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12:38 Uhr, 31.07.2026

EXXONMOBIL: Rekordproduktion, aber Gewinn verfehlt die Schätzungen knapp

Rekordförderung im Permian Basin treibt das Upstream-Geschäft, doch beim bereinigten EPS von 3,52 USD verfehlt Exxon knapp den Analystenkonsens.

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ExxonMobil meldet für das zweite Quartal 2026 ein bereinigtes verwässertes EPS von 3,52 USD und verfehlt damit den Analystenkonsens von 3,56 USD knapp. Die Aktie notiert in einer ersten Reaktion rund 1,7 % tiefer.

Das bereinigte Ergebnis (Adjusted Earnings, non-GAAP) beläuft sich auf 14,68 Mrd. USD, das bereinigte verwässerte EPS auf 3,52 USD nach 3,35 USD im Vorjahreszeitraum. Der Konsens lag bei 3,56 USD, die Lücke ist klein, aber vorhanden. Das GAAP-Ergebnis fällt mit 14,53 Mrd. USD bzw. 3,48 USD je Aktie etwas niedriger aus, belastet durch Wertberichtigungen von 1,08 Mrd. USD sowie weitere identifizierte Posten von 1,56 Mrd. USD, darunter Zuführungen zu Finanzrückstellungen von 1,37 Mrd. USD und Auswirkungen der Nahost-Störungen.

Dabei fällt ins Auge, dass Timing-Effekte aus Derivatebewertungen mit 2,48 Mrd. USD positiv zum bereinigten Ergebnis beitragen. Ohne diesen Effekt wäre das bereinigte Quartalsergebnis deutlich weniger überzeugend ausgefallen, was die Vergleichbarkeit mit dem Vorquartal einschränkt.

Upstream trägt, Energy Products überrascht positiv

Das Upstream-Segment liefert das Fundament: Das bereinigte Segmentergebnis steigt auf 9,19 Mrd. USD, nach 6,27 Mrd. USD im Vorquartal. Treiber sind die Rekordproduktion im Permian Basin von mehr als 1,8 Mio. Barrel Öläquivalent pro Tag und das Ausbleiben der operativen Störungen in Kasachstan, die das erste Quartal belastet hatten. Die Gesamtförderung erreicht 4.514 Tausend Barrel Öläquivalent pro Tag, den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahrzehnten, wenn man die Nahost-Störungen herausrechnet.

Energy Products überrascht mit einem bereinigten Segmentergebnis von 4,10 Mrd. USD, nach 2,80 Mrd. USD im Vorquartal. Hohe Auslastung an der US-Golfküste und eine Rekord-Dieselproduktion im zweiten Quartal treiben die Verbesserung. Dass dieses Segment im ersten Quartal noch ein GAAP-Minus von 1,26 Mrd. USD auswies, verdeutlicht die strukturell bleibende Volatilität im Downstream. Chemical Products und Specialty Products liefern solide, aber kleinere Beiträge von 1,21 Mrd. USD bzw. 0,97 Mrd. USD (bereinigt).

Kapitalfluss und Aktionärsrendite bleiben stark

Der operative Cashflow beläuft sich im zweiten Quartal auf 23,56 Mrd. USD, der Free Cashflow auf 17,24 Mrd. USD. ExxonMobil schüttet 9,4 Mrd. USD an Aktionäre aus, davon 4,3 Mrd. USD als Dividende und 5,1 Mrd. USD über Aktienrückkäufe. Die Investitionsausgaben liegen im Quartal bei 6,79 Mrd. USD. Parallel kumulieren sich die strukturellen Kosteneinsparungen auf 16,3 Mrd. USD seit 2019, im ersten Halbjahr 2026 kamen 1,2 Mrd. USD hinzu, ein konkreter Beleg dafür, dass die Effizienzprogramme nicht nachlassen.

Ausblick

ExxonMobil kommuniziert keine präzise Quartalsguidance, gibt aber strategische Richtungsmarken. Das fünfte Guyana-FPSO ist auf dem Weg und soll im vierten Quartal 2026 die Produktion aufnehmen, mit einer zusätzlichen Kapazität von 250 Tausend Barrel pro Tag. Der Permian-Wachstumspfad von 9 % CAGR bis 2030 wird bestätigt. Die Wortwahl des Managements ist selbstbewusst: CEO Darren Woods betont, ExxonMobil sei "nicht für einen einzelnen Markt, ein Quartal oder eine bestimmte Marktlage gebaut", ein Signal, dass der Konzern die volatile Marktlage als Beweis für die Portfoliostärke liest, nicht als Risiko. Wie belastbar diese Selbsteinschätzung bei einem anhaltend niedrigeren Ölpreis wäre, bleibt die offene Frage hinter der starken Rhetorik.

Kennzahlen im Überblick

Kennzahl 2025 2026e 2027e
Umsatz 323,90 Mrd. USD 392,70 Mrd. USD 376,08 Mrd. USD
EPS 6,70 USD 11,16 USD 10,68 USD

*e = erwartet (Analystenkonsens, bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Basis); Ist-Jahr 2025 wie berichtet (GAAP)

Fazit: Rekordproduktion im Permian, ein deutlich erholtes Energy-Products-Segment und ein Free Cashflow von 17,2 Mrd. USD sprechen für die Portfolioqualität, auch wenn das bereinigte EPS den Konsens knapp verfehlt hat. Allerdings tragen positive Timing-Effekte aus Derivatebewertungen von 2,48 Mrd. USD das bereinigte Ergebnis nach oben, was die Nachhaltigkeit des Niveaus relativiert. Bei einem KGV von rund 25 ist die Bewertung der ExxonMobil-Aktie für einen integrierten Ölkonzern nicht günstig, spiegelt aber die strukturelle Stärke wider. Einen neuen Kurstreiber liefert dieses Quartal nicht.

Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.

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