Forscher kartieren die Zellen, die uns alt machen!
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Fundamentaler Meilenstein der Altersforschung: Die Veröffentlichung der ersten umfassenden Kartierung gealterter Zellen im menschlichen Körper. Das Projekt wird vom Cellular Senescence Network (SenNet) getragen, einer vom US-amerikanischen National Institutes of Health (NIH) finanzierten MegaInitiative. Die Anschubfinanzierung lag bei 125 Millionen $ für die ersten 5 Jahre, wobei das geplante Gesamtbudget auf rund 191 Millionen $ ausgelegt ist. Es handelt sich um ein gigantisches Konsortium aus aktuell 13 spezialisierten Gewebe-Kartierungszentren (Tissue Mapping Centers, wie Yale, Columbia, die Mayo Clinic oder das Buck Institute) und 12 Technologie-Entwicklungs-Projekten (z. B. am MIT und Stanford). Koordiniert wird diese gewaltige Datenflut durch ein eigenes Rechenzentrum in Pittsburgh (Pittsburgh Supercomputing Center).
Ein Team der Yale University rund um den Biomedizintechniker Dr. Rong Fan leitet das Kernpapier in der Fachzeitschrift Cell, das von Dutzenden weiteren Studien in Top-Journalen (wie Nature Aging oder Nature Genetics) flankiert wird.
m Zentrum der Forschung steht die zelluläre Seneszenz. Das sind beschädigte oder gealterte Zellen, die aufhören sich zu teilen, aber nicht absterben. Stattdessen verbleiben sie als metabolisch aktive "Zombie Zellen" im Gewebe. Sie sezernieren (schütten aus) schädliche chemische Cocktails und Signalstoffe. Diese chronischen Entzündungsreize schädigen das umliegende gesunde Gewebe und treiben altersbedingte Erkrankungen wie Arthritis, Krebs und Alzheimer voran.
Bisher wusste die Wissenschaft extrem wenig darüber, wo genau diese seneszenten Zellen sitzen und wie sie mit ihrer Umgebung interagieren. Der neue Atlas kartiert diese Zellen nun erstmals auf Einzelzell-Ebene (single-cell resolution) und erfasst ihre präzise räumliche Anordnung (spatial resolution) im Körper.
Die Daten des Human Senescence Atlas sind komplett quelloffen (open-source). Diese detailgenaue Kartierung bildet das Fundament für die Entwicklung hochpräziser Therapien. Ziel ist die Entwicklung sogenannter Senolytika, Medikamente, die diese Zombie Zellen gezielt aufspüren und eliminieren. Es geht den Forschern explizit nicht primär um die Verlängerung der reinen Lebensspanne, sondern um die Maximierung der Healthspan (Gesundheitsspanne): Also die Anzahl der Jahre, die ein Mensch krankheitsfrei und vital verbringen kann
Hier der Link zu dem Projekt, Details und Atlas:
https://data.sennetconsortium.org/
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