Analyse

EVONIK – Umsatz stark aber Cashflow noch schwach

Die gute Nachricht vorab: Evonik gelingt es die gestiegenen Kosten gut an die Abnehmer weiterzugeben. Die Umsatzprognose kann daher stark erhöht werden.

Erwähnte Instrumente

  • Evonik Industries AG - WKN: EVNK01 - ISIN: DE000EVNK013 - Kurs: 20,910 € (XETRA)

Hapern tut es hingegen noch beim Cashflow. Der freie Cashflow fällt mit Minus 239 Mio. EUR im zweiten Quartal deutlich negativ aus. Hier liegen auch die Hausaufgaben für das Management im zweiten Halbjahr. Was nutzen Umsatz und Ertrag ohne den notwendigen Cashflow, um die Investitionen zu decken? Wie steht es nach den Zahlen jetzt um die Evonik-Aktie?

Umsatz und Ertrag legen deutlich zu

Der Umsatz konnte im zweiten Quartal um 31 Prozent auf 4,77 Mrd. EUR gesteigert werden. Das EBITDA legte um 12 Prozent auf 728 Mio. EUR zu. Der Ertrag pro Aktie stieg von 0,54 EUR je Aktie auf 0,75 EUR deutlich an.

Leider ist das Net Working Capital (NWC) im Gegenzug deutlich angestiegen. Das führt dazu, dass der Cashflow diese Entwicklung aktuell noch nicht abbilden kann. Im zweiten Halbjahr verspricht Evonik, diese Situation zum Guten zu wenden und wieder deutlich im positiven Bereich zu liegen.

Und hier liegt auch der Hase im Pfeffer begraben. Die Prognose für die "Free Cashflow Conversion" lag bisher bei rund 40 Prozent des EBITDA. Nun wird diese Prognose auf 30 Prozent abgesenkt. Damit wird das Ziel für den freien Cashflow deutlich abgesenkt. Evonik wird wohl im Gesamtjahr nicht genug Cashflow erwirtschaften, um damit die Investitionen zu finanzieren. Das wird den Markt und die Analysten denke ich heute am meisten stören.

Ansonsten haben wir eine solide Prognoseerhöhung gesehen. Die Umsatzprognose wird auf 17 bis 18 Mrd. EUR angehoben ggü. 15,5 und 16,5 Mrd. EUR zuvor. Die EBITDA-Prognose kann wohl am oberen Ende von 2,6 Mrd. EUR erreicht werden.

Fazit: Schwierige Zahlen von Evonik, die zwar absolut toll ausschauen aber beim Cashflow Zweifel wecken dürften. Viel ist schon im Kurs eingepreist. Die Aktie ist günstig und ich halte das Papier für aussichtsreich. Ganz kurzfristig sind das aber gemischte News heute, bei denen Positives wie Negatives sich in etwa die Waage halten.

Der Auto hält Aktien von Evonik.

Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den folgenden besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse investiert: Evonik Industries AG (long)

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Über den Experten

Sascha Gebhard
Sascha Gebhard
Redakteur

Sascha Gebhard hat nach einer klassischen Ausbildung zum Bankkaufmann im Laufe der Jahre bei verschiedenen Banken gearbeitet. Er absolvierte neben dem Beruf die Studiengänge zum Diplom-Betriebswirt (VWA) sowie den Finanz- und Investment Ökonom (VWA). Von 2008 bis 2016 war er als Eigenhändler auf eigene Rechnung an den Finanzmärkten aktiv. Weiterhin publizierte er für verschiedene Finanzverlage und schrieb zahlreiche Fachartikel rund um das Thema Börse. Die in den jeweiligen Diensten geführten Realgeld- sowie Musterdepots konnte stets überdurchschnittliche Renditen erwirtschaften. Sein Steckenpferd ist seit jeher der deutsche Aktienmarkt, wo er bestens vernetzt ist, und eine Vielzahl an Unternehmen bereits seit mehr als 15 Jahren aktiv verfolgt. Seit 2022 ist Sascha Gebhard fester Bestandteil des Redaktionsteams von stock3.

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