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12:00 Uhr, 26.02.2026

EZB stellt für spätestens 2027 Gewinn in Aussicht

Von Hans Bentzien

DOW JONES--Die Europäische Zentralbank (EZB) rechnet nach mehreren Jahren ohne Gewinn damit, 2026 oder 2027 wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Wie sie bei der Vorlage ihres Jahresabschlusses mitteilte, hat sie das Jahr 2025 mit einem Verlust von 1,265 (2024: 7,944) Milliarden Euro abgeschlossen. Die Verluste wird sie mit den von nun an zu erwartenden Gewinnen verrechnen. Damit wären die bilanziellen Folgen einer Phase milliardenschwerer Anleihekäufe und anschließender starker Leitzinsanhebungen in einigen Jahren Geschichte.

"Es wird erwartet, dass die EZB im Jahr 2026 oder im darauffolgenden Jahr in die Gewinnzone zurückkehren wird", heißt es in einer Pressemitteilung. Dies werde jedoch von der künftigen Entwicklung der EZB-Leitzinsen und der Wechselkurse sowie vom Umfang und der Zusammensetzung der EZB-Bilanz abhängen. "In jedem Fall kann die EZB ungeachtet etwaiger Verluste effektiv arbeiten und ihr vorrangiges Mandat der Preisstabilität erfüllen."

Ihre finanzielle Stärke werde ferner durch ihr Kapital und ihre beträchtlichen Ausgleichsposten aus Neubewertung unterstrichen. "Diese beliefen sich Ende 2025 auf insgesamt 71 Milliarden Euro und fielen damit um 12 Milliarden Euro höher aus als Ende 2024."

Die EZB hatte in Jahren mit hartnäckig niedriger Inflation ihre Zinsen bis in den negativen Bereich gesenkt und zusätzlich zur Lockerung der Finanzierungsbedingungen große Mengen an Anleihen gekauft. Auf die dadurch entstandenen Einlagen von Finanzinstituten musste die EZB, als sie nach dem Ende der Corona-Pandemie wegen einer stark steigenden Inflation die Leitzinsen erhöhte, zunehmend Zinsen zahlen.

Dadurch entstanden die jährlichen Buchverluste. Da die EZB ihre Leitzinsen inzwischen um 200 Basispunkte gesenkt hat, sinken auch die eigenen Zinsaufwendungen, wie der geringere Verlust im Jahr 2025 zeigt.

Die EZB meldete für 2025 Personalausgaben von 809 (844) Millionen Euro. Die Basisgehälter der EZB-Direktoriumsmitglieder erhöhten sich um 5,6 Prozent. Die EZB erhob Gebühren für die Bankenaufsicht über 690 (681) Millionen Euro.

Kontakt: hans.bentzien@dowjones.com

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