgang um 11 Prozent zu verzeichnen war. Hier machte sich die angespannte gesamtwirtschaftliche Lage negativ bemerkbar.

Der Konzernumsatz kletterte im ersten Halbjahr um 33,8 Prozent auf 1,80 (VJ 1,35) Mrd. EUR. Das EBITDA stieg um 17,9 Prozent auf 481,4 (VJ 408,) Mio. EUR. Beim Konzernergebnis gelang mit 85,0 (VJ minus 53,1) Mio. EUR der Turnaround. Pro Fraport-Aktie wurden 0,87 (VJ minus 0,53) Euro verdient.

Am stärksten legte der Umsatz im größten Geschäftsfeld International Activities & Services mit 39,6 Prozent auf 747,3 (VJ 535,3) Mio. EUR zu. Grund dafür war die gute Entwicklung an den internationalen Konzernflughäfen vor allem in Griechenland und Peru. Aufgrund höherer Personalkosten ging das EBITDA um 8,3 Prozent auf 213,2 (VJ 232,6) Mio. EUR zurück.

Ein starker Zuwachs war auch im Segment Aviation mit 37,8 Prozent auf 507,8 (VJ 368,6) Mio. EUR zu verzeichnen. Das EBITDA wurde auf 125,8 (VJ 55,0) Mio. EUR mehr als verdoppelt. Hier wirkten sich neben dem höheren Verkehrsaufkommen auch höhere Flughafenentgelte positiv aus.

Im Bereich Ground Handling stiegen die Erlöse um 24,0 Prozent auf 313,8 (VJ 253,0) Mio. EUR bei einem EBITDA von minus 36,7 (VJ minus 17,3) Mio. EUR. Aufgrund des erhöhten Verkehrsvolumens stiegen die Kosten für Personal und Leiharbeit überproportional und konnten nicht durch den höheren Umsatz kompensiert werden.

Bei Retail & Real Estate war ein Umsatzplus von 22,9 Prozent auf 235,4 (VJ 191,6) Mio. EUR zu konstatieren. Der Ergebnisbeitrag belief sich auf 179,1 (VJ 138,0) Mio. EUR. Fraport profitierte dabei von gestiegenen Retail- und Parkumsätzen.

Verschuldung steigt weiter an

Aufgrund des höheren Ergebnisses stieg der operative Cashflow auf 293,8 (VJ 183,5) Mio. EUR an. Der freie Cashflow wurde zwar auf minus 377,5 (VJ minus 733,8) Mio. EUR deutlich verbessert, fiel aber erneut tiefrot aus. Die liquiden Mittel gingen auf 3,75 Mrd. EUR zurück gegenüber 3,87 Mrd. EUR zum Jahresende 2022. Die Nettofinanzverschuldung stieg im Gegenzug auf 7,48 (VJ 7,06) Mrd. EUR weiter an. Das Gearing lag bei 186,9 (VJ 180,6) Prozent.

Für den Rest des Geschäftsjahres zeigte sich das Fraport-Management anlässlich der Vorlage des Halbjahresberichtes optimistisch. Für die Passagierzahlen wird weiterhin ein Erreichen von 80 bis 90 Prozent des Vorkrisenniveaus aus dem Jahr 2019 erwartet. In Bezug auf das EBITDA wird mit dem Erreichen der oberen Hälfte der Spanne von 1,04 bis 1,20 (VJ 1,03) Mrd. EUR gerechnet. Das gilt auch für das Konzernergebnis, welches zwischen 300 und 420 (VJ 132) Mio. EUR verortet wird.

Fazit: Fraport hat ordentliche Zahlen für das erste Halbjahr abgeliefert. Die erwarteten KGVs für 2023 mit 13 und 2024 mit nur 10 sind im historischen Vergleich sehr günstig. Das würde für die Fraport-Aktie sprechen. Was mich aber nach wie vor stört ist die noch weiter gestiegene, hohe Nettoverschuldung.

Jahr 2022 2023e* 2024e*
Umsatz in Mrd. EUR 3,19 3,65 3,94
Ergebnis je Aktie in EUR 1,43 3,41 4,45
KGV 32 13 10
Dividende je Aktie in EUR 0,00 0,00 0,31
Dividendenrendite 0,00 % 0,00 % 0,67 %

*e = erwartet

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Über den Experten

Reinhard Hock
Reinhard Hock
Finanzmarktanalyst

Reinhard Hock ist seit über 25 Jahren an der Börse aktiv. Sein Interesse für die Finanzmärkte wurde während der Ausbildung zum Bankkaufmann geweckt. Später arbeitete er mehrere Jahre an der Börse Stuttgart und war dann jahrelang als freiberuflicher Redakteur mit dem Schwerpunkt Berichterstattung über Hauptversammlungen tätig. Dabei hat er sich ein umfassendes Wissen im Nebenwertebereich aufgebaut. Seit Oktober 2022 ist er bei stock3 für Fundamentalanalysen zuständig.

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