Fokus auf Indien, Taiwan und Korea: Dieser günstige ETF lässt China bewusst weg
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Erwähnte Instrumente
- BNP PARIBAS EASY - MSCI Emerging ex China - UCITS ETF CapitalisationKursstand: 9,34 € (Quotrix) - Zum Zeitpunkt der VeröffentlichungVerkaufenKaufen
- BNP PARIBAS EASY - MSCI Emerging ex China - UCITS ETF Capitalisation - WKN: A41RTX - ISIN: LU3086264317 - Kurs: 9,34 € (Quotrix)
Die Risikoprämien für chinesische Aktien, oder auch Bewertungsabschläge, haben sich n den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Dafür gibt es diverse Gründe von Regulatorik bis Taiwan. Wer das "China-Risiko" von seinen Investments in Emerging Markets entkoppeln will, ist beim folgenden BNP-ETF richtig.
Mit dem BNP Paribas Easy MSCI Emerging ex China UCITS ETF Acc (WKN: A41RTX) positioniert BNP Paribas nämlich ein Instrument, das diesen Ansatz kosteneffizient abdeckt.
Ob der Begriff "Emerging Markets" oder Schwellenländer für Staaten wie Taiwan oder Südkorea noch angemessen ist, kann ich für mich schon seit vielen Jahren mit einem glasklaren nein beantworten. Aber so schnell trennt man sich natürlich nicht von liebgewonnen und etablierten Begriffen, die auch irgendwie Marken darstellen. Also sei´s drum.
Halbleiter-Boom und das "China Plus One"-Prinzip
Klammert man die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt aus dem klassischen Schwellenländer-Universum aus, verändert sich die Zusammensetzung des Index grundlegend. Der MSCI Emerging Markets ex China Index ist ein hochgradig technologielastiges Vehikel.
Durch das Fehlen der chinesischen Internetgiganten wie Tencent oder Alibaba rücken Taiwan und Südkorea massiv in den Vordergrund. Beide Länder dominieren den Index mit einem kumulierten Gewicht von rund 50 Prozent. Damit fungiert der Basiswert faktisch als indirektes Investment in den globalen Halbleiterzyklus und den Boom rund um Künstliche Intelligenz. Unternehmen wie Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC), Samsung Electronics und SK Hynix geben hier den Takt vor. Darüber muss man sich im Klaren sein, wer hier jetzt einsteigt investiert zwar in die Leader der Branche, aber die Rally steht auch nicht gerade am Anfang.

Der zweite strukturelle Treiber des Index heißt Indien. Mit einer Gewichtung von knapp 18 bis 19 Prozent profitiert das Land massiv von der sogenannten "China Plus One"-Strategie globaler Konzerne, die ihre Lieferketten diversifizieren. Eine geradezu jugendliche Demografie, eine wachsende Mittelschicht und robustes Wirtschaftswachstum machen den Subkontinent zum Wachstumsmotor der Schwellenländer. Rohstoffreiche Nationen wie Brasilien (ca. 6 Prozent) und Südafrika (ca. 4 Prozent) sorgen für die Extra-Prise Diversifikation und bilden das Fundament im Bereich der Basiskonsumgüter und Energie.
Kampfansage bei den Gebühren
Der erst im Dezember 2025 aufgelegte BNP Paribas Easy MSCI Emerging ex China UCITS ETF tritt in einen bereits umkämpften Markt ein. BNP Paribas wählt daher den Angriff über die Preisstruktur: Mit einer Gesamtkostenquote (TER) von lediglich 0,09 Prozent p.a. unterbietet der ETF die Konkurrenzprodukte, die meist zwischen 0,15 und 0,18 Prozent berechnen, deutlich.
Bei der technischen Umsetzung entschied sich der Emittent für die synthetische Replikation, anders ist die geringe TER auch schwer zu erreichen. Der ETF kauft die Aktien des Index also nicht physisch, sondern bildet die Wertentwicklung über Tauschgeschäfte (Swaps) ab.
Diese Methode minimiert die Tracking-Differenz (die Abweichung der ETF-Performance vom Index) extrem effektiv und kann steuerliche Vorteile bei der Behandlung von Quellensteuern auf Dividenden bieten. Anleger müssen jedoch das Kontrahentenrisiko des Swap-Partners berücksichtigen, mit anderen Worten: man muss bedenken, dass dieser Partner theoretisch zahlungsunfähig werden könnte. Gemäß der strikten UCITS-Richtlinien ist dieses Risiko durch die Hinterlegung von Sicherheiten auf maximal 10 Prozent des Fondsvermögens streng limitiert, in der Praxis liegt es nahe Null. Ich würde mir darüber keine Gedanken machen - in der Theorie ist die physische Replikation sicherer, in der Praxis ist der Unterschied unbedeutend.
Da der ETF thesaurierend ausgelegt ist, fließen alle anfallenden Dividenden automatisch in das Fondsvermögen zurück und erzeugen einen Zinseszinseffekt, wobei viele der enthaltenen Aktien nicht unbedingt Dividendenkönige sind.
Zusammensetzung: Tech-Giganten dominieren
Die Top-Positionen des Basiswertes spiegeln die massive Fokussierung auf die asiatische Hardware- und Chipindustrie wider. Knapp 40 Prozent des Indexgewichts entfallen auf den Informationstechnologiesektor, gefolgt von Finanzwerten mit gut 22 Prozent.
Top-Holdings des MSCI Emerging Markets ex China Index (Stand Februar 2026):
| Unternehmen | Land | Sektor |
| Taiwan Semiconductor (TSMC) | Taiwan | Technologie |
| Samsung Electronics | Südkorea | Technologie |
| SK Hynix | Südkorea | Technologie |
| HDFC Bank | Indien | Finanzen |
| Reliance Industries | Indien | Energie/Konglomerat |
Fazit
Wer das China-Risiko aus seinem Portfolio eliminiert, tauscht es gegen andere spezifische Risikofaktoren ein. Anleger müssen die extrem hohe Technologie- und Halbleiter-Abhängigkeit des Ex-China-Index auf dem Schirm haben. Schwächelt der globale Chip-Zyklus oder kühlen die Investitionen in Künstliche Intelligenz ab, wird dieser Index überproportional korrigieren.
Demgegenüber stehen handfeste strukturelle Chancen. Die Entkopplung von Pekings Wirtschaftspolitik schützt das Kapital vor plötzlichen Eingriffen der Kommunistischen Partei in den Tech- oder Bildungssektor. Der Index fängt genau jene Schwellenländer ein, die aktuell die Nutznießer der globalen Neuordnung von Lieferketten sind. Und natürlich sind die "KI-Aktien" hoch bewertet, aber wer denkt, dass KI nur eine Blase ist, dachte wahrscheinlich früher auch: "Dieses Internet setzt sich nicht durch".
Ein spezielles China-Risiko fängt man mit diesem ETF allerdings nicht ab. Wer nicht in chinesische Aktien investieren will, weil er Sorge wegen einer möglichen Eroberung Taiwans inklusive aller Folgen hat, ist hier falsch. Dann wird es natürlich auch mit taiwanesischen Aktien schwierig. Mal abgesehen davon, dass dies einen globalen Crash auslösen könnte.
Alle Produktdaten auf einen Blick
| Merkmal | Details |
| Produktname | BNP Paribas Easy MSCI Emerging ex China UCITS ETF Acc |
| ISIN | LU3086264317 |
| WKN | A41RTX |
| Emittent | BNP Paribas Asset Management |
| Asset-Klasse | Aktien-ETF |
| Basiswert/Index | MSCI Emerging Markets ex China Index |
| Replikation | Synthetisch (Swap-basiert) |
| TER (p.a.) | 0,09 % |
| Fondsvolumen | ca. 58 Mio. USD |
| Auflagedatum | 11.12.2025 |
| Ertragsverwendung | Thesaurierend (Accumulating) |
| Fondswährung | USD |
| Domizil | Luxemburg |

Der Sinn dieses ETF´s erschließt sich mir nicht so ganz:
Wer das "China-Risiko" von seinen Investments in Emerging Markets entkoppeln will...
Wer das China-Risiko aus seinem Portfolio eliminiert...
demgegenüber:
Ein spezielles China-Risiko fängt man mit diesem ETF allerdings nicht ab
Das Risiko bei China-Investments besteht ja wohl primär im geopolitischen Konflikt um Taiwan und dagegen bietet das Produkt keinen Schutz, wegen der Taiwan Exposition gilt eher sogar das Gegenteil.